Kategorie: Agenturleben
Die Berichterstattung über die Einführung der neuen Facebook Timeline “Chonik” zeigt einiges über die deutsche Medienlandschaft. Fast alle betonen den Umstand, dass alle Nutzer nun umstellen müssen (die Rede ist von “Chronikpflicht” und “Zwang“) und tun so, als wäre es das selbstverständlichste der Welt, dass man sich Benutzerführung, Funktionen und Layout von Online-Angeboten selber auswählen kann.
Das kann ich aber so gut wie nie! Nicht bei Twitter, nicht bei Ebay, nicht bei Googlemail, dem Kicker oder meiner Bank. Myspace? Reden wir nicht drüber….
German Angst nennt man im angelsächsischen Sprachraum die „typisch deutsche Zögerlichkeit” und damit ist auch die Angewohnheit gemeint, neuen Dingen möglichst aus dem Weg zu gehen. Wir waren so ungefähr die letzte Nation, die Facebook für sich entdeckt hat und jetzt soll es bitte auch so bleiben, wie es ist.
Medien versus “Datenkrake”
Und so kolportieren die Medien den Untergang des Datenschutzes und verschweigen (aus Unwissenheit oder bewusst?), dass die Nutzer es weiterhin absolut und vollkommen selber in der Hand haben, was auf ihrer Wall gepostet wird und was nicht. Und – das wird sogar einfacher – wer was sehen darf. Man muss Anwendungen weiterhin zustimmen und kann sie wieder deaktivieren.
Nutzer versus “alles neu”
Die Nutzer selber wehren sich gar nicht so sehr gegen die vermeintliche Datenkrake. Sie haben Facebook halt auch viel besser verstanden als gewisse Redakteure und sehen auch keinen Wettbewerber um Werbeetats.
Dafür aber hassen sie seit jeher jede Layoutveränderung.
Eine Layout-Chronologie
Darum hat Steffi mal für Euch einen kleinen Trip in die Geschichte des Facebook-Layouts übersetzt
***Facebook 1.0 – 2005

Die guten alten Zeiten. Das wunderschöne Original-Layout von Facebook datiert auf das Jahr 2005. Es war erfrischend, blau, einfach und unschuldig. Und es umwehte der Geist des Intimen, Geheimen.
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Girls, Girls, Girls – zum ersten Mal in der Geschichte der Echtzeit fand am Montagabend eine Echtzeit nur für Frauen statt. Ich muss schon zugeben -, ich war skeptisch. Schon zu Unizeiten bin ich aus jedem Gender Studies-angehauchten Seminar geflüchtet. Nicht, weil das Thema mich nicht interessierte, ganz im Gegenteil, aber ein Haufen voller Studentinnen, die zur Gender-Problematik diskutieren, und wo kein einziger Mann am Tisch sitzt und mitredet – nein , danke. Die angesprochene Zielgruppe der Echtzeit Weiblich waren jedoch Gründerinnen, Unternehmerinnen und Frauen in Führungspositionen, also genau die Art Frauen, die sich eigentlich jedes Gender-Seminar als Paradebeispiel wünschen würdet.

Schon vor Beginn der Veranstaltung durfte ich mir von meinen männlichen Facebook-Kontakten aus der Branche (ich betone, AUS DER BRANCHE) Sprüche anhören wie: Was soll es denn da geben? Redet ihr dann über neue Haarfarben und trinkt Weinschorle und Prosecco? Was will man denn da? Da kann man doch noch nicht einmal mehr über Fußball reden? Gesprächsstoff, ich tippe 90% Dschungelcamp, 10% Haarfarbe… Jungs, ich weiß ja, ihr wärt alle sehr sehr gerne dabei gewesen, als Hahn im Korb umgeben von Gründer-Chicks – is klar. ^^ Der einzige Glückliche an diesem Abend war allerdings Alex Hüsing – und auch der durfte nur am Empfang stehen und Tickets entgegennehmen.
Die Echtzeit Weiblich fand im Eplus-Basecamp statt und, ganz im Gegensatz zu den Schätzungen meiner werten Facebook-Kontakte, war die Veranstaltung mit über 120 Teilnehmerinnen wirklich gut besucht. Und, um es kurz und knackig zu sagen: Es war super und das nicht nur, weil Fußball zum Glück kein Lückenfüller-Thema war. Es gab auch keine Lücken, die da hätten gefüllt werden müssen. Eins können Frauen: kommunizieren. Sicher waren unter den Anwesenden auch viele Start-ups, die sich auf typisch weibliche Bereiche wie Fashion, E-Commerce, Kosmetik usw. konzentrieren. Aber meine liebe Herren, auch da muss man Geschäfte machen, denn wie wir alle wissen, ist die weibliche Kaufkraft nicht zu unterschätzen!
