Als Seeding (also säen) bezeichnet man das (gewerbliche bzw. professionelle) Verbreiten von Inhalten (Videos, Games, Texte, Bilder) auf relevanten Internetseiten. Dies können Blogs, Foren und Portale sein oder Soziale Netzwerke wie Facebook, Myspace und Twitter.

Mittlerweile gibt es Anbieter, die sich – mehr oder wenig offen und mehr oder weniger „korrekt“ – auf diese Art der Verbreitung von Inhalten spezialisiert haben. Eine Branche, der zwangsläufig immer etwas leicht Verruchtes anhaftet. Zum einen vermuten viele (nicht zu unrecht), dass zum Verbreiten von Content (und zum Erreichen von Klickzahlen) jede Menge Fake-Accounts zum Einsatz kommen. Und Vorgetäuschtes aller Art gehört nun mal zu den wirklich lästigen Dingen im Internet. Auf aktuelle Fallbeispiele möchte ich hier aber lieber nicht eingehen.

Zum anderen wird wiederum bei den Systemen, wo reale Personen über ihre echten Blogs oder Accounts Inhalte gegen Bezahlung verbreiten, die Kennzeichnungspflicht von Werbung fast zwangsläufig permanent umgangen. Selbst Google AdSense Anzeigen sind in diversen Blogs ja für Laien nicht immer als solche zu erkennen. Wie soll man da auf die Idee kommen, jemand verbreite ein Video in seinem Blog nicht (nur), weil er es toll findet, sondern weil er (auch) dafür Geld bekommt?

Die Meinungen sind geteilt. Während einige Vertreter - wie z.B. Roland Kühl-v.Puttkamer in einem sehr guten Beitrag im Werbeblogger – jegliche Manipulation vermeintlicher Mundpropaganda ablehnen, hat Seeding-Dienstleister Dan Ackerman Greenberg auf techcrunch seine Arbeit durchaus überraschend offen dargestellt. Er garantiert mit seiner Agentur durch Versendung von E-Mails, Kommentaren und Klicks auf Youtube sowie ein großes Blogger-Netzwerk 100.000 Abrufe für ein Video. Nur dann werde seine Arbeit bezahlt und erst dann sei die kritische Masse erreicht, die ein Video brauche, um sich wirklich von alleine zu verbreiten. Klingt alles andere als sauber? Korrekt! Aber es kommt eben auch auf den Blickwinkel in jedem Einzelfall, vor allem aber auf die Methodik an.

Ist Seeding wirklich unverzichtbar?

Im ersten Augenblick neigt sicher jeder zur Behauptung, dass allein Inhalt und Aufmachung entscheidend sind und sich wirklich gute Videos auch von selbst verbreiten. Wenn eben das Video tierisch lustig, extrem provozierend oder künstlerisch außergewöhnlich wertvoll ist.

Aber ist das wirklich so? Ist es dann nicht interessant, dass wir in der Musik genau das Gegenteil empfinden? Trotz aller Sozialen Netzwerke rund um Musik kennt doch jeder von uns mindestens einen Musiker, der es verdient hätte, erfolgreicher zu sein. Weil er einfach richtig gut ist. Doch in die Charts steigen eben nach wie vor nur die ein, für die die Schallplattenfirma durch intensive Marketing- und PR-Arbeit Airplay bei reichweitenstarken Sendern erreichen konnte. Ohne diesen Anschub schafft es kein Musikstück in die Charts. Und ohne Anschub schaffen es eben auch nur ganz wenige Videos, fünf- oder sechsstellige Klickzahlen zu erreichen.

Und die PR für ein virales Video nennt man neudeutsch halt Seeding und hat nur deshalb nicht automatisch etwas damit zu tun, sich redaktionelle Beiträge zu erkaufen oder mit Fake-Accounts zu arbeiten.

Wie also sieht das ideale Seeding aus und was kostet es?

Das kann man – natürlich – nicht pauschal beantworten. B2C machen Angebote starker und professioneller Seedingpartner aber auf jeden Fall Sinn. Ein extrem bedeutender Partner sind dabei die Videoportale selbst! Das Social Video Network sevenload.com bezeichnet sich als „Deutschlands führenden Anbieter für professionelles Viral Video Seeding“. Das wird schon so stimmen, da sie durch eigene Nutzer und Netzwerke eine sehr hohe Reichweite und ein gutes Targeting liefern können. Der ganz ordentliche Leitfaden “10 Tipps für erfolgreiche Viralspots” von sevenload findet sich hier.

