Wenn ich bei Kunden oder auf Veranstaltungen Twitter-Workshops halte, dann fällt in 100% der Fälle irgendwann der Satz: „Und was soll ich dort schreiben?“

Wenn ich den einen oder anderen dann von Twitter überzeugt habe (kommt vor) und ich mit diesen Kunden oder Freunden einen Twitter-Account aufsetze, kommt ebenfalls in 100% der Fälle irgendwann der Punkt, an dem ein hinreichendes Strategiepapier erstellt wurde, die wichtigsten Keywords und Infoquellen für die Startphase definiert wurden, das Profil eingerichtet und gestaltet ist und die Zeit reif ist für den ersten Tweet!

In 100% der Fälle kommt dann ein angespanntes, atemloses, eher an den Schützen als an den Torwart vorm Elfmeter erinnerndes: „Und nun?“

Und weil mir das gerade erst vor wenigen Tagen wieder so ging, habe ich mir mal den kleinen Spaß gemacht, einige ganz frühe Tweets von bekannten oder unbekannten Twitterern zusammen zu tragen. Die Auswahl und die Reihenfolge erfolgte weder per Zufall noch durch System. Ich hab mich einfach ein wenig treiben lassen.

@saschalobo am 08.05.2007 „Prokrastinieren“.

Ich schiebe es mal auf, diesen Tweet zu kommentieren….

@dieternuhr am 28.06.2009 So, jetzt wird gewitschert, erstmal auf Probe. Wichtige Nachricht: Michael Jackson ist verstorben.

Die Generalprobe muss man versauen, damit die Premiere gut wird, sagt man. Dieter Nuhr gibt dem Recht. Einer seiner wenigen “schlechten” Tweets überhaupt…

@frischefische am 27.06.2009 Herzliches Willkommen an alle, die mehr am professionellen Teil meines Lebens teilhaben wollen!

Der Twitterfisch ist bei uns bis heute Chefsache. Da darf der Pluralfisch singularisieren.

@spreeblick am 08.04.2007 re:publica, re:publica, re:publica.

Ehrlich gesagt auch nicht so der ganz, ganz große Wurf! Aber überraschenderweise dennoch oft kopiert.

@safttante am 24.03.2007 dies und das

Kann man so machen! Dies oder das kann man vielleicht optimieren. Muss man aber nicht.

@klauseck am 13.07.2007 Meine ersten Schritte in die Twitter-Welt erinnern mich stark an den Dadaismus oder geht es doch in Richtung Poety Slam…

Wo ist der Unterschied? Ich frage für einen Freund!

@talkabout am 14.08.2008 was ist bloß an twitter dran? tknuewer fährt rauf ab. Mal schauen, jetzt fang ich auch einfach mal an!

Und genau sieben Tage später:

So ganz überzeugt mich twitter nicht. Beispiel tknuwer: Der Mann hat (normalerweise) Wichtiges zu sagen. Hier ist es eher belanglos.

Das dürfte er (normalerweise) mittlerweile etwas anders sehen.

@sachark: am 12.02.2008 ... ist nun doch bei twitter gelandet.

Na ein Glück!

@HolgerSchmidt: fragt sich, ob es Bedarf an einem twitternden Netzökonomen gibt?

@kristinakoehler: Will jetzt auch twittern. Bin gespannt, ob es Spaß macht!

@sixtus: Testing Twitter… (check, one, two, check, beeeeeep)

Immerhin genial genug, um später in der Überschrift eines Blogbeitrags zu landen :-)

Und mein erstes Mal? Nun ja, nicht ganz mein erstes Mal (zwischen den Zeilen zu lesen), aber irgendwie doch :-)

Irgendwann Anfang 2009 schrieb ich (@salvaDDor) einhundertvierzig zeichen sind genug um sich richtig auszumüllen. jetzt auch privat

Stellt sich zwar die Frage, was heutzutage noch privat ist und warum ich so destruktiv drauf war, aber am Ende ist die Antwort darauf auch einfach zu privat.

Und die Moral von der Geschicht?
Lange Grübeln lohnt sich nicht!
Nimm den ersten Tweet nicht so genau,
liest doch eh noch keine Sau!
Und wenns Jahre später einer tut,
findet er es eher gut,
was nach vielen harten Tagen
Du auf Twitter hast zu sagen

PS: Auf Scattered.de ist man der viel spannenderen Frage nachgegangen, was denn der erste Tweet überhaupt war!

