Der folgenden Text stammt aus der Feder unseres Schülerpraktikanten Jonas. Seine Aufgabe war es, sich mit den Werbemaßnahmen rund um die WM auseinanderzusetzen, um ein Gefühl für die verschiedenen Spielarten des Marketings zu gewinnen – mit besonderem Fokus auf die Wirkung auf Jugendliche.

Ich gestehe: Den twitternden Brazuca kannte ich gar nicht. Nicht nur deshalb finde ich seine persönliche Sichtweise sehr spannend. Viel Spaß damit!
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Dass beim Fußball mittlerweile nicht nur Spieler und Mannschaften, sondern auch Sponsoren eine Rolle spielen, dürfte jedem klar sein. Doch bei der diesjährigen WM haben die Werbekampagnen ein neues Ausmaß erreicht. Ein Beispiel dafür ist, dass ein mit Sony geschlossener Vertrag dazu führt, dass Spieler anstatt der in ihren Reihen beliebteren Kopfhörer der Apple-Marke „Beats“ im Innenraum der Stadien nur noch Beschaller von Sony tragen dürfen.

Der „Beat“ bestimmt den Rhythmus

Mir als fußball- und nicht wirtschaftsinteressierten Jugendlichen stellt sich dabei die Frage, ob der Sport nicht viel mehr im Vordergrund stehen sollte. Dass Werbung als Finanzierer des Ganzen unumgänglich ist, ist mir dabei bewusst. Jedoch will ich während des Spiels doch nur Tore, Emotionen und mitreißende Spiele anstatt eher langweiliger Produktplatzierungen und Werbevideos sehen.

Immerhin versuchen die Marketingabteilungen der Firmen, den Sport mit all seinen Vorbildern und emotionalen Erlebnissen mit kommerziellen Gedanken zu verbinden, indem sie Stars wie Neymar und Schweinsteiger anheuern, um Teil ihrer Werbevideos zu sein. So findet man bei Youtube ein Video mit über 21 Mio. Aufrufen, in dem Neymar & Co für die Kopfhörer von „Beats“ werben. Die Werbung wirkt echt und überzeugt mich durch die hervorgehobenen Emotionen. Umso kurioser, dass die Stars trotz ihrer Vorliebe zu dieser Marke Produkte von Sony bei der WM tragen müssen, um sich regelkonform zu verhalten. Zumindest  bei mir entsteht dadurch der Eindruck, dass die Kopfhörer nur aus Gründen des Zwangs, und nicht dank ihrer Qualität getragen werden. Ein Eigentor von Sony?!

Das gelungene Marketingkonzept von Apple

Einerseits hält sich die Fifa damit an die Absprachen mit dem Hauptsponsor Sony, aber andererseits könnte genau dieses Verbot zum Gespött der Fans werden. Für mich würde die Entscheidung beim Kauf neuer Kopfhörer klar auf die teureren „Beats“ fallen, da sie nicht nur auffallender aussehen, sondern für mich auch einen besseren Klang haben. Der Übergang von der Direktwerbung zu Cross Promotion bzw. zur Mundpropaganda ist Apple somit gelungen.

Adidas’ neue Werbestrategie

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Dein Kind will ein Smartphone und Du bist nicht sicher, was Du tun sollst? Hier meine bevorzugte Lösung.:

Als ich im Alter meiner beiden großen Jungs (10 und 11) war, hatte unser Familien-Telefon noch eine Wählscheibe. Für dringende Anrufe von außerhalb („komme später vom Fußball“) gab es Münzfernsprecher, in denen es nach kaltem Zigarettenrauch, Kupfermünzen und feuchten Telefonbüchern roch (oder schlimmer). Heute hat jeder zweite Grundschüler ein Smartphone in der Tasche und mein Sohn zeigt mir Funktionen für mein iPhone, die selbst ich als Hardcore-User noch nicht kannte, obwohl er selber keins besitzt. Auch wenn er natürlich furchtbar scharf drauf ist. So wie fast alle aus seiner Klasse. Was zu einigen Diskussionen führt. Zwischen den Schülern, mit den Lehrern und unter den Eltern.