Ein neues und vielversprechendes Angebot bietet das Distributionsnetzwerk shareifyoulike.com, bei dem Nutzer einen kleinen Betrag gutgeschrieben bekommen, wenn sie Inhalte bei Facebook, Twitter oder in Blogs posten. Das geht so lange bis ein vorher festgelegtes Budget der Contentlieferanten (ab ca. 7.000 Euro für Neukunden) aufgebraucht ist. Bisher sind allein 450 Blogger registriert. Ob und wie die Beiträge als “Werbung” gekennzeichnet sind, konnte ich bisher nicht testen. Ob bei 2,- Euro für eine Statusmeldung eine solche Kennzeichnung wirklich zwingend nötig ist, diese Diskussion überlasse ich anderen. Rein instinktiv – das gebe ich zu – war mein erster Gedanke: Man kann’s auch übertreiben. Nach einigem Nachdenken denke ich aber: Doch, eine solche Kennzeichnung muss auch bei Kleinstbeträgen sein.

Neben solchen netzwerkbasierten Lösungen gibt es auch Anbieter, die Inhalte über große E-Mail-Verteiler versenden können und PR-Lösungen, die sehr viel mehr Manpower beanspruchen.

Alle kosten logischerweise Geld. Allgemein sollte man im B2C Bereich auf jeden Fall 10% – 20% der Produktionssumme eines Videos für das Seeding einkalkulieren. Lösungen unter 2.000 Euro (Minimallösung) dürften schwer zu finden sein, realistischer für professionelle Lösungen B2C sind Beträge ab 10.000 Euro aufwärts.

Wer nur eine regionale Kundengruppe anspricht (Händler, Gastronomen, Dienstleister), der sollte nicht nur seinen Videos Lokalkolorit verpassen, sondern auch das Seeding möglichst selbst in die Hand nehmen. Hier gilt es, lokale Foren, Facebookseiten und Blogs zu identifizieren, ausgewählten Stammkunden eine Mail zu schicken und potentielle Multiplikatoren (Blogger, die auch bei Twitter aktiv sind) persönlich anzusprechen. Hier reicht manchmal auch eine Einladung ins eigene Restaurant als Gegenleistung.

Im B2B Bereich sind PR-Agenturen, die über ein gutes Netzwerk zu Fachbloggern und Multiplikatoren verfügen, die besten Partner. Hier ist das Ziel auch nicht, massenhaft Klicks auf ein Video zu erzielen, sondern möglichst die richtigen. Dabei gilt es, die richtigen Multiplikatoren zur richtigen Zeit über das richtige Medium (E-Mail, Blogs, Twitter, XING) zu erreichen.

Gerade B2B werden Webvideos jedoch noch viel zu selten genutzt, egal ob IT-Branche oder Gesundheitswesen. Ich bin kein Experte für das Dentalwesen, aber ich denke, es dürfte möglich ein, Videos zu produzieren, deren Witz nur Zahnärzte verstehen und die sich unter Kollegen verbreiten wie ein Lauffeuer. Ein ideales Instrument für Dentallabore also.

Die Kosten für das Seeding durch eine PR-Agentur hängen von vielen Faktoren ab. Je spezieller eine Agentur aufgestellt ist, desto einfacher hat sie es, die richtigen Multiplikatoren zu identifizieren und desto weniger aufwendig ist auch die Verbreitung von Content.

Die Frischen Fische sind in ihren Spezialgebieten – also (Mobile) Web, IT, E-Commerce, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik – hervorragend vernetzt. Nahezu alle Mitarbeiter vom Volontär bis zum Senior Berater twittern und bloggen selbst und sind bei XING und Facebook aktiv. Das erleichtert das Seeding über eigene und externe Kanäle enorm.
Vor allem aber gilt, dass wir nur dann an der Verbreitung eines Videos oder einer Kampagne mitwirken, wenn wir von dessen Qualität überzeugt sind.

Die MESH GmbH beschreibt die Umstellung auf das neue Internetprotokoll im aktuellen IX Magazin. IPv6 verfügt über so viele Adressen, dass es locker alle Sterne im Universum damit versorgen könnte.