Ich habe mir vor der Veranstaltung die Frage gestellt, ob es denn wirklich einen Bedarf für eine Echtzeit Weiblich gibt, denn die reguläre Veranstaltung ist nach meinen Erfahrungen durchaus gut besucht. Wie ich nachher im Gespräch mit Veronika Hüsing aber erfahren habe, ist der Frauenanteil dort meist vergleichsweise relativ niedrig. So entstand wohl auch die Idee zur Echtzeit Weiblich. In einem sehr interessanten Gespräch mit Andrea Wittek von Acomba erfuhr ich, dass sie extra aus Augsburg für diese Veranstaltung angereist ist und eigentlich dachte, dass sich hier Gründerinnen aus ganz Deutschland treffen. Der Großteil der Anwesenden war wie zu erwarten war aus Berlin – aber die Idee einer bundesweiten Echtzeit Weiblich fand ich großartig. Wenn diese Veranstaltung sich im Laufe der Zeit zu einer bundesweitem Gründerinnen/Unternehmerinnen-Veranstaltung entwickelt und man vielleicht auch noch ein kleines Rahmenprogramm mit Speaker Slots etc. einbaut, dann könnte diese Form der Echtzeit bald so begehrenswert werden wie ein Paar Manolo Blahniks.
Zum Abschluss noch eine kleine, aber feine Drohung meinerseits. Bei weiteren “Dschungelcamp-Haarfarbe”-Sprüche lade ich zur nächsten regulären Echtzeit diese kleine Dame ein: Jungs, da gibt es nichts mehr zu lachen. Die zeigt euch, wo in Zukunft der Hase langläuft.
Wenn irgendeine Tech-Szene wirklich sympathisch ist, dann ja wohl die indische! Was habe ich schon über Videos vom Tech Guru gelacht und über die Leidenschaft indischer Blogger gestaunt.
Heute habe ich mich zum Beispiel sehr über einen Gastbeitrag von Mukund Mohan (erfahrener und erfolgreicher Tech-Gründer) auf pluggd.in gefreut. Das Thema:
Are you celebrating your milestones enough at your startup?
Alleine die Art und Weise wie er in einer Randnotiz mit wenigen Sätzen die Bedeutung der Familie (und vorneweg der Mütter (ok, seiner Mutter) für indische Gründer beschreibt, sagt mehr über die Kultur eines Landes als diverse Reiseführer auf 100 Seiten. Aber das nur als Randnotiz zur Randnotiz.
Im Kern seines Blogposts steht die Frage eines befreundeten Gründers:
“How often should we celebrate and what should be celebrate”?
Seine simple Antwort:
“Very often and anything you believe is something to be proud of”.
Mukunds Meinung nach ist es extrem wichtig, auch kleinere Dinge zu feiern, denn:
- Neue Mitarbeiter fühlen sich nach solchen Feiern entschieden wohler im Team
- Es ist der beste Anlass für den informellen Austausch von Erfahrungen (intern und extern)
- Es hilft, um die degressiven Phasen des “emotionalen Sinuskurve” einer Gründung zu verarbeiten
- Es wertet kleine Erfolge auf und motiviert zum nächsten Schritt
Korrigiert mich, wenn ihr das anders übersetzen würdet.
Celebrate more! Have tons of fun and please invite me to the party
Schon die Fertigstellung eines vorfinalen Mock-ups ist in seinen Augen eine kleine Party wert (Hinweis von ihm: Foto nicht vergessen, könnte ja mal was wert sein bei Ebay). Dazu kommen neue Releases, neue Mitarbeiter, neue Investoren. All das kann und sollte es wert sein, mit dem Team (und befreundeten Tech-Bloggern…) eine Tasse Tee (oder ein Tasse Berliner Kindl) zu trinken.
Genauso gefeiert werden sollte die offizielle Registrierung der Firma. Erneuter Einblick in die indische Kultur:
“Make 15 copies of you MOA and AOA. You’ll need it! Even the person that serves you tea and coffee in India wants a copy of these in paper!”