Was war Euer erster Tweet? (Im Zweifel könnt Ihr hier schauen)

Achso! Der hier musste einfach noch kommen:

Die Frischen Fische begrüßen Cacoo auf Facebook

Find English version on Facebook

Vor kurzem stieß ich bei der Recherche nach browserbasierten Grafikprogrammen auf die Lösung Cacoo der japanischen Softwareschmiede Nulab. Ich war sofort und bin nach wie vor ziemlich begeistert. Mit Cacoo lassen sich in Teamarbeit Diagramme, Modelle, Schaubilder und Sitemaps erstellen und bearbeiten. Schicke Grafikvolagen stehen ausreichend zur Verfügung und können intuitiv angeordnet und bearbeitet werden. Sogar zum gemeinschaftlichen Brainstormen mit dem Kunden beim Scribbeln von Weboberflächen ist das Tool geeignet. Entwurfsvorlagen können hochgeladen werden und dann gemeinsam im Chat diskutiert und Änderungswünsche markiert werden. Das funktioniert sehr intuitiv und ist somit zum Beispiel für PR-Agenturen, wo sehr oft räumlich getrennt von Kunden und Kollegen gearbeitet wird und Grafiker nicht immer zum Stammpersonal gehören, ein interessantes Instrument.

Cacoo ist außerdem extrem kompatibel fürs Social Web. Die erstellten Diagramme können problemlos in jedes Blog eingebunden werden und – das macht es richtig spannend – nachträgliche Änderungen werden dabei automatisch übernommen. Insbesondere für die Einbettung im Intranet (Wikis, Blogs) ist das natürlich fantastisch.

Seit dieser Woche gibt es Cacoo auch in deutscher Sprache. Die Frischen Fische begrüßen dies sehr und haben sich daher zu einem kleinen Begrüßungskomitee auf Facebook zusammengefunden. Vielleicht sucht Nulab ja irgendwann eine PR-Agentur in Deutschland? Ein wenig Presseaufmerksamkeit könnte den Japanern sicher nicht schaden. Verdient hätte es Cacoo allemal. Wir wollten uns jedenfalls schon mal vorgestellt haben.

cacoo_welcoming_committee

cacoo_welcoming_committee

Jeden Tag wechselt ab sofort das Facebook-Profilbild der Frischen Fische.

Jeden Tag wechselt ab sofort das Facebook-Profilbild der Frischen Fische.

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich nun schon mit Social-Media-Profilbildern für Unternehmen. Wie oft begrüßen uns auf Facebook oder Twitter noch uninspiriert das Firmenlogo oder ungünstige Fotos der entsprechenden Mitarbeiter, deren – im schlimmsten Fall gelangweilter – Blick sich weder dem eigenen Text noch dem Leser zuwenden, sondern starr auf den linken (Facebook) oder rechten (Twitter) Bildschirmrand geheftet sind. Dass Facebook beim Posten von Statusmeldungen nur Miniaturanzeigen verwendet, ist offenbar auch vielen Markenverantwortlichen noch nicht aufgefallen. Abgeschnittene oder extrem verkleinerte Logos sind dann die Folge.

Ausnahmen bilden zum Beispiel Germanwings (aktionsgebundene Profilbilder) oder Puma mit einem Banner im Hochformat, welches in voller Größe auf der Pinnwand und ausgeschnitten als Miniaturvariante sehr gut funktioniert. Bei dem einen oder anderen Experiment (wie z.B. der Nutzung von Facebook-Design-Elementen) hat Germanwings zwar etwas zu viel gewollt, insgesamt aber gilt Germanwings durchaus als Vorreiter.

Einen ähnlichen Ansatz haben wir auch mit unserem Kunden Saxoprint entwickelt. Hier kommen jetzt mit Visitenkarten nicht nur Produkte des Unternehmens zum Einsatz. Diese zeigen auch auf dem Profil alle wichtigen Kontaktinfos, funktionieren aber auch als Miniaturbild.