Am Gymnasium meines Großen gibt es kein Handy- oder Smartphoneverbot. Logisch: Wer will heute einem 17jährigen Abiturienten verbieten, in der Pause sein Telefon zu benutzen? Was also tun, darum ging es beim letzten Elternabend und erstaunlich viele Eltern zeigten sich völlig hilflos und wollten wissen, wie ich als „Medien-Fuzzi“ das denn handhaben würde.

Mein Tipp: Tablet und Handy statt Smartphone

Für die Kids gibt es zwei entscheidende Gründe, warum sie ein Smartphone besitzen wollen. Zum einen ist es ein ganz entscheidendes Status-Symbol, zum anderen stehen die multimedialen Anwendungen im Mittelpunkt. Youtube, Games und Chats (Whatsapp) sind die wichtigsten Anwendungen. Und die funktionieren eben auf einem normalen Handy nicht.

Wir Eltern dagegen wollen, dass unsere Kinder uns (und vor allem wir sie) erreichen können. Darum empfehle ich allen Eltern die Kombination aus Tablet und Handy.

Mit einem Tablet ohne SIM-Karte (zB Nexus 7) besitzen sie ein Gerät, das als Statussymbol anerkannt ist und auf dem sie nach Herzenslust chatten, surfen und spielen können (sogar besser als auf dem kleinen Display eines Smartphones). Die entscheidenden Vorteile für die Eltern:

  1. Man kann klare Nutzungszeiten  einführen (und das Gerät bei Missbrauch auch mal wegnehmen) und kann sie trotzdem auf dem Handy erreichen (das ist beim Smartphone komplizierter)
  2. Sie können nur in W-Lan Netzen online gehen, also in der Regel vor allem Zuhause.
  3. Für´s Telefonieren reicht eine klassische Prepaid-Karte, die immer noch die beste Kosten- und Nutzenkontrolle darstellt
  4. Sie nehmen es nicht mit zum Sport oder anderen Freizeitaktivitäten, wo teure Geräte besonders häufig verloren gehen.

Wenn Euer Kind also demnächst mit einem Smartphone-Wunsch anklopft, schlagt doch diese Variante vor. Es ist ein guter Kompromiss, der viele Probleme gar nicht aufkommen lässt und von den meisten Kids sicher akzeptiert wird.

Einmal mehr schreit es „Shitstorm“ durchs Netz und diesmal trifft es adidas. Doch dann schaut man sich die Motive der aktuellen WM-Kampagne an und denkt sich: Hey, war doch klar, dass das heftigen Gegenwind provoziert. Die entscheidende Frage ist nur, von wem? Es sind (und das nicht zum ersten Mal) Menschen, die sich für vegane Ernährung und Tierschutz einsetzen. Diese Interessensgruppe ist stark vernetzt und engagiert (nein, dafür habe ich keine Quelle, das legen eigene Beobachtungen nahe). Das sorgte dafür, dass adidas in kurzer Zeit eine hohe Welle an Kritik entgegenschlug und für entsprechende Aufmerksamkeit allerorten sorgte. Doch stört das adidas? Vermutlich nicht, denn die Gruppe der Kritiker macht sicher nur einen winzig kleinen Teil der eigentlichen Zielgruppe aus. Der Großteil der zahlenden Kundschaft sind Fußballbegeisterte, ja und vermutlich Fleischesser. Die Kritik der einen verstärkt im bestenfalls die Solidarität der anderen mit der Marke. Dabei spielen auch die abgebildeten Spieler als Sympathieträger eine Rolle. Wenn Poldi ein Rinderherz hält, dann ist das schon OK.