Wo bleibt IPv6?
IPv6 ist der running Gag des Internets. Bisher hat sich das neue Protokoll null durchgesetzt. Leider. Dabei ist es gar nicht schlecht. Anders als IPv4 mit seinen lächerlichen vier Milliarden Adressen verschwendet IPv6 diese regelrecht an uns User! Ihre Zahl ist höher, als die geschätzte Anzahl der Sterne im gesamten Universum.

Abermilliarden IPv6-Adressen
Im Weltall gibt es etwa 70 Trillionen  (7 * 1022 ) Sterne. IPv6 bietet rund 340 Sextillionen (3,4·1038) Adressen. Theoretisch könnte also jedes Sternsystem ungefähr 4,8 Billiarden (4,8* 1015) IPv6-Adressen besitzen. Das ist pro Stern tausend Mal mehr, als IPv4 kann. Es ließe sich also in jedem Sternensystem eine Erde gründen, die über tausend Mal mehr Internetadressen verfügt, als wir derzeit haben … Krass, oder?

aresauburn : Pleiades Star Cluster (cc)

aresauburn : Pleiades Star Cluster (cc)

MESH stellt auf IPv6 um
Die MESH GmbH fängt jetzt auf unserem Planeten mit IPv6 an. Sie stellt auf das Protokoll um und betreibt es parallel zu IPv4. Patrick Kambach und Rolf Hanßen haben die IPv6-Umstellung für das IX Magazin festgehalten.

ntv berichtet über den Graphdatenbanken-Entwickler sones

Die Datenbank der sones GmbH folgt den Gesetzen eines seit Jahrtausenden bewährten natürlichen Speichers: dem Gehirn. Es speichert Erinnerungen an den Urlaub, die Schulzeit und das erste Auto. Dank diesem können wir um die Ecke denken, zwischen den Zeilen lesen und Neues erschaffen. Warum? Im Hirn verknüpfen sich die Daten netzartig.

Genau diesen natürlichen Vorgang imitiert die Technologie von sones. Ja, sie verzichtet darauf, Informationen wie bisher in der IT üblich in Tabellen zu speichern. Stattdessen hinterlegt sie Fotos, Bilder und Texte in einem ständig wachsenden Netz. Sie verbindet die Daten sinnvoll miteinander, deckt neue Zusammenhänge auf und zaubert gesuchte Informationen flink aus dem Hut – ähnlich wie das Gehirn. Ist ja auch praktischer und passt viel besser zu uns Menschen.

… Oder speichert Ihr Gehirn etwa in Tabellen?

Über die Zukunftsmacher sones berichtet ntv hier.

In seinem sehr informativen Blogbeitrag “Sechs Einstellungskriterien: So finden Sie den richtigen Social-Media-Experten” gibt Martin Poreda von Kununu Personalern Tipps zur Identifizierung von Mitarbeitern im Bereich Social Media und verweist dabei auf alleine 282 offene Stellen bei monster.de. Ein sehr spannendes Thema, mit dem mich auch unsere Kunden gerne konfrontieren.

Warum im Bereich Social Media immer von “Experten” die Rede ist, das lässt allerdings auch er offen. Ich persönlich bevorzuge Bezeichnungen wie “Social Media Manager” oder “Dialog Manager” und kann den “Social Media Editor” nachvollziehen.  Der “Experte” hat aber meiner Meinung nach nichts in einer Jobbezeichnung zu tun. Aber darum soll es hier gar nicht gehen!

Das vorab: Ich stimme den genannten sechs Kriterien voll zu, anhand derer man den “Experten” laut Poreda identifizieren kann, vermisse aber das Wichtigste von allen.

Sechs Einstellungskriterien nach Poreda:

1.    Umgang mit Social-Media-Kanälen – Wie nutzte der Experte diese bisher?
2.    Know-How in Social-Media – Welche Informationsquellen nutzt der Experte?
3.    Social-Media-Awareness – Welche Meinung hat er zu unternehmensrelevanten Vorgängen im Bereich Social-Media?
4.    Social-Media-Openness – Ist der Experte offen für weitere Social-Media-Kanäle?
5.    Privatsphäre und Monitoring – Wieviel Know-How ist dazu vorhanden?
6.    Allzeit-Bereitschaft zum Dialog – Reagiert der Experte notfalls auch am Wochenende auf Kommentare?