Die Frischen Fische werden ab sofort auf Facebook jeden Tag das Profilbild wechseln. Dafür haben wir mit unserem neuen Grafik-Buddy Ronny Wunderwald aus dem Netzwerk Kumpels & Friends kleine Kalenderblätter entwickelt. Nachts gehen auch die Fische (ab und zu) mal schlafen und am Wochenende entspannt der Fisch beim Fußball und/oder mit seiner Familie. Und manchmal… Nein, das wird noch nicht verraten :-)

Allgemein empfehlen wir:

Unternehmen sollten im einfachsten Fall ihr Logo in quadratischer Form aufarbeiten, so dass es als Profil- und Miniaturbild passt. Wer ein Logo im Querformat hat, sollte dies nicht einfach kleinrechnen bis es passt sondern dringend mit einem Grafiker reden!

Wenn es feste Mitarbeiter für den Bereich Social Media gibt, macht es durchaus Sinn, diese in das Profilbild zu integrieren, da das Zeigen der Menschen hinter einem Unternehmen ja ein nicht unwesentliches Ziel von Social Media-Maßnahmen ist. Auf ein Foto des Mitarbeiters ohne Corporate-Elemente (Kleidung, Logo, Hintergrund) sollte meiner Meinung nach aber verzichtet werden. Wer Fotos benutzt, sollte darauf achten, dass die Personen Leser und Text im Blick haben und nicht ins Leere schauen. Lächeln ist auch hier selbstverständlich King!

Wie auch Facebookmarketing oder das Agenturblog empfehlen wir aber das Ausnutzen des vollen Platzes für Profilbilder (wie Puma, Germanwings oder Saxoprint). Profilbilder können mit maximal 200 Pixel Breite und 600 Pixel Höhe dargestellt werden. Andere Größen werden entsprechend skaliert. Unsere Kalenderblätter werden wir sicherlich in Zukunft auch noch mit weiterem Content versehen und den Platz nach unten ausnutzen. Derzeit sind wir erstmal gespannt, wie die Reaktionen auf das täglich wechselnde Motiv sind.

Überhaupt sollte man sich Gedanken machen, sein Profilbild so zu gestalten, dass es immer wieder aktuelle Motive geben kann, die aber immer sofort mit dem Unternehmen identifiziert werden können (ähnlich Titelblättern auf Magazinen). Ein Wechsel muss ja nicht immer gleich täglich erfolgen :-)

Über Hinweise auf gelungene oder furchtbare Profilbilder freue ich mich sehr.

Heute ist übrigens

Samstag

Samstag

Wer kennt das nicht, man arbeitet hochkonzentriert vor sich hin und dann ist ganz plötzlich die Luft raus. In solchen Fällen helfen nur noch Ablenkung und Entspannung der betroffenen Gehirnwindungen. Da kann man einfach mal an der frischen Luft spazieren, die Kaffeeküche besetzen oder in einer Zeitschrift blättern. Aber manchmal hat man auch einfach keine Lust rauszugehen, bleibt sitzen und startet ein kleines Browserspiel.

Da die Suche nach wirklich guten Spielen unter den unzähligen (mehrheitlich schlechten) Angeboten an die Suche nach einer Nadel im Heuhaufen erinnert, hier meine Top 3 der Spielesammlungen.

1. Flash Gamez
Eine liebevoll gepflegte Spielesammlung mit Shockwave- und Flash Games, der Schwerpunkt liegt bei kurzweiligen „Escape-the-room“ Spielchen.

2. jetztspiele.de
Umfassende Sammlung, auch für eine jüngere Zielgruppe geeignet. Mein Lieblingszeitvertreib ist „Dream Pet Link“.

3. friv.com
Grafischer Augenschmauß mit einer schier unendlichen Auswahl an kleinen Spielen

Und für alle, die gern harte Nüsse zwischendrin knacken, empfehle ich den Sudokuknacker.

Aber Achtung, Suchtgefahr ;)

Und Ihr so?

Die diesjährige Urlaubsfrage brachte uns so manch schlaflose Nacht und Unmengen an Reiseliteratur. Nach langem Hin und Her und Hoch und Runter im Atlas haben wir uns für San Francisco entschieden. Für jemanden, der dem Fliegen in großer Höhe eher skeptisch gegenüber steht, ein Nervenkrieg.- zumindest vorher. Zum Warmlaufen gab es erstmal einen ruhigen Kurzstreckenflug nach Stockholm, wo wir mit Freunden noch ein paar gemütliche Tage verbrachten. Die zehn Stunden Richtung San Francisco war dagegen turbulent und nur auszuhalten dank Entertainment an Bord, dem Lonely Planet-Reiseführer (unverzichtbar), und zwei netten Reisebegleitern in Form meines Herzmannes und des geduldigen Herrn Wolfs.