Ein ähnlicher Fall hat vor 2 Jahren für Wirbel gesorgt und ist beinahe schon der klassische, da vermutlich einer der am meisten zitierten Shitstorm-Fälle: Damals als der Werbespot in der Fleischerei mit Dirk Nowitzki im Auftrag der ING-DiBa für Protest in der Vegan Community sorgte. Aus dem Case konnten die adidas-Marketer auf alle Fälle ein paar Learnings mitnehmen: Tote Tiere sorgen für Unmut, für Aufmerksamkeit, aber tun den Umsätzen und dem Image keinen Abbruch. Was bei adidas in der Risikoabwägung vermutlich noch eine Rolle gespielt haben dürfte: Das Unternehmen hat eine Historie und stand bereits in Kritik in Bezug auf Tierrechtsverletzungen. Es ging um gezielte Hundetötungen in der Ukraine im Rahmen der EM 2012 und adidas wurde als einer der Sponsoren von den Kritikern in die Verantwortung genommen. Die Erfahrungen aus dem Fall haben adidas offensichtlich nicht davon abgehalten, sich erneut mit den Tierschützern anzulegen.

Auch wenn die Tierherz-Motive von adidas nicht meinen persönlichen Geschmack treffen, grundsätzlich finde ich es legitim, dass ein Unternehmen bewusst Reibung erzeugt, um Aufmerksamkeit zu erregen. Natürlich nur, wenn es nicht um bloße Effekthascherei geht, sondern eine Haltung dahinter steht. Und wenn es zur Marke passt und keine Werte der eigenen Zielgruppen im Kern verletzt werden. Denn bestenfalls kochen die Emotionen nur bei denen hoch, die nicht Teil der eigentlichen Zielgruppe sind.

Dass das Phänomen Shitstorm immer häufiger auch als bewusstes Marketinginstrument eingesetzt wird, darüber haben sich zum aktuellen adidas-Fall auch Lukas Adda und anhand einer Heineken-Kampagne Lorenz Steinke Gedanken gemacht. Das Beispiel Heineken legte den Verdacht nahe, dass die kreative Antwort auf den einkalkulierten Shitstorm schon während der Planung der Kampagne mit vorbereitet wurde.

In Zeiten, wo es für Marken immer schwieriger wird, mit ihrem Handeln und ihrer Kommunikation keine Reibung zu erzeugen, bin ich durchaus der Meinung, dass Risiken bewusst eingegangen werden können, wenn nicht gar müssen – wenn Marken nicht komplett konturlos in Erscheinung treten wollen (hier kann man mein Plädoyer für einen bewussten Umgang mit Risiken noch mal in aller Ausführlichkeit nachlesen) Während man sich im Marketing von Ariel mit seinem 88-Trikot zur WM scheinbar nicht eine Sekunde lang Gedanken um mögliche Risiken gemacht hat, ist bei adidas die Provokation Programm. Mögen die Spiele beginnen.

Zivilcourage ist ein heißes Eisen, aber ohne Zivilcourage ist alles nichts. Warum habe ich noch keine App, die in Notsituationen per Knopfdruck die Polizei ruft? Eine Idee mit Bitte um Ergänzung.

Extrem viele Blogger machen ihre gute Arbeit mit dem ersten Satz kaputt. Vor allem in Unternehmensblogs. Wenn der erste Satz nicht kickt, entsteht keine Neugier und ich klicke weiter. Es gibt – da sind wir uns doch alle einig? – mehr als genug zu lesen im Netz.

Persönlich: Unbedingt! Polemisch: ja! Poetisch: Naja! Palaver: No Way!

Auslöser für diesen Artikel: Ich las gerade im  Blog einer Versicherung einen Artikel über E-Bikes mit folgendem Einstieg:

Wenn die ersten Strahlen der Frühlingssonne vor dem Fenster auftauchen, packt viele die Motivation, doch öfter aufs Rad zu steigen. Das tut nicht nur der Gesundheit gut, sondern sorgt bei gutem Wetter auch für vortreffliche Laune. Wem allerdings schon nach kurzer Zeit die Puste ausgeht, muss sich nicht schlecht fühlen: E-Bikes sind einer der Trends, wenn es ums Thema „Mobilität“ geht.”