In seinem Beitrag gehr er dabei lobenswerterweise konkret auf die einzelnen Kriterien ein und führt alle wichtigen Aspekte und Netzwerke auf, die ein Bewerber kennen bzw. mitbringen sollte. Zwischendurch überrascht er auch, zum Beispiel mit der Meinung, Social Media Experten sollten eine Wunschliste bei Amazon führen.

Konform gehe ich auch mit der Meinung, Social Media Verantwortliche in Unternehmen sollten einen Hochschulabschluss mitbringen. Es ist nun einmal so, dass man als Social Media Verantwortlicher den Dialog mit der gesamtem Unternehmensumwelt führt. Tweets können (und werden) von Kunden ebenso gelesen werden wie von potentiellen Investoren, Gläubigern, Journalisten, Wettbewerbern. Das verlangt ein sehr hohes Allgemeinwissen und eine akademisch geprägte Lebenserfahrung.

Zwei Aspekte fehlen mir allerdings und die sind wirklich extrem wichtig, wenn es um Social Media Verantwortliche in Unternehmen geht. Bei Agenturen ist das ein wenig anders.

Leidenschaft und Fachwissen vor Social Media Skills

Wenn ein Unternehmen nämlich einen Social Media Verantwortlichen einstellt, dann sollte dieser vor allem anderen bedingungslose Leidenschaft für die Branche des Unternehmens mitbringen und entsprechendes Fachwissen.

Was nützt dem Chemieunternehmen der Twitter-Guru schlechthin, wenn dieser Chemie nach der 10. Klasse abgewählt hat? Was nützt dem IT-Unternehmen der bestvernetzte Germanist, der Social Media vor allem als Instrument des Austauschs von Kulturinteressierten kennt?

Einem nicht allzu introvertierten Chemiker kann man in einer Woche die wichtigsten Social Media Instrumente erklären. Einem Social Media Experten zum Pharma-Experten zu machen, dürfte einiges länger dauern.

Neben dieser Leidenschaft, dem Fachwissen und den klassischen Social Media Kanälen sollte ein Bewerber in einem Unternehmen fortgeschrittene Kenntnisse in HTML und der Bildbearbeitung mitbringen oder die Bereitschaft, diese zu erlangen. Das ist der zweite Punkt, der mir in Poredas Aufführungen fehlt. Denn während man in Agenturen hierzu auf Unterstützung professioneller Programmierer und Grafiker zurückgreifen kann, sollte man in Unternehmen diese Dinge selber beherrschen.

Es sind also eher acht Kriterien, die ein Social Media „Experte“ mitbringen sollte, um Euer Unternehmen optimal zu vertreten. Mit dieser Checkliste solltet Ihr die richtigen Bewerber identifizieren können.

Ich wünsch Euch viel Erfolg bei der Suche und freue mich über Fragen, Anregungen und Erfahrungen.

Als neuer Frischer Fisch im Teich bin ich in einem interessanten Moment zu unserem Kunden Webtrekk gestoßen. Er hat gerade die aktuelle deutsche Webstatistik veröffentlicht. Die Browsernutzung in Deutschland ist jetzt, im 3. Quartal 2010, an einem Wendepunkt angelangt: Internet Explorer und Firefox teilen sich den Markt, fasst die Computerbild das Bild treffend zusammen. Webtrekk hatte den Abwärtstrend des IE nachgewiesen: Es handelt sich um einen anhaltenden Prozess, während der Firefox im gleichen Zeitraum einen konstanten Aufstieg verzeichnete (wenn er in diesem Quartal auch erstmals 2,7 Prozent Nutzeranteile verloren hat).

Die Chip titelte folglich: Internet Explorer: Absturz in Deutschland! Woran liegt es, dass der IE immer weniger genutzt wird? Betrachtet man die Historie des Microsoft-Browsers, fällt auf, dass Microsoft im Internet seit Jahren den Trends hinterherläuft. Außerdem schätzen die User ihre Freiheit im Internet. So kann der Firefox mit Hilfe von 6.000 AddOns mit fast allen IE-Features aufgerüstet werden, ein enormer Vorteil der Open Source Software. Und während Firefox eine starke Community um sich versammelt, hat der IE immer wieder mit Imageproblemen zu kämpfen – Sicherheitslücken, gefühlt endlos viele Updates, Absturz des ganzen Browsers bei Problemen in nur einem Tab, Performanceprobleme. Alles Probleme denen sich auch andere Browser gegenüber sehen, die deren Marke aber nicht im selben Maße negativ beeinflussen. Die Entwicklung der Browsernutzung zeigt meiner Meinung nach, dass sukzessive immer mehr User Souveränität im Umgang mit dem Internet erlangen und sich in der Folge bewusst für einen Browser entscheiden, statt den voreingestellten zu nutzen. Die Zahlen belegen, dass in den letzten Jahren die meisten IE-User zum Firefox gewechselt und dort auch geblieben sind.