Herr Wolf erobert San Francisco

Herr Wolf erobert San Francisco

San Franciscos Top 5:

1. Küstenwanderung von der Bay zum Pazifik mit Abstechern zu einsamen Stränden

Strandwanderung von der Bay zum Pazifik

2. California Academy of Sciences: Naturkunde zum Anfassen und Staunen, empfehlenswert ist besonders die Show im Planetarium

Auf dem Dach der California Academy of Sciences

3. Besuch von Alcatraz, dem einstigen ‚Wohnort’ von Al Capone

Alcatraz

4. Picknick im Golden Gate Park
5. Fahrradtour über die Golden Gate Brücke nach Sausalito

Auf alle Fälle sollte man bequeme Schuhe einpacken, denn San Francisco ist eine Stadt der Fußgänger mit einigen anstrengenden Anstiegen.

Wer mal einen Blick riskieren mag, hier findet sich die SausalitoCam.

Spätestens seitdem facebook zum globalen Social Network schlechthin avanciert ist, und allein in Deutschland pro Monat Mitgliederzuwächse in sechsstelliger Höhe verzeichnet, hat sich die Diskussion um Datenschutz und Schutz der Nutzer-Persönlichkeitsrechte schon fast zu einer Art Running Gag entwickelt. Möglicherweise auch als Antwort darauf sind zum 31. Mai 2010  zahlreiche Neuerungen in kraft getreten, die es dem gemeinen facebook-Nutzer  ermöglichen, seine Daten so optimal wie möglich zu schützen – wenn er sich die Zeit nimmt, sich durch die unzähligen Privatsphäre-Optionen durchzuklicken. Hauptvoraussetzung dafür: ein Bewusstsein beim Nutzer dafür bzw. die Erfordernis, seine Kontakte zu ordnen, und zu kontrollieren, wer welche Informationen zu sehen bekommt. Das ‚special feature’, dem dabei die größte Bedeutung zukommt, möchte ich heute anhand zweier kleiner Beispiele etwas näher vorstellen.

Ich habe eine Freundin, nennen wir sie mal Sarah. Sarah ist im prüden, überreligiösen Mittleren Westen der USA aufgewachsen, und als sie vor gut 5 Jahren nach Berlin kam, begann in vielerlei Hinsicht ein neues Leben für sie – grade auch, weil sie zum ersten Mal eine Beziehung zu einer Frau hatte, und sich ihr Freundeskreis allein dadurch veränderte. Seit facebook endgültig nicht nur in Deutschland, sondern auch bei Sarahs Familie und Eltern angekommen ist, jongliert sie nicht zuletzt auch deswegen 5 oder 6 verschiedenen Freundeslisten: family, school friends, queer friends, work,… . Denn: Sie hätte ja schlecht die Freundschaftsanfrage ihrer Mutter und ihrer besten Freundin aus der High School ablehnen können. Nach 2 Wochen des Hin- und Herüberlegens legte sie ihre erste Liste an. Auf die Frage, wie sie all diese unterschiedlichen Sarah-Bilder aufrecht erhält, ohne  komplett durcheinander zu kommen oder/und wahnsinnig zu werden, gab sie mir die Antwort „Well, you know, I decided to just post very general stuff, about politics or cooking“. Na wunderbar.

Genaugenommen hält sie sich 1:1 an die in Thomas Hutters facebook-Leitfaden aufgestellte Grundregel, dass man niemals Inhalte veröffentlichen sollte, die man im Zweifelsfall nicht öffentlich publiziert sehen möchte. Die Freundeslisten ermöglichen ihr, gesammelt an Menschen, die sich untereinander kennen, weil sie zusammenarbeiten oder in die gleiche Schule gegangen sind, Nachrichten zu schreiben, oder benutzerdefinierte Status-Updates abzusetzen.  Auf diese Weise kann Berufliches von Privatem effektiv getrennt werden. Dennoch: höchstwahrscheinlich sieht Sarah nicht die inhärente Problematik eines möglichen Doppellebens in dem Ausmaß, wie ich das tue.