Ein typischer Einstieg für einen Text aus der Feder deutscher Mittelstands-PR. Adjektive bis zum Mond. Und zurück. Warum glaubt der Autor,  dass ich mir die Frühlingssonne auf mein inneres Auge projizieren muss, um mich über Versicherungen rund um E-Bikes zu informieren? Ich habe nach “Versicherung + E-Bike” gegoogelt und nicht nach “Kurzgeschichte + Rosamunde Pilcher”. Ich sitze an einem Schreibtisch und nicht auf der Hollywoodschaukel. Ein Blogpost ist wie ein kurzer Vortrag. Darum sind gute Redner auch fast immer auch gute Blogger (Tipp am Rande: Du suchst nach geeigneten Bloggern im Unternehmen? Hör Dich um, wer die besten Reden bei Feiern hält und wer die besten Vorträge!): Zu einer guten Rede gehören Charme, Pointen und ein verdammt guter erster Satz.

Nur ein neugieriges Publikum ist ein gutes Publikum! Nur, wer mehr hören will, folgt Ihren Worten, Ihren Ideen und Ihren Botschaften,” beschreibt es René Borbonus. Er bringt ein schönes Beispiel: Steve Jobs wählte 2007 die Worte „Heute erfindet Apple das Telefon neu” zum Einstieg die erste Präsentation des iPhones. Wumms, das hatte gesessen.  Aber das kann natürlich nicht jeder. Und das muss auch nicht jeder können. Aber es lohnt sich, einen sehr scharfen Blick auf den ersten Satz zu werfen. An ihm zu feilen, bis er glänzt. Ihn entweder polemisch zu machen (“Heute erfindet Apple das Telefon neu”) oder persönlich, denn auch das erzeugt Neugier und Empathie. Beispielsweise:

Meine Kondition ist zurzeit nicht die beste, aber wenn die Frühlingssonne lacht, nehme ich mir vor, wieder häufiger mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. Allerdings möchte ich keinesfalls verschwitzt im Büro sitzen. Bin ich reif für ein E-Bike? Und was muss ich dabei versicherungstechnisch beachten?

Das wirkt ehrlicher und macht mich schon allein deshalb neugieriger. Außerdem sorgt eine solche Perspektive für mehr Interaktion zwischen Leser und Autor, denn man kann sich über eigene Erfahrungen austauschen (Hast Du schon mal einen guten Vortrag gehört, in dem der Redner nie “Ich” gesagt hat?).

Also: Bring ein Pointe, sei persönlich, lass die Adjektive im Keller und komm vor allem zum Punkt!

PS: Apropos Einfallslosigkeit beim ersten Satz. Auch deutsche Journalisten sind vorne dabei. Eine Handvoll Tumblr-Blogs zu diesem Thema hat die Süddeutsche gesammelt.

Was haben Pressearbeit und Suchmaschinenoptimierung gemeinsam? Genau: Wenn ich mich kontinuierlich darum kümmere, gewinne ich Kunden. Spürbar. Wenn ich mich jedoch nur um eins von beiden oder sogar um keins kümmere, bekomme ich gar nicht mit, dass mir die Konkurrenz die Kirschen von der Sahne klaut. Schade eigentlich, denn Website-Optimierung und Pressearbeit bauen im Alltagsgeschäft auf der gleichen Grundlage auf, so dass es Verschwendung ist, das eine ohne das andere zu betreiben.

Was auch immer gekauft werden soll, zunächst wird das Produkt oder die Dienstleistung online recherchiert und verglichen. Eine Binsenweisheit, die jeder in Windeseile bei sich selbst überprüfen kann: Als zuletzt etwas Teures für das Unternehmen angeschafft werden sollte, wo hast Du dich informiert?

“In unserer Branche hat Website-Optimierung keine große Bedeutung”
Die Ergebnisse, die Online-Suchmaschinen ausliefern, bestimmen inzwischen maßgeblich das Bild, das Kunden von Produkten oder Unternehmen haben. Als Agentur machen wir verstärkt die Erfahrung, dass Unternehmen mit B2B-Fokus zwar dem Thema Website-Optimierung eine zunehmende Bedeutung einräumen, diese Bedeutung jedoch eher so ganz allgemein zu verstehen ist. Im eigenen Unternehmen oder in der eigenen Branche, so die Auffassung, läuft der Hase anders. Weil der Verkauf über einen eingespielten Vertrieb funktioniert (und der Vertrieb sagt, Suchmaschinenoptimierung wird überschätzt). Weil es ein People´s Business ist (welcher B2B-Bereich ist das nicht). Weil – naja, eigentlich weil sich bisher noch niemand darum gekümmert hat und jetzt ja auch nichts über die Website verkauft wird. Wer hätte schon jemals von einem (lohnenswerten) Kunden gehört, der sich aufgrund der Website gemeldet hätte?