Microsoft hat mittlerweile reagiert und der IE 9, der momentan als Betaversion erhältlich ist, soll einen radikalen Bruch mit den bekannten Problemen vollziehen (vgl. Golem, Chip, Focus). Ob mit dem Slogan „Das Internet neu erleben“ die klassischen Wechselhürden überwunden werden können, bleibt abzuwarten, denn die meisten User handeln letztlich nach dem „never change a running system“-Prinzip und werden nicht leicht vom Nutzen eines erneuten Wechsels zu überzeugen sein. Eine baldige Änderung der Entwicklung erscheint zudem dadurch unwahrscheinlich, dass nur wenige User den neuen Browser nutzen können. Er läuft nur auf Windows Vista und 7, während mit 46,61 Prozent Nutzungsanteil Windows XP unangefochten das führende Betriebssystem der Deutschen ist.

Ich bin schon jetzt sehr neugierig, wie der „Krieg der Browser II“ weitergeht. Um die Wartezeit auf die Nutzungszahlen für Quartal 4 etwas zu verkürzen, möchte ich eine kleine Marktforschung ins Leben rufen: Welchen Browser benutzt ihr? Was wünscht ihr euch von einem Browser? Und was könnte euch dazu bewegen, euren jetzigen Standardbrowser zu wechseln? Ich benutze übrigens Firefox. Mein liebstes Tool ist die Tab-Wiederherstellung nach dem Neustart, weil ich manche Tabs gern wochenlang geöffnet lasse, aber trotzdem keine Lust habe, diese als Favoriten extra abzulegen. Wechseln würde ich nur, dann aber sofort, für eine ganz neue Art der Lesezeichenverwaltung. Eine automatische, intelligente, sich selbst verwaltende Lesezeichenleiste. Wer bietet mir das als Erstes?

Wie weit darf eigentlich die technische Kontrolle der Reaktion von Journalisten auf eine Pressemitteilung durch eine PR-Agentur gehen? Sprich, ist es erlaubt, die Öffnung einer PM-Mail nachzuvollziehen? Dürfen Agenturen das Klicken darin enthaltener Links tracken – gar personenbezogen?

Viele große Agenturen und die Hersteller entsprechender Automatisierungssoftware behandeln Pressemitteilungen offensichtlich nicht anders als herkömmliche Newsletter und das hat heute für einen kleinen Aufschrei in einem Blog und via Twitter gesorgt:

“PR-Agenturen überwachen Journalisten”

Natürlich sind PR-Tracking-Module oft reizvoll, denn neben der bloßen Clipping-Analyse stehen weitere Parameter zur Verfügung, die für die Tagesarbeit durchaus hilfreich sein können – selbst wenn keine personenbezogenen Daten erhoben werden. Zum Beispiel:

- schnelle Auswertung von A/B-Versionen von PMs
- Verhältnis von PM-Lesern zu Veröffentlichungen
- Attraktivität von Bildern und anderem Zusatzmaterial

Technisch wird dabei allerdings ein Trackingserver zwischengeschaltet, der diese Informationen vom Journalisten sammelt, aufbereitet und der Agentur übermittelt. Das mögen nicht alle Redakteure; nach meiner Erfahrung mag das ungefragt sogar kaum ein Radakteur aus dem Technologie-Umfeld. Und gefragt würde kaum einer auf einen Link in einer HTML-Mail klicken mit der Markierung: “Achtung, Sie werden jetzt auf dem Weg zur gewünschten Info umgeleitet, damit wir wissen, dass Sie hier geklickt haben.”

Resultat ist ein höheres Misstrauen der Presse gegenüber Agenturen. Und das mit Recht.

Wir Frische Fische haben dazu einen sehr klaren Standpunkt:
- Pressemitteilungen werden nur als Plain Text und nie als HTML verschickt.
- Links gehen direkt zur angekündigten Info.
- Die Ziel-URL ist transparent.