Ja, ich bin ein facebook-Junkie – oder, laut facebookBIZ, ein absoluter Hardcore User, der sogar fast dem Durchschnitt entspricht, was Alter, Geschlecht und Bildungsstand angeht. Ich gebe zu: bei mir hat sich mittlerweile eine Art Drei-Klassen-Gesellschaft etabliert.  Wenn ich wirklich private News teilen will, dann sehen das auch nur meine engsten Freunde. Dann  gibt es noch eine generelle Liste, und eine zu Menschen, den ‚far aparts’, die im Grunde gar nichts sehen können, deren Freundschaftsangebote ich aber aus den verschiedensten Gründen nicht ablehnen wollte – weil ich sie mag, sie aber nicht gut genug kenne, weil ich ihnen nicht alles kommunizieren will… Undsoweiter. You get the picture. Mittlerweile gehe ich circa  einmal im Monat meine Freundesliste durch und sortiere neu. Und ja, ich gebe es zu: gut 70% aller Kontakte sind ‚far aparts’, Tendenz steigend.

Manchmal frage ich mich wirklich, wozu die ganze Sache gut ist, und ob sie überhaupt praktikabel ist, wie sie ist. Meine Prämisse beim Anfreunden auf facebook war eigentlich immer, meine facebook-Freunde zu kennen und zu mögen. Seitdem es die Unterteilung der Listen gibt,  sind diese Prinzipien auch bei mir immer weiter aufgeweicht worden.  Jetzt geht es noch mehr darum, wem ich eigentlich vertraue. Für mich wären weitere Listen aber undenkbar weil schlicht unpraktikabel– siehe Sarah. Don’t get me wrong: ich koche auch gerne, und lese leidenschaftlich gerne den Politikteil meiner Tageszeitung. Aber vielleicht presst das social networking die  Wirklichkeit tatsächlich in immer kleinere digitale Schubladen – um mit dieser sich immer weiter ausdefinierenden digitalen Komponente überhaupt klarzukommen.

Fazit: Wenn man sich dazu entscheidet, Teil dieses Systems zu sein, aus welchen Gründen auch immer, dann  sollte man das bewusst tun – sich bewusst schützen, oder eben nicht. There’s no other way. Für weitere Infos empfehle ich neben dem schon genannten Leitfaden auch die etwas kompaktere, 2-teilige Darstellung auf facebookmarketing.de.

In der Modewelt ist Vintage wieder IN, die Gaming-Community daddelt sich bei der Online-Version des Brettspielklassiker Siedler die Finger wund und auch Nintendo feiert den 25. Geburtstag ihres beliebten Vorzeigeklempners Mario mit einer Wii-Konsole im knallrotem Retro-Design. Jede Menge Klassiker und Altbewährtes finden anscheinend allzu leicht den Weg in die Moderne. Was dabei rauskommt, ist manchmal cooler Retrostyle, manchmal aber auch einfach nur scheußlich anzusehen. Ist futuristisches Design nun out? Oder werden ganz nach dem Prinzip der Heiratsweisheit „was Altes – was Neues – was Gebrauchtes“ neue Trends geboren? Den hier vorgestellten Gadgets haftet jedenfalls ein deutlicher Hauch von Vergangenheit an.

BONE Horn Stand -das Grammophon für das iPhone

Die Jungs von cyberguys.com bringen mit dem BONE Horn Stand einen stromlosen iPhone-Verstärker auf den Markt, dessen Design deutlich an die 20er Jahre erinnert, dabei technisch aber gut durchdacht zu sein scheint. Der Verstärker, dessen Form auf den ersten Blick an eine charmante Mischung aus Grammophon und Mini-Nebelhorn erinnert, ist aus robustem und flexiblem Silikon gefertigt. Mit ihm wird die Audioausgabe des iPhones um 12db hörbar verstärkt (siehe Produktvideo). Preislich ist der Verstärker im Retrodesign mit 25$ auch durchaus erschwinglich. Klares Manko: die Farbe. Auch wenn sich über Geschmack streiten lässt, das „light brown“ sieht zumindest auf den Produktfotos eher „mausgrau“ aus, die schwarze Version wirkt alles andere als edel und der Silikonlook kommt bei beiden Farben leider besonders gut zur Geltung. Ich könnte mir vorstellen, dass es dem ach-so-designbewussten iPhone-Besitzer äußerst schwer fällt, seinem mobilen Schätzchen solch ein Gummihorn überzuziehen, guter Sound hin- oder her. Also, liebe cyberguys, Retro ja, aber nicht im mausgrauen Silikonlook. Vielleicht wäre eine poppig bunte Version mit Glitzereffekt eine Idee? Damit wird das iPhone dann zur coolen Diskokugel und hat das Zeug zum Retro 70’s Must-Have.