In Neues zu investieren heißt, dies trotz fehlender Erfolgserfahrung zu tun

Der allseits beliebte Schattenkampf um Sinn und Ergebnisse von Suchmaschinenoptimierung ist eine Auseinandersetzung, wie sie bei jeder neuen Methode zu Anfang geführt wird. Und natürlich kommt zum Zeitpunkt der Diskussion kein Kunde über die Website – es findet sie ja kaum jemand. Und je kleiner die Gruppe der Besucher, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass ein „lohnenswerter“ Kunde darunter ist.

Suchanfragen im B2B-Geschäft machen SEO-Bedarf sichtbar

Der laufende Findungsprozess in den Unternehmen, über welche Kanäle die Zielgruppe angesprochen werden sollte, kümmert die Kunden und Google-Nutzer nicht – sie suchen einfach trotzdem: Aus Deutschland wird beispielsweise durchschnittlich 50-mal im Monat „Social Business Software“ gesucht, „Social CRM“ fast 600-mal, „Social Intranet“ 480-mal, „ERP-Software“ 5.400-mal und, um mal in eine andere Branche zu gucken, „Zahnarzt-Software“, in Variationen über 700-mal.

Suchmaschinenoptimierung unterstützt Sales-Team
B2B-Produkte wie Business-Software werden in der Regel nicht online mit dem Ziel gesucht, direkt zu kaufen. Die Google-Nutzer wollen sich vielmehr über Produkt und Anbieter informieren, gerade zwischen Erstkontakt bzw. Beratungsgespräch mit dem Vertrieb und dem eigentlichen Abschluss. An dieser Stelle geben sich Pressearbeit und Suchmaschinenoptimierung die Klinke in die Hand: Wenn der vom Vertrieb angesprochene Kunde im Nachgang zum Gespräch bei Google sucht, welche Informationen und Bewertungen anderer Kunden findet er dann über mich? Und welche Konkurrenten findet er, wenn er im zweiten Suchlauf allgemein nach der Produktklasse sucht? Pressearbeit stärkt Ruf sowie Marke und sorgt für Bekanntheit – also im besten Fall dafür, dass die Marke automatisch für bestimmte Produkte in Erwägung gezogen wird. Suchmaschinenoptimierung sorgt als Staffellauf-Partner dafür, dass die durch PR-Arbeit ebenfalls erzeugten, vergleichenden Produkt-Suchanfragen genauso zum Ziel führen. Idealerweise sollten die Suchenden schließlich nicht bei der Konkurrenz landen.

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Pressearbeit und Website-Optimierung spielen im gleichen Team
Niemand schickt einen Stürmer ohne Mittelfeldspieler und Verteidiger auf den Platz. Ähnlich kann man in der B2B-Kommunikation das Dream-Team Vertrieb, Pressearbeit und Suchmaschinenoptimierung betrachten: Die Pressearbeit und Suchmaschinenoptimierung schaffen und sichern die Chancen, der Vertrieb verwandelt die Vorbereitung in einen Treffer.

Wer seine Unternehmenswebsite auf Kundenanfragen optimieren will, muss zwar im ersten Schritt in die Technik sowie den inhaltlichen Aufbau und die Struktur investieren. Der zweite Schritt jedoch läuft kontinuierlich mit und heißt: Inhalte, Inhalte, Inhalte. An diese Regelmäßigkeit haben sich Unternehmen oft schon über die Pressearbeit gewöhnt. Wer intern oder extern in Pressearbeit investiert, auf dessen Tisch liegen bereits redaktionell wertvolle Texte. Und genau diese Inhalte sind der tragende Pfeiler für funktionierende Suchmaschinenoptimierung.