Und trotzdem fragen wir nie telefonisch nach, ob denn eine PM-Mail angekommen ist :)

Was ist die wichtigste Voraussetzung für erfolgreiche PR-Arbeit? Ganz klar: Es sind gute und zahlreiche Kontakte zu Redakteuren und Bloggern. Aber was tun, wenn es sich dabei um mehr als Zehntausend Kontakte handelt?

Um nicht den Überblick zu verlieren und keine Zeit mit Excel-Listen zu vergeuden, haben wir bis vor kurzem eine FileMaker-Datenbank genutzt, die in den Agenturräumen auf einem Mac Mini gehostet wurde.

Im Zuge der Weiterentwicklung der Agentur in den vergangenen Jahren war dieser Ansatz aber zu behäbig geworden. Datensicherung, Patches und Systempflege haben wöchentlich Zeit beansprucht und die VPN-Anbindung an die Büros in Berlin, Nürnberg, Montreal und die freien Mitarbeiter war regelmäßig instabil, manchmal auch zu langsam für eine flüssige Recherche.

Neue Lösung „as a Service“ aus dem Rechenzentrum

Da wir nicht nur häufig über die Segnungen gehosteter Business-Software schreiben sondern auch absolut von diesen überzeugt sind, kam ein Boxprodukt nicht in Frage. Also entwarfen wir eine Architektur und beauftragten einen Programmier-Dienstleister, der Datenbank- und zudem noch Mac-Kenntnisse hat. Dass die Basis aus PHP mit MySQL bestehen würde, war sehr schnell klar.

Die wichtigsten Anforderungen an die neue Datenbank waren:

- schneller Zugriff via Browser von jedem beliebigen Standort aus
- Leicht skalierbar für künftiges Agenturwachstum
- komplett intuitiv bedienbar und übersichtlich ohne zu scrollen
- Kategorisierung von rund 15.000 Kontakten nach mehreren Dutzend Parametern
- schnelles Erstellen und Pflegen von Verteilern
- Simples Inaktivieren und Archivieren von temporären Verteilern
- Export und Import von Auswahlen mit vordefinierten Templates
- Verknüpfung mit Protokollfunktion
- Daten gesichert über 256Bit SSL
- und hübsch sollte die GUI auch noch sein!

Wie alle IT-Projekte hat auch dieses länger gedauert als geplant. Insgesamt vier Monate. Hauptsächlich weil wir immer mehr Detailwünsche umgesetzt haben wollten, die unser Leben noch einen Tick einfacher machen.

Und so sieht sie aus:

Suchfunktionen und Kundenverteiler.

Neue Datenbank: Such-Kategorien und Kundenverteiler.

Oben die Kontaktdaten und unten die Zuordnung zu den Verteilern.

Details zu einem Redakteur: Oben die Kontaktdaten und unten die Zuordnung zu den Verteilern.

Und falls in den nächsten Jahren einmal Anpassungen notwendig sein sollten, kein Problem: Die Datenbank kann mit etwas PHP-Kenntnissen jederzeit erweitert, umgebaut oder verbessert werden. Womöglich können wir auf das Verteilerfeld „Fax“ demnächst verzichten und die Twitter-Nicknames rücken nach oben an die Stelle der Telefondurchwahl.

Fragen von Unternehmen oder anderen Agenturen dazu beantworten wir gern, Kontakt zum Entwicklerteam geben wir weiter. Nur unsere Daten rücken wir nicht heraus :)

Inmitten von 500 geladenen Journalisten startete meine diesjährige gamescom, nämlich auf der Pressekonferenz von Electronic Arts, die vor allem sich selbst feierten. Dazu lobten sie sich erstmal selbst über den goldenen Klee, ließen Prominente wie die Weasley-Zwillinge das neue Harry-Potter Spiel vorstellen und brachten die Meute zum Toben, als Mass Effect für die Playstation vorgestellt wurde. Der Tag endete mit einer Lagebesprechung unter uns AdventureCorner.de Kollegen bei ein paar Kölsch.

Mittwoch folgte der Interview-Marathon von elf bis sechs. In den Kämmerchen der Businessarena, in die maximal sechs Personen und ein PC reinpassten, wurden uns Spiele gezeigt von PRlern, Autoren, Entwicklern und Game Designer. Sogar in der Mittagspause sprachen wir mit Leuten aus der Szene, die selbst keinen eigenen Stand vor Ort hatten. Persönliche Highlights waren für mich das Mystery-Adventure Black Mirror 3, dass von der unglaublich engagierten Autorin Anne von Vaszary präsentiert und gezeigt wurde sowie das Öko-Adventure A New Beginning aus dem Hause Daedalic.