Ist das wirklich so? In Deutschland interessiert das ja teilweise nicht mal die mittlere Führungsebene…
Wie auch immer: Sein Abschluss-Statement “Celebrate more! Have tons of fun and please invite me to the party” will ich für eine kleine Umfrage nutzen.
Wie steht es um die Feier-Kultur in deutschen Start-ups? Ist Berlin deshalb die europäische Start-up Hoffnung Nummer 1, weil man dort am besten feiern kann? Das Interview der FTD mit Soundcloud-Gründer Alexander Ljung unterstützt diese These durchaus. (“Es gibt in Berlin ja quasi ,professionelle‘ Klubgänger und genug Leute, die sich mit zehn Stunden Arbeit in der Woche über Wasser halten können.”)
Wie sind Eure Erfahrungen? Wie oft feiert ihr auch Kleinigkeiten? Spontan oder vorbereitet? Wie oft sitzen Blogger bei Euch am Schreibtisch bei einer Tasse Kaffee? Oder verlässt man sich eher auf externe Networking-Termine? Wie hoch ist Euer Party-Budget? Ist es hoch genug?
Ein alter Schulfreund hat heute den genialen Titel “Ich und mein Computer” von Deichkind bei Facebook verlinkt. Und sofort waren sie wieder da, die Dialoge zwischen mir und meinem Vater rund um das Weihnachtsfest zum Thema “Ich und meine Hassliebe Computer!”
Zeit, den Blick mal wieder nicht auf Kleinigkeiten zu lenken (Tools, Tipps, Anekdoten) sondern aufs “große Ganze.” Das tun andere natürlich wesentlich wissenschaftlicher und professioneller, aber Spaß macht es ja trotzdem
Willkommen zur Kneipendiskussion: “Wie sieht die Zukunft der Computernutzung für Gelegenheitsnutzer aus?”
Wie heißt es im Song:
Passwort vergessen, Gerät nicht gefunden, Kein Steckplatz mehr, Wackelkontakt, CD nicht beschriftet, Fehler unbekannt, Seite lädt nicht hoch, Kreditkarte gehackt, Alles weg….
Plug und Play
Versteh’ ich nicht
Drag und Drop
Versteh’ ich auch nicht
Deleten und Error
Sanduhr, Sanduhr, Sanduhr, Sanduhr…
Das kenn ich doch! Kaum hatte mein Vater sich ans Online-Banking gewöhnt, erlaubt die Bank das Bezahlen mit TAN-Liste nicht mehr. Und das Handy ist für Notfälle im Auto und SMS kommen nur vom Provider. Und dann Google, die Banausen. Haben mal wieder ihre Mail-Oberfläche verändert und den “Antwort”-Button so gut wie unsichtbar gemacht. Und um Outlook einzurichten, muss man bekanntlich englisches Fachchinesisch mit amerikanischem Dialekt können. Und wieso muss man sich plötzlich mehr Passworte merken als 1975 Festnetznummern, darf die aber um Gottes Willen nirgendwo aufschreiben? Und müssen Nutzungsbedingungen eigentlich immer in Schriftgröße 8 oder kleiner sein?
Alle Welt redet über Schüler-Mobbing in Sozialen Netzwerken, aber das viel größere gesellschaftliche Problem dürften (ältere) Gelegenheitsnutzer sein, die sich die Langeweile im Internet vertreiben. Sie fallen auf Phishing-Mails rein und verlieren die Nerven, wenn sich die Grußkarte des Enkels nicht öffnet, weil kein Flashplayer installiert ist. Und Browser? Was sind noch mal Browser? Das wissen ja nicht mal Politiker, die Netzgesetze mitverabschieden..

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In unserem Hause hat sich an Heiligabend seit einigen Jahren folgende schöne Weihnachtszeremonie zur Tradition entwickelt: Eingeleitet wird mit genüsslichem und überreichlichem Verzehr einer Bio-Flugente an selbstgeformten Semmelknödeln und Rotkraut sowie Salat mit Walnuss- und Granatapfelkernen. Erleichterung wird darnach zuerst in Form eines Verdauungsschnäpschens, dann in einem Espresso gesucht, aber erst mit dem obligatorischen Weihnachtsspaziergang gefunden.