Du twitterst täglich? Super! Auf Facebook gibt’s jeden Werktag einen hübschen Beitrag von Dir? Toll! Du hast sogar einen Blog, den Du wöchentlich befüllst? Wahnsinn! Ab und zu stellst Du sogar Sachen bei Google+, Pinterest und Xing ein? Das Sahnehäubchen! Trotzdem teilt, kommentiert, retweetet oder liked fast niemand? Mist, aber Du hast schließlich alles getan und Dein Content ist wirklich gut. Es geht im Social Web aber nicht mehr um guten Content, die Zeit ist vorbei. Gut ist der kleine Bruder von Papierkorb.

Du bist professionell geworden – die anderen aber auch. Es gibt mittlerweile eine Heerschar von guten Social Media Managern in Unternehmen und Agenturen, die guten Content produzieren. Fehlerfreie Formalia, nette Themen, positives Wording, ansprechende Bilder und an mindestens 5 Tagen in der Woche bereit, um auf irgendwelche Reaktionen dankbar und vorbildlich zu antworten. Doch das ist Gottseidank mittlerweile Standard.

Das Pflichtprogramm interessiert niemanden mehr, weil es schlicht so viele Firmen und Einzelpersonen beherrschen. Um heutzutage noch wirklichen Erfolg im Social Web zu haben, muss neben der Pflicht die Kür her, das Herausstechende, was das Content-Angebot abhebt von all den Tausend vergleichbaren professionellen Versuchen.

Aufmerksamkeit ist endlich

Redaktionspläne sind super für die kontinuierliche Bespielung der Kanäle, da vergisst man dann weder den Valentinstag, noch Ostern oder den Ferienbeginn in NRW. Aber zur Fangewinnung oder Steigerung des Engagements tragen sie nichts, rein gar nichts bei. Wer will denn täglich einen Post von einem Unternehmen lesen? Das erwartet niemand, es gibt überhaupt keinen Grund für eine hohe Frequenz an Nettigkeiten, zumal wirklich Aufregendes nur einen Klick entfernt liegt. Die Aufmerksamkeit der Menschen ist limitiert; limitierter als die vertraglich vereinbarte Mitteilungsfreude der Social-Media-Schreiber.

Und die guten Posts rauben Zeit für die Erstellung wirklich einzigartigen Contents. Für den einen grandiosen Clip, der mehr YouTube-Abonnenten bringt als die 20 guten. Für das eine überraschende Gewinnspiel, das wirkliche Fans schafft anstatt monatlich ein iPad zu verlosen. Für das eine selbstgeschossene Foto, das stärker hängen bleibt als die 50 Stock-Fotos vorher. Für den einen Tweet, dessen Lebenszeit viel länger als die üblichen 10 Minuten dauert. Besser weniger, aber besser!

Und wie verkaufst Du diese Qualitätsorientierung Deinem Auftraggeber oder dem vorgesetzten Marketing Manager, der ständige Geschäftigkeit und schnellen Output sehen will? Du brauchst nicht mehr Budget, aber ein halbes Jahr Zeit. Und Du musst mehr Kreativer als User-Verwalter sein. Wenn das nicht drin ist, dann langweilt sich die Welt über weiteren guten, aber verschenkten Content. Und Spaß bringt’s auch nicht.

marienkäfer

Guter Käfer

maikäfer

Besserer Käfer

In einer Facebook-Gruppe fragte kürzlich eine Bloggerin, ob es so etwas wie einen “Blog-Pusher” gebe. Sie bekomme für ihre Beiträge zwar sehr positives Feedback, die Leserschaft sei allerdings leider noch recht überschaubar. Nun würde sie gerne die Leserschaft vergrößern. Und das, wenn wir ehrlich sind, wollen ja fast alle Blogger am Anfang und entsprechende Threads und Tipps gibt es viele. In der Regel lernt man dort, dass Bloggen eben viel Geduld verlangt, man kontinuierlich guten Content liefern und sich auch abseits des Blogs auf Twitter, Facebook, Blogger-Treffen, Barcamps gut vernetzen muss. Und sowieso: Content is King und SEO ist Vizeking oder umgekehrt.