Donnerstag blieb endlich auch etwas Zeit mich in den Publikumshallen umzuschauen oder es zumindest zu versuchen. Denn so einfach war das am Ende gar nicht: Massen von Gamern belagerten die Stände, standen teilweise bis zu vier Stunden an, um den Blick auf das neue WoW Cataclysm zu erhalten oder wedelten mit dem Playstation Controller umher. Besonders beliebt waren Shows, bei denen Shirts und Goodies in den Haufen vor der Bühne geworfen wurden, von den Bikini-Models und Frauen in Uniformen ganz zu schweigen ;).

Am Ende der gamescom bin ich mit einer reichlich gefüllten Tasche voller Pressemappen, Soundtracks, Shirts und Games nach Hause gefahren, im Kopf viele Themen und Tests für unsere Seite.

Trends der Gamescom:
- Spielekonsolen mit Controller
- Sportspiele mit Spaß- oder Fitnessfaktor
- Casual Games für eine breitere Masse an Spielern

GamesCom in Zahlen:
- 505 Aussteller
- 254.000 Besucher
- 4.400 Medienvertreter aus 49 Ländern

Adventures, die man sich unbedingt anschauen sollte:
- 20. August 2010 Lost Horizon
- 8.Oktober 2010 A New Beginning
- 29. Oktober Gray Matter
- Februar 2010 Black Mirror 3

Es folgt nun der etwas andere Urlaubsbericht unseres Kollegen Sebastian.

Nach zwei Wochen Urlaub rund um die Ostsee, freue ich mich auf ein spannendes zweites Halbjahr. Meine Reise führt mich über Usedom und Dänemark nach Flensburg, wo ein guter Freund sich einen Bauernhof gekauft hat. Somit gab es ausreichend Erholung (Strand), Inspiration (Kopenhagen) und sehr viel gesundes und leckeres Essen direkt vom Bauern (Flensburg).

Besonders begeistert hat mich die Woche Dänemark. Ein wirklich unfassbar gut gelauntes, gut aussehendes und kreatives Volk ist das, mit ganz besonderen Marketingideen.

So bezahlt die Stadt Kopenhagen zur Zeit 200 weibliche, fantastisch aussehende Models mit akademischer Vorbildung nur dafür, dass sie freundlich lächelnd vor Cafes sitzen, dänische Designerklamotten tragen und Touristen den Weg weisen (mind. 3sprachig) oder beim Umrechnen behilflich sind. Auch da haben die Dänen intuitiv clever gehandelt. Immer noch setzen sie auf die legendären gelochten Kronen als Zahlungsmittel und verschaffen sich so einen wertvollen Brandingaspekt im Corporate Design. Experten gehen davon aus, dass über 90% aller Dänemarkurlauber anschließend eine 1-, 2-, oder 5-Kronen-Münze auf der Anrichte oder im Setzkasten liegen haben, die sie noch nach Jahren an Dänemark erinnert. Die Währung als Merchandiseartikel: Das hat schon was und lässt mich doch mit neuen Augen auf Initiativen wie den Elbtaler blicken.

Die Aktion mit den Models jedenfalls funktioniert perfekt. Männer gehen plötzlich freiwillig im Urlaub shoppen und verkosten in den schicken Kopenhagener Cafes Unmengen leckerer Kuchenteilchen oder Bier vom Fass für umgerechnet 5,- Euro. Die Gattinnen dagegen brauchen unbedingt Teile aus dänischen Kleinstkollektionen. Ein super Schachzug also, der Gastronomie, Handel und Kreativwirtschaft gleichermaßen befruchtet.