Auf diesem schönen langen Spaziergang begutachten wir die weihnachtlichen Lichtdekorationen der umliegenden Anlieger und küren schließlich unter Berücksichtigung aller uns bekannten Aspekte von Ästhetik und Besinnlichkeit die Scheußlichste aller Kreationen unter ihnen. Der Entdecker des schlimmsten Oeuvres bekommt später als Erster seinen Nachtisch – ein Lohn, der nach vorangegangener Völlerei eine völlig ehrgeizbefreite und angenehm unaufgeregte Spielermentalität bei allen Teilnehmern hervorruft.

Nur wenige Jahre ist es her, dass sich abseilende Weihnachtsmänner das Highlight jedes Berliner Balkons zur Adventszeit bildeten. Himmlische Heerscharen von Weihnachtsmännern aller Größen hingen einer neben dem anderen an den Fassaden – dabei gibt es doch nur einen Einzigen!!! Bis zuletzt blieb auch ungeklärt, warum Santa Claus es ausgerechnet in diesem Jahr nötig gehabt haben soll, zum Balkon hinein- oder hinaus zu klettern – wartet doch seit Jahrhunderten der Rentierschlitten auf dem Dach, gleich neben dem Schornstein, durch den der dicke Mann ausm Osten die Geschenke in die gute Stube beschert.

Letztes Jahr hingegen führte die Farbe Blau die Hitliste leuchtender Geschmacklosigkeiten an. Möglicherweise lag es am ungewöhnlichen, früh und anhaltend einsetzenden Schneefall, dass die Menschen einem Überhandnehmen an Idylle vorsorglich mit Lichterketten begegneten, die den Charme eines gekachelten Wohnzimmers versprühen. Anstatt das güldene Lichtlein all überall auf den Tannenspitzen blitzen, verbreiten blaue Lichtlein den Hauch steriler Kälte in den Fenstern, bei blinkenden Kompositionen teils auch mit Anleihen aus der Clubszene.

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Ergänzendes zur Pressemitteilung: “Silvestertipp: Mobile-App Lovoo scannt die Stadt nach Singles in Partylaune”
Der Markt:
Auch in diesem Jahr haben laut einer Bitkom-Studie 16 Prozent der Bundesbürger rund um Weihnachten ein Smartphone gekauft oder verschenkt. Damit dürfte das mobile Surfen endgültig im Alltags-Business ankommen und sich diverse Online-Geschäftsmodelle gravierend auf mobile Geräte verlagern. Das gilt nicht nur für den Abruf von Sportnachrichten, Wetterdaten oder das Spielen von Casual-Games sondern auch fürs Dating und Flirting. Ein Markt, in dem in Deutschland jährlich mehr als 100 Millionen Euro umgesetzt werden. Während die Suche nach dem richtigen Partner fürs Leben eher Ruhe und eine Wohlfühlumgebung verlangt, wird das spontane Verabreden eher über Smartphones erfolgen: Ob das Ziel ein heißer Flirt ist, die Verabredung zum Besuch eines Konzerts oder ein gemeinsames Abendessen.
Lovoo richtet sich vor allem an die junge, wilde Partyszene. Die Smartphone-App findet Flirts in der Umgebung und erleichtert die Kontaktaufnahme durch spielerische Elemente wie das Versenden virtueller Küsschen und Geschenke. Somit erwartet die Macher Silvester nicht unbegründet einen absoluten Nutzerrekord!
Silvester wird geknallt.
Was haben der Weltklasse Fußballer Mladen Petric, ”GZSZ”-Star Isabell Horn und Schauspielerin Nathalie Portmann gemeinsam? Sie haben ihre Partner in einer Silvesternacht kennen gelernt. Das ist nicht weiter verwunderlich. Denn selten wird heftiger und hemmungsloser geflirtet als am letzten Tag im Jahr. Dafür gibt es verschiedene Gründe.
Die Cosmopolitan veröffentlicht Ergebnisse einer Studie, nach der 33 Prozent der befragten Frauen zugeben, dass sie sich an Silvester eher auf einen One Night Stand einlassen würden als in jeder anderen Nacht.
Eine vom Bauarbeiter-Bier zum Szenegetränk gewandelte Hamburger Marke hat das vereinfacht zusammengefasst auf seinem Plakat: “Silvester wird geknallt“.