Und all das ist auch absolut richtig! Und wichtig.

Leider etwas vernachlässigt wird in diesen Grundsatzdiskussionen die Bedeutung des einzelnen Postings, also der “Singleauskopplung” eines Blogs.

blogpost_jukebox

blogpost_jukebox

Dabei werden sich sehr viele Blogger noch an den ersten Blogpost erinnern, der die bis dahin erreichten Besucherzahlen und Reaktionen völlig in den Schatten stellte. Dieses erste Mal, wo man irgendwas so richtig richtig gemacht hat.

Man hatte z.B.

  • ein brandheiße These zu einem brandaktuellen Thema geliefert
  • ein sehr kompliziertes Thema sehr gut vereinfacht
  • einen offenen Einblick in eher geheime Fakten gegeben (z.B. Gehälter)
  • sich mutig auf einen öffentlichen Streit mit einem Prominenten eingelassen

oder ähnliches.

Nicht selten geht es Bands bzw. Musikproduzenten genauso. Sie arbeiten hart und schwitzen Blut und Wasser und geben alles, aber keine Sau interessiert sich. Und dann kommt diese eine geniale Idee, dieser eine Song, dieses eine Video und plötzlich geht alles so schnell. Klick- und Fanzahlen gehen ab wie Rakete, Labels, Bookingagenturen und Radiosender rufen plötzlich von sich aus an und dabei spielst Du sonst die selben Songs wie in den letzten drei Jahren.

Und genau solche Postings braucht es eben auch ab und zu, um ein Blog wirklich zu “pushen”. Fritz Effenberger fällt mir prompt ein. Sein PostingSven Regener, Du erzählst Unsinn, und ich erklär Dir, warum” hat es bis heute auf 1.002 Kommentare gebracht. Das Thema (Urheberrecht) war brandheiß, der Kampfgeist der Piraten auf dem Höhepunkt, Svens vermeintlicher Anachronismus das Thema der Stunde und die Überschrift der Knaller. Befürworter wie Gegner marschierten auf die Seite, diskutierten und teilten wie die Wahnsinnigen. Seine Leserschaft dürfte sich durch diesen einen Beitrag ganz entscheidend erhöht haben und mit ein wenig mehr Bock auf “Conversion” hätte Fritz sein Blog wahrscheinlich ganz massiv “pushen” können, aber ich glaube, darum ging und geht es ihm gar nicht. Bis heute finden sich so im Blog zwar die üblichen Share-Buttons, aber keine “Abo-Theke”.

Ich kenne solche Momente von meinem privaten Blog genauso wie vom Agenturblog eher im kleinen Rahmen. Ich war, um im übertragenen Sinne zu bleiben, vielleicht zwei mal in den Top 100 und das jeweils eine Woche auf Platz 95, aber ich habe dadurch viel gelernt.

Merke:

  • Es sind Songs, die sich im Web verbreiten, keine Alben!
  • Die Tricks und Tore eines Stürmers erreichen Klickzahlen bei Youtube, nicht sein Lauf-Pensum.
  • Ergo: Ab und zu braucht jedes Blog einen Hit!

Manchmal muss mal einfach noch einen Tag länger am Text feilen! Oder die Headline muss so provokant sein, dass die halbe Twitter-Welt ihren Sermon beitragen will. Kein Mensch reagiert auf die Headline “Blogposts als Single-Auskopplung betrachten”! So lautete der erste Arbeitstitel für diesen Beitrag, der zwar inhaltlich nicht als Single taugt (versuch mal einen Remix), aber der es dennoch mit Glück als Bonustrack auf´s Album schafft.