Allerdings sind diese auch harten Repressalien ausgesetzt. Die dänische Regierung verlangt von seinen Gewerbetreibenden ein Schaufenster-Zertifikat unter ästhetischen Gesichtspunkten und ist dabei sehr effektiv. Über eine Million Menschen wohnen in Kopenhagen und ich habe keine einzige (!) schräg aufgeklebte neonfarbene Werbung auf einem Schaufenster gesehen. Und das obwohl gerade offenbar der Sommerschlussverkauf begonnen hatte. Ich hörte, dass in den Schaufensterjurys diejenigen Absolventen der Kunst- und Designschulen arbeiten, die noch über kein ausreichendes eigenes Einkommen verfügen. Diese verdienen dadurch genug, um zum Beispiel an Weltinnovationen im Bereich Möbeldesign zu arbeiten und sorgen außerdem für ein abwechslungsreiches aber nie billig wirkendes Erscheinungsbild in dänischen Fußgängerzonen. Ein Grund, warum dort Apple Stores (Eplehuset) selbst in Städten mit halb so vielen Einwohnern wie Dresden bereits zum Standard gehören?

Während hierzulande jedenfalls der Ramscheffekt zum guten Ton gehört, versucht dort sogar der Ein-Euro Laden möglichst teuer auszusehen. Interessant und irgendwie allgemein sehr beeindruckend, mit welchen Methoden die dänische Regierung Gesetze zur ästhetischen Aufwertung ihrer Städte zu erlassen scheint.

In einigen Orten (wie z.B. Faarborg oder Ebeltoft) sind die Bewohner unter Androhung drastischer Strafen verpflichtet, handgeschnitzte Holzfensterläden an die Fassaden ihrer niedlichen Häuschen anzubringen oder Stockrosen zu züchten. Farbenfrohe kleine Häuser in engen Kopfsteinpflastergassen ergeben so ein liebliches Bild, welches sogar hartgesottenen Kerlen wie mir ein zartes Rosamunde Pilcher Feeling beschert.

Und dann die Sache mit den Fahrrädern. Unglaublich! Fahrräder sind dort ja noch mehr Gott als das Auto in Dresden. Selbst die Niederlande verstehen es nicht, solche Radwege anzulegen. Umweltbewusster kann der Verkehr nicht laufen. Montag morgens um 09:00 Uhr lief der Verkehr durch die Millionenstadt Kopenhagen so flüssig wie Häagen-Dazs – Macadamia Nut bei 40 Grad Celsius im Auto. Die Dänen werden mit Fahrrädern unterm Hintern geboren. Da fahren Mädchen in Klamotten Fahrrad, mit denen einige deutsche Frauen sich aus Angst vor Schmutzflecken nicht mal aus der Wohnung trauen, während alte Männer ihr Rennrad die dänischen Hügel hinauf treiben, als trainierten sie für die Tour de France. Übrigens auf nahezu ausnahmslos schlaglochfreien Strassen.

Bei den Alten ist das vor allem ein Kontrastprogramm zum eher bewegungsfaulen Yachting, denn auch hier haben sich die Dänen ein ganz besonderes Instrument der Wirtschaftsförderung einfallen lassen. Ein Spaziergang in einem beliebigen dänischen Hafen zeigt, dass jedes verheiratete dänische Paar zur Silberhochzeit vom dänischen Staat eine Motoryacht erhält. Dadurch wird einerseits die dänische Bootsindustrie ständig mit Aufträgen versorgt. Zum anderen sind die Häfen so lebendig, dass es den Touristen aus dem Binnenland das Meerwasser in die Augen treibt vor Glückseligkeit.

Aber zum Ausheulen gibt es ja die dänische Campinglatzmutti. Wer von Zuhause her nicht weiß, was mit „familiärer Atmosphäre“ wirklich gemeint ist, besuche einen dänischen Campingplatz. Es gibt eine Menge Eltern, die behandeln einen im Leben nicht so nett, wie dänische Campingplatzmütter es vermögen, selbst wenn Du nur eine Nacht Dein Zelt aufbaust. Ob auch dies Teil einer Marketingkampagne ist oder schlichtweg dänische Mentalität vermag ich nicht zu sagen, probiert es einfach selber aus.

unseren Stefen Niemeyer, der eine grandiose Aufholjagd startete. Erst dümpelte er auf den letzten Plätzen herum, grummelte halbgare Zitate, wie “Wer bei den WM-Tipps so viele Treffer landet hat keine Ahnung von Fußball.”, um dann letztendlich doch die Führung an sich zu reißen. Und das nun schon zum wiederholten Male.

Sieger der Herzen bleibt Kollege Alexander, der nach eigenen Aussagen keine Ahnung vom Fußball hat, sich aber den Spaß am Public Viewing nicht nehmen ließ, wie das Foto sehr eindeutig beweist.

Seiten: Früher 1 2 3 ... 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 Älter