Weihnachten läuft bei uns immer nach einem unsichtbaren Plan: An Heiligabend trinken wir erst gemütlich Kaffee bevor die Bescherung beginnt. Früher legte der Weihnachtsmann die Geschenke unter den Baum, heute weiß ich, es war die Mutter, die schnell in den Keller rannte und die Geschenke schleppte und liebevoll um den Baum drapierte. Aber keine Geschenke ohne Gedicht oder Lied. Das musste so sein, irgendwann haben wir uns dann einfach strikt dagegen gewehrt. Danach gab es Abendbrot ganz klassisch mit Würstchen und Kartoffelsalat. Alles ganz langweilig, könnte man denken, wenn man nicht so einen Vater wie ich hätte: einen Technikfreak, Bastler und Extrem-Lötkolbenmeister.
Anfangs gab es noch Kerzen, aber das ist doch langweilig. Jetzt ist unser Baum geschmückt mit bunten LED-Lichterkerzen, deren Farbe man übrigens mit einer Fernbedienung einstellen und steuern kann (Ich lasse mal großzügig aus, wie unser Haus geschmückt wird.). Aber das Highlight sind die technischen Geräte, die mein Vater zu Weihnachten hervorzaubert, um das große Ereignis festzuhalten. Angefangen mit einer Super 8 Kamera, gefolgt von einer tollen DDR-Knipse, dann der erste West-Camcorder, gefolgt von einer Polaroid und wieder einer neuer Videokamera, gefolgt von einem neuen Foto und jetzt (da auch das erste Enkel da ist) hat der Vater endlich wieder eine neue Kamera. Alles wurde damit festgehalten: Der Einzug der Kinder ins elterliche Wohnzimmer, diverse Gesangsdarbietungen, Freude beim Auspacken und Ausprobieren und der gemeinsame Ausklang. Ein Highlight, wenn man das alles noch mal anschaut.

Die meisten Geräte existieren übrigens noch und fristen ihr Dasein in diversen Technikschränken im Bastelkeller.
Auch wenn das alte (und olle!) Ost-West-Gelaber einem zuweilen aus den Ohren kommt – irgendwann kommt man als Wessi in Ossi-Gefilden immer auf das leidige Thema. Ich lebe schon lange in Berlin, und letztes Jahr hat es mich dann nach Dresden verschlagen – und ich glaube, in diesem Leben werde ich die heimatliche Pfalz nie wieder länger als sieben Tage am Stück betreten. Und natürlich sitzen hier im Büro auch Leute, die gebürtig aus Sachsen bzw. Ostdeutschland kommen, und in der Adventszeit kamen wir Mädels irgendwie nicht drum herum, zu vergleichen, welche Erinnerungen wir so ans heimische Familienweihnachten haben. Weil ich mich und meine Erinnerungen aber als wenig repräsentativ einschätze und einige Leute aus den unterschiedlichsten Teilen der Republik kenne, habe ich im Rahmen einer kleinen privaten Facebook-Umfrage in meinem engeren und entfernteren Freundeskreis nachgefragt. Und die Ergebnisse waren zumindest für mich überraschend.
Ost-West-Schere? Think again!
Dankenswerterweise haben sich vor allem viele alte Freunde und Bekannte aus meiner Heimat wortreich beteiligt, und auch ein paar Leute aus Hessen. Ergebnis: in dieser Region kommt das Christkind, und nicht der Weihnachtsmann, man isst, worauf Mutti so Bock hat, und macht auch ansonsten sein eigenes Ding: Singen oder nicht, sich betrinken oder nicht, peinliche Schallplatten hören (ich meines Zeichens wurde immer mit Sandra Schwarzhaupt oder Heinz Schenk malträtiert), Christmette oder nicht. In Bayern sieht das schon anders aus – ein guter Freund, der aus der Nähe von Regensburg kommt, kann sich noch sehr genau an das “Transeamus” erinnern. Ihr euch auch? Ergo: egal ob die Erinnerungen aus 1985 oder 1992 stammen – sie ähneln und unterscheiden sich eher regional, und eben nicht nach einem bestimmten Ost-West-Gefälle. Das haben auch die Brandenburger, Thüringer und Sachsen aus meiner Timeline bestätigt. Von wegen areligiös – Kirche gehörte oft auch im Osten dazu.