(45 RPM)

Im Rahmen der Blogparde “Blogger Relations” von Mike Schnoor, wurden wir doch eins ums andere Mal von den teilnehmenden Autoren überrascht. Muss man wirklich zehn Jahre nach Etablierung der ersten wichtigen deutschen Blogs darauf hinweisen, dass man mit Bloggern Autoren fair, transparent und ehrlich authentisch umgehen muss? Dass man Blogger “ernst” nehmen muss? Sollte man nicht so mit jedem Menschen umgehen? Egal ob Journalist, Strassenmusiker oder Bademeister (hier meldete Gesine zwar Zweifel an, macht dafür aber schon ihre Strafkniebeugen).

Und mit Menschen reden wir. Schon immer. Auch zu Zeiten des Faxes haben wir nicht mit “RTL” oder “Computer Bild” gesprochen, sondern mit den Autoren. Und schon damals hat sich keiner für belanglose Produkt-Updates interessiert, wollten Autoren exklusive Nachrichten oder Testberichte, wurde vorausgesetzt, dass die Agentur sich mit den inhaltlichen (und wirtschaftlichen) Interessen des Autoren und des Blattes auseinandersetzt.

Die eigentliche Herausforderung besteht für Agenturen darin, dass der/die erfolgreiche BloggerIn von morgen nicht auf der Vertriebsliste für Zeitungskioske steht. Blogs müssen ihre Öffentlichkeit erst finden und genauso müssen Agenturen die Blogs finden. Wir müssen also nicht anders als früher kommunizieren, sondern nur häufiger! Und wir brauchen bessere Werkzeuge, um im Netz die richtigen Kontakte zu finden.

Hier einige, die wir benutzen:

Blogverzeichnisse

Wenn wir Blogs für die Themen unserer Kunden suchen, wollen diese auch genau wissen, nach was für Kriterien wir die Blogger auswählen. Kategorie und Themen der einzelnen Seiten lassen sich durch das Lesen des Blogs einfach herausfinden, aber welche Tools helfen mir die Domain Authority, Seitenaufrufe oder die Anzahl der RSS Abonnenten zu bestimmen? Oder wie finde ich überhaupt themenrelevante Blogs abseits der Google-Suche?

Im folgenden Artikel stellen wir einige nützliche Tools und Webseiten vor, die wir für die Analyse der wichtigsten Kennzahlen benutzen.

http://www.bloggerei.de ist ein deutsches redaktionelles Blogverzeichnis, dass in Echtzeit neue Blogs listet und diese nach Rubriken, Tags oder Bewertungen kategorisiert. Außerdem werden auch der Google PageRank und die Besucherstatistik angezeigt.
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Eine der eher unbekannteren aber in Online-PR-Kreisen beliebtesten Funktionen Zufallsprodukte des Google RSS Readers (R.I.P.) war die Möglichkeit, festzustellen, wie viele Menschen den Feed eines Blogs im einstmals wichtigsten Reader abonniert hatten. Dies erlaubte eine zwar grobe aber in Verbindung mit anderen Parametern (Blogrankings, Social Media Follower) durchaus hilfreiche Einschätzung der Reichweite eines Blogs.

Allein in den ersten 48 Stunden nach der Beerdigung des Google Readers sollen 500.000 Nutzer zum Wettbewerber Feedly gewechselt sein (ich bin einer davon) und mittlerweile lesen weit über 10 Millionen Menschen ihre Feeds über die smarte Cloud-Lösung.

Und auch diese bietet die Möglichkeit eines manuellen Checks. Dazu ruft man die Seite http://cloud.feedly.com/#latest auf und klickt auf den Button “Add Content” (links oben).

Screenshot Feedly

Screenshot Feedly

Die Ergebnisse für ein paar Blogs aus meiner Liste zeigt, dass das Verhältnis nicht ganz verkehrt sein kann:

Wer also exklusive Content- oder Werbepartnerschaften mit Blogs plant oder das Honorar für Gastbeiträge von Reichweiten abhängig macht (better don´t) oder einfach nur ein Gefühl haben will für das Standing des eigenen Blogs (better don´t -> siehe oben), der kann hier wunderbar ein bisschen spielen und bekommt zwar keine absoluten Zahlen, aber eine hilfreiche Ausgabe der “Relevanz-Relations” (würg).

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