Playbutton – Musik zum Anstecken

Ein interessantes Fusion-Gadget aus den Bereichen Musik und Mode ist der für November dieses Jahres geplante Playbutton. In Zeiten von MP3-Playern ist das öffentliche musikalische Statement wohl kaum noch möglich, dabei ist am enthusiastischen Kopfnicken der Hörer in der U-Bahn und der dementsprechenden Lautstärke, die die ganze Bahn beschallt, der Mitteilungsdrank glasklar erkennbar. Mit dem Playbutton kann man sich sein Lieblingsalbum nun stolz auf die Brust pinnen. Das musikbeladene Accessoire der New Yorker Firma Parte LLC ist quasi das Album zum Anstecken. Der designte Button wird mit einem vollständigen Album geliefert, die Play- und Skip-Tasten befinden sich auf der Rückseite des Buttons und ganz wie bei der guten alten Platte (oder für alle Jahrgänge >1984 – bei der CD) lässt sich die Abfolge der einzelnen Tracks nicht ändern. Der Bilder auf dem Button sollen dann individuell gestaltet werden können. Eine tolle Idee, die Fashion und Funktionalität vereint. Bleibt abzuwarten, inwieweit Alben und Design von Playbutton zur Auswahl vorgegeben werden oder ob dann auch ganz individuell eigene Bilder, Designs etc. als Musikbutton möglich sind. Da würde das Verschenken von Musik mal wieder richtig Spaß machen und die ein- oder andere Firma könnte den Soundtrack ihres Geschäftslebens vermarkten.

Samsung Jot – die Wählscheibe des 21. Jahrhundert

Das Retro-Feeling ist auch in der Mobile Branche angekommen. Zumindest erweckt Raymond Bessemers Mobile-Konzept „Jot“ für den Mobilfunkriesen Samsung diesen Eindruck. Das für 2015 Mobile-Konzept „Jot“ hätte so einiges, was das gute, alte Schnurtelefon auch hatte. Das „Jot“ lässt sich nicht nur lässig wie ein Schlüsselbund um den Finger schwingen, gewählt wird hier via Wählscheibe und retro-revolutionär wirft es sogar das Tastatur-Texten über Bord. Demnach werden die Textnachrichten im Jahre 2015 ganz „old school“ wieder per Hand geschrieben. Dabei fungiert der Stylus als klassischer Stift, mit dem man die Nachrichten auf die Rückseite des Gerätes schreibt. Welche Missverständnisse dann allerdings durch nicht-leserliche Handschriften drohen, bleibt abzuwarten. Aber um die technische Umsetzung per Hand geschriebener SMS müssen sich andere Sorgen machen, das außergewöhnliche Design und der Rumspiel-Faktor sind in jedem Fall top.

Es wird noch lebendiger in unseren Büros. Marietta Dräger (sie hat sich ja bereits vorgestellt) und Katharina (Kathi) Zegers verstärken seit September bzw. Oktober die Berliner Fische, Stefanie (Steffi) Mainitz ist zum ersten November ins Dresdner Headquarter gezogen. Auch mit Kathi und Steffi haben wir wieder zwei neue Kolleginnen geangelt, die nicht nur Erfahrung sondern auch ansteckende Leidenschaft und Begeisterung mitbringen. Heute wollen wir sie kurz vorstellen, da beide bereits erste Blogbeiträge in der Pipeline haben und außerdem an einem Konzept für einen Blog-Dialog (nennt man das dann Blogalog?) arbeiten, in dem sie sich hier über ihre Arbeit bei den Fischen austauschen wollen. Das könnte sehr spannend werden.

Hallo und herzlich willkommen, Kathi:

Kathi ist seit Oktober im Berliner Büro der Frischen Fische. Schon während ihres Studiums der Literatur- und Kommunikationswissenschaften sammelte sie vielfältige Erfahrungen bei Online-, Mobile- und Radioredaktionen. Das PR-Fach lernte sie in der Verlagsbranche kennen und lieben, wo sie mehrere Kampagnen speziell im Onlinebereich betreute. Zu ihren außergewöhnlichen „Kunden“ gehörten unter Anderem der famose Erpel Donald Duck sowie die gallischen Enklavenbewohner Asterix, Obelix und – Beim Teutates! – natürlich auch Idefix. Im Fische-Blog berichtet Kathi über spannende, witzige, hübsche und auch hässliche Produkte aus der Welt der Gadgets.