Ich will jetzt gar nicht von meinen ganz speziellen Erinnerungen anfangen. Aber da wir ja PR mit Tech-Know How und -Bezug machen, haben meine Kolleginnen und ich natürlich vor allem in diese Richtung gedacht bei unserem kleinen Rückblick. Ich zum Beispiel habe schon öfter Küchengeräte bekommen – allerdings von meinen Eltern, und auf meinen ausdrücklichen Wunsch (im Gegensatz zur Kollegin Celia
). Meine beiden geschätzten Kolleginnen Annie und Juliane haben auch sehr individuelle und unterhaltsame Technik-Erinnerungen…ich sage nur: Sachsen, deine Landschaften…
Fröhliche Weihnacht überall, tönet durch die Lüfte froher Schall – bei Annie zuhause
“Ich liebe Weihnachten: Dominosteine, Baumkuchen und Pulsnitzer Spitzen, Räuchermännel, Weihnachtsmärkte, die russischen und tschechischen Märchen, die in der Weihnachtszeit wieder häufiger im Fernsehen gezeigt werden, das Krippenspiel an Heilig Abend, das leckere Festtagsessen – und natürlich auch das Schenken und Beschenktwerden. Hier wären wir auch schon beim Thema: Nach Angaben des Marktforschungsinstituts Nielsen wünschen sich dieses Jahr 44 Prozent der amerikanischen Kinder zwischen 6 und 14 Jahren ein iPad, 30 Prozent einen iPod sowie 27 Prozent ein iPhone. Also steht mal wieder die Technik ganz oben auf der Wunsch-Hit-Liste der Kinder. Dieses Phänomen gab es auch schon vor über 10 Jahren, als bereits jeder Grundschüler plötzlich ein Handy wollte. So auch meine damals 12-jährige Schwester. Sie wünschte sich sehnlichst ein Handy zu Weihnachten (und eigentlich schon das ganze Jahr, inklusive Geburtstag), schließlich hatten ja schon all ihre Schulkameraden eins. Am Tag X war die Vorfreude natürlich extrem groß, der Heilig Abend wunderschön… und als sie schließlich ein Schokoladenhandy statt des erwarteten echten auf dem Weihnachtstisch vorfand: Weltuntergang. Das besinnliche Weihnachtsfest war gelaufen. Tränen über Tränen! Meine Eltern waren aber auch gemein!… Der Wunsch nach einem Handy bestand weiterhin. Im darauffolgenden Jahr dann die Überraschung: Meine Schwester packte alle Geschenke aus: wieder kein Handy. Nach viel Drama und Tränen ertönte plötzlich ein Klingeln aus einem bisher noch unentdeckten Päckchen in einer Ecke des Wohnzimmers. Da war es, das Happy End. Von zu Tode betrübt hin zu himmelhoch jauchzend – und das alles innerhalb einer Sekunde.“

Juliane und der “Weine-Mann”
“Wie Celia bereits festgestellt hat, ist die Verbindung von Frau und Technik keine unkomplizierte. Und auch ich kann diesbezüglich über eher verstörende Geschenke berichten! Mein erstes “HighTech”-Geschenk bekam ich noch im Jahr meiner Geburt. Es war ein kleines Steh-Auf-Männchen, ähnlich diesem, das durch mysteriöse Gewichtsverlagerungstechnik von allein wieder aufsteht, wenn man es umschubst. Leider fand ich dieses Feature eher gruselig und vergoss lieber panisch viele Tränen, als mich an der ausgeklügelten Funktionsweise zu erfreuen. Deswegen musste das Püppchen erstmal für einige Zeit wieder im elterlichen Schrank verschwinden. Vielleicht bezeichnete ich den Weihnachtsmann auch auf Grund dieser traumatischen Erfahrung in den Jahren danach nur noch als den “Weine-Mann”.
Wenig später entdeckte ich dann schließlich doch Gadget-Figuren, die mein Herz höher schlagen ließen – und ich meine damit nicht nur meine Barbiesammlung. Der von mir heiß und innig geliebte “JaJa-JaJa” musste zur großen Freude meiner Eltern so oft wie möglich in der Adventszeit besucht werden. Warum ich die imposante Weihnachtsmann-Puppe im Schaufenster von Horten “JaJa-JaJa” taufte, ist schnell erklärt: er tat von früh bis spät nichts anderes, als ein mechanisch ausgelöstes, wohlwollendes Kopfnicken zu präsentieren. Ein Mann, der sich geduldig anhört, was man zu sagen hat und allem konsequent zustimmt – was will man mehr?”

* für die Korrektheit der lateinischen Form übernehmen wir keine Haftung. Danke und Prost!
Mein erstes Weihnachten in den Bergen – oder besser mein erstes Mal überhaupt in den Bergen – war im Jahre 1982. Weiß Gott (im konkreten Fall „Weiß Gotthold“), wer oder was meinen bis dahin Wintersport unerfahrenen Vater dazu bewogen hat, seinen Jahresurlaub im Schnee zu verbringen. Wer oder was auch immer es war: Danke an dieser Stelle. Bis heute kenne ich keinen schöneren Urlaub als den im Tiefschnee.
Der Anfang dieser Leidenschaft gestaltete sich allerdings ziemlich holprig. Von unserem damaligen Wohnort, an deren Hafenkais die Weser in die Nordsee mündet, bis in das beschauliche Örtchen Unterbäch im Wallis brauchte man zwischen 10 und 15 Stunden. Zumindest mit der ersten Generation des damals auch als Aldi-Bulli oder Asiakoffer bekannten Mitsubishi L300. Vor allem, wenn auf dem Dach zwei riesige Überseekoffer, gebrauchte Kinderski, diverse Schlitten und ein kleiner Weihnachtsbaum (!) befestigt waren. Die hintere Sitzbank durch eine Liegefläche ersetzt, fuhren wir unangeschnallt und dem Rauch von etwa zwei bis drei Schachteln SL (wofür stand das eigentlich?) ausgesetzt, diese Strecke in der Regel mit Zwischenstopp im Taunus. Und ganz ehrlich: Schon dort wurde mir beim ersten Mal verdammt schwindelig ob der in meinen Augen gewaltigen „Berge“. Man bedenke, dass ich aus einer Gegend stamme, in der sprichwörtlich die Rücken der Kühe, in Wirklichkeit aber die Deiche als höchste Erhebungen herhalten müssen.
Als wir schließlich kurz nach Basel den ersten Tunnel durchquerten, der zu lang war, um durchgehend die Luft anzuhalten, hab ich wahrscheinlich nur deshalb nicht vor Aufregung gekotzt, weil meine drei kleinen Geschwister das ganze so cool genommen haben, als wären sie die Enkel von Toni Sailer persönlich.
Panik-Performance in den Serpentinen
Jedoch: Als wir dann in Visp in die Serpentinen bogen, um das 1.200 Meter hoch gelegene Unterbäch zu erreichen, hab ich eine ziemlich eindrucksvolle Panik-Performance hingelegt. Ich hab mich auf den Fußboden des Busses gelegt, den Kopfhörer aufgesetzt und so getan, als wenn ich schlafe. Was mir keiner geglaubt hat, da ich – übrigens bis heute – in Transportmitteln nicht schlafen kann (anders als mein Bruder, der manchmal schon gepennt hat, bevor der Kofferraum zu war.) Da jedenfalls dachte ich noch, ich will hier nie, nie, nie wieder her. Letzten Endes war ich in den darauffolgenden zehn Jahre dort. Manchmal sogar zwei Mal.
Weihnachten in Unterbäch war so unspektakulär, wie man es sich nur vorstellen kann. Im Ort leben heute laut Wikipedia 401 Personen, es gab eine Telefonzelle, zwei verschiedene Nachnamen (Vogler und Zenhäuser) und die vermutlich hochprozentigsten aber liebenswertesten Sesselliftboys der Welt. Auch an Silvester herrschte strengstes Verbot jedweder Pyrotechnik. Zu gefährdet war diese auf Holz und Stroh gebaute Zivilisation im verwunschenen Niemandsland der Berge. Unsere Ferienwohnung lag im ersten Stock eines alten Chalets und überzeugte mit Kohleofen, Bad auf eiskaltem Flur und einer Küche, die gerade mal so viel Platz bot, dass es japanischer Bonsai-Tricks bedurfte, unseren Weihnachtsbaum auf dem Kühlschrank zu platzieren.
Who put eilig in Heiligabend?
Heiligabend selbst verbrachte man genau wie alle anderen Tage auch auf den Pisten des kleinen, gemütlichen Skigebiets. Anschließend folgten die Rituale „Nutellabrote und Caotina für völlig durchgefrorene Kinder“ und Spaziergang mit dem Vater bis zur Bescherung. Außerdem die ersten klaren berufsvorbereitenden Maßnahmen. Mein Bruder, fingerfertig und detailverliebt, schnitzte die Requisiten für das Kasperletheater (heute ist er Chirurg) und ich war schon damals zuständig für einen guten Mix aus Drehbuch und improvisiertem Ad-hoc Storytelling…

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Frauen und Technik haben es schwer, sagen manche. Italienische Frauen aus bildungsbürgerlichen Familien haben es schwerer, sage ich.