Hallo und herzlich willkommen, Steffi

Eigentlich wie Kathi in Berlin verwurzelt, hat es Steffi im November 2010 nach Dresden in das Hauptquartier der Frischen Fische verschlagen, wo sie ihre Kunden in Sachen PR und Social Media beraten wird. Beim Berliner Querverlag und in der Jubiläumsabteilung der 60. Berlinale war sie an den unterschiedlichsten Online- und Offline-Projekten beteiligt. Auch liebt sie es, Manuskriptgutachten zu erstellen – manche ihrer Freunde unterstellen ihr gar, ein kleiner Buchstabennazi zu sein. Dennoch: Netzwerken und Kommunizieren ist ihre größte Leidenschaft, ihr Herz schlägt für Kino, elektronische genauso wie handgemachte Musik und zeitgenössische Fotografie.
In der Fische-Blogosphäre wird sie vor allem die Untiefen von Social Networks à la Facebook & Co. ergründen.

Wie sieht die Welt im Jahr 2000 aus? Dieser Frage ist das ZDF nachgegangen und wagte einen Blick in die Zukunft – der Film entstand 1972.

Einiges, das im Video dargestellt wird, gibt es in der einen oder anderen Form heute tasächlich:

•    Flachbildschirm
•    Google TV und Einkaufen von der Couch aus
•    den Transrapid
•    Virtuelle Freundschaften
•    der Trend zum Biogemüse

Ein neues Video fragt dagegen: Wie sieht die Welt 2057 aus?

•    Werden wir mehr als 100 Jahre alt?
•    Gibt es fliegende Autos, vollelektronische Städte und intelligente Häuser?
•    Tragen wir Klamotten, die unseren Gesundheitszustand überwachen?

Have Fun Watching!
Ich bin dann mal off. :)

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Marty McFly: Wait a minute, Doc. Ah… Are you telling me that you built a time machine… out of a DeLorean?

Dr. Emmett Brown: The way I see it, if you’re gonna build a time machine into a car, why not do it with some style?
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Ach, was würde ich gern mal einen Blick auf die gesammelten Lizenz-Abrechnungen von Gershon Kingsley bei der GEMA werfen. Kingsley (eigentlich Götz Gustav Ksinski) wurde am 28. Oktober 1922 in Bochum geboren und hat mit dem Titel “Popcorn” ein Musikstück geschaffen, das nicht nur alle zwischen 1960 und 1980 geborenen bereits nach zwei Sekunden erkennen dürften.

Schuld daran sind unzählige (über 500) Coverversionen, die mittlerweile sogar auf einer eigenen Website erfasst werden sowie der weltweite Einsatz in diversen Multimedia- und TV-Formaten wie zum Beispiel dem legendären DOS-Game “Digger”.

Kennst Du noch Digger, Digger?

Ob es für diese Nutzungsform damals schon Tantiemen gab? Wie sahen wohl 1983 (!!) Verträge zwischen Spieleproduzenten, Musikverlagen und der GEMA aus? Heute ist das ein sehr lukratives Feld für Komponisten. Je verkauftes PC-Spiel zahlt der Spieleproduzent einen Betrag zwischen ca. 0,15 Euro und ca. 0,80 Euro (je nach Spieldauer der enthaltenen Musik) an die GEMA, welche diese Tantiemen nach Abzug ihrer Verwaltungskosten an die Urheber weiterreicht. Dazu bekommt der Urheber unter Umständen eine gesonderte Lizenz für die Nutzung der Musik im Spiel, denn ohne seine Einwilligung darf Musik nicht in einem PC-Spiel benutzt werden.

Kingsley selbst war es am Ende egal. Ihm ging es – soweit man seinen Aussagen Glauben schenken kann – nie um Geld. Sein größtes Ziel beschreibt er 1993 so: “I would love to write a work which would have the same effect on people as the Bach D-minor mass by using only electronic sounds.

Gut vorstellbar, dass Gershon Kingsley den Gedanken der Creative Commons nicht abgeneigt ist. Auch sein wegweisendes Moog-Album “Music to Moog By” war ja von “Coverversionen” geprägt (Beatles, Beethoven). Aber zu dem Thema Creative Commons folgt sicherlich an dieser Stelle noch der eine oder andere Beitrag. Dann auch wieder mit mehr PR-Bezug.

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