So sehr ich in meinen Erinnerungen krame – Weihnachtsfeste in meiner Kindheit hatten rein gar nichts mit moderner Technik zu tun. Eher wollten meine Eltern die fünfziger Jahre wieder aufleben lassen. Statt der längst üblichen CDs wurde die Schallplatte aus der Kindheit meines halbdeutschen Vaters mit deutschen Weihnachtsliedern aufgelegt, Lichterketten waren verpönt, es mussten echte Kerzen am Weihnachtsbaum brennen. Unter diesem lagen für das typische Mädchen Puppen, Puppenkleider und Puppenmöbel und natürlich sehr viele Bücher. Für den typischen Jungen gab es einen neuen Fußball, Legosteine und natürlich sehr viele Bücher. Einen Walkman oder gar einen Gameboy habe ich nie besessen und auch ein Fernsehgerät hätte man in unserem Hause vergebens gesucht. So musste ich nach dieser entbehrungsreichen Kindheit erst zwanzig Jahre alt werden, bis ich mein erstes, langersehntes „technisches Geschenk“ unter dem Weihnachtsbaum fand. Und es sollte eine prägende Erfahrung werden.
Mein damaliger Freund, Philosoph von Beruf, kannte offenbar meine geheimsten Wünsche. Er hatte mir ein hübsch eingepacktes, rechteckiges und ziemlich schweres Päckchen mitgegeben, dass ich erst unter dem Weihnachtsbaum öffnen sollte. „Endlich mal kein Buch!“, dachte die fleißige Studentin in mir und hatte nicht den blassesten Schimmer, womit ihre damalige große Liebe sie überraschen würde. Kaum hatte ich es geöffnet, fielen die Männer in meiner Familie lachend von ihren Sesseln. Meine Mutter aber warf mir einen mitleidigen Blick zu und ich war sprachlos. Was ich in den Händen hielt, war ein echtes, schweres, schwerwiegendes und schwer ernst gemeines Bügeleisen. In der beiliegenden Karte stand: „Schatz, ich weiß, Bügeln macht Dir Freude!“ Da überwand meine Mutter ihre Technikverdrossenheit und griff tatsächlich zum Fotoapparat, um diesen unvergesslichen Moment zu verewigen:

Jahrelang bügelte ich diesem Mann voll heimlichen Grolls seine Hemden. Das kommt davon, wenn man als kleines Mädchen nur Puppen unter dem Weihnachtsbaum findet. Das letzte Weihnachtsgeschenk, das ich von diesem Mann vor unserer Trennung erhielt, war übrigens eine recht nüchterne Duschaufhängung. Als ich endlich aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen war und mir mein eigenes Heim aufbaute, kaufte ich voller Begeisterung Werkzeug (ich kenne bis heute niemanden, der so viele Schraubenzieher besitzt wie ich). In jenem Jahr wünschte ich mir zu Weihnachten zum ersten Mal von meinem Vater ganz explizit einen technischen Gegenstand: Ich brauchte dringend eine Bohrmaschine! Unter dem Weihnachtsbaum lag dann ein hübscher, kleiner Akku-Schrauber. Mein Vater hatte eine Bohrmaschine als zu gefährlich für ein Mädchen befunden und stattdessen weiterhin vor allem in Lektüregeschenke investiert.
Meine gegenwärtige ewige große Liebe behauptet, dass für mich als Frau die Fernbedienung des Fernsehers ein unergründliches Mysterium darstelle. Selten habe ich für Mysterien dermaßen wenig Interesse aufgebracht. Dafür habe ich Ahnung von gewissen hoch modernen Tracking-Technologien, vom Geldverdienen im Internet und sogar von semantischen Suchtechnologien – und bügele keine Hemden mehr. Geschenke von Männern schätze ich nicht zufällig dann besonders, wenn sie sehr klein sind und funkeln. Man muss Vorurteile auch ausnutzen können. Ich finde eben die Kombination Technik – Männer – Weihnachten schwer (verdaulich).
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