Tapping & Sliding and Sliding & Tapping. Noch sind Touchscreens ja eher beschränkt in der Anwendung. Das kann sicher aber schnell ändern. Queexo arbeitet an einem neuen “3 Finger System”. Meinen Söhnen dürfte das gefallen! Ich krieg eher Panik, ob ich mir dann noch die Kombinationen merken kann. Dennoch: Die Kombination aus Spracheingabe und Multifingertricks ist wohl realistischer als die Sorge, der iPhone-Daumen werden sich so langfristig etablieren wie der Tennisarm.

Für Menschen, die mit Wurstfingern geboren wurden, aber trotzdem gerne abends in der Kneipe Mock-Ups zeichnen wollen, gibt es jetzt Lekh Diagram. Da kriege sogar ich einen Kreis gezeichnet, bei dem es meiner ehemaligen Kunsterzieherin Frau Templin vor Staunen die selbstgestrickte Stola vom Leib gerissen hätte.

YouTube Preview Image

Und der Frosch?
YouTube Preview Image

Zu 1.) Unspektakulär

Zu 2.) Guerilla Marketing

Pizza Hut Facebook Search Mäckes

 

Pizza Hut Facebook Search Bürger König

weiterlesen …

Die gesunkene Reichweite von Facebook Postings und die Möglichkeit, sich Reichweite durch sogenannte “sponsored Posts” zurückzukaufen, ist derzeit das Social Media-Thema schlechthin. Dabei war die Überarbeitung des Algorithmus dringend nötig und zwar nicht (nur) aus kommerziellen Gründen. 

Statusmeldung Overkill – Wir sind doch selber schuld

Schuld sind ja vor allem die, die jetzt am lautesten schreien. All die Fleischer,  Tankstellen, Online-Shops und der VFL Wolfsburg, die meinen, man müssen jeden einzelnen Tag eine (oder zehn!) Meldung absetzen. Dabei hatten wir deren Seite doch nur geliked, weil die Cousine dort arbeitet oder die mal dieses coole Gewinnspiel hatten. Wer als privater Nutzer mehr 100 Seiten geliked hat, kommt schnell auf  eine Anzahl von kommerziellen Statusmeldungen, die denen der originären Statusmeldungen der eigenen Freunde in ihrer Anzahl kaum nachstehen. Ich sage bewusst kommerziell, denn auch Statusmeldungen wie  ”Guten Morgen” oder “Wie fandet ihr den neuen Tatort” sind kommerzielle Statusmeldungen, wenn sie von einem Unternehmen kommen. Unsere Walls werden also nicht zu überfüllten Werbe-Feeds – sie waren es schon immer.

Am Rande: Facebook selbst postet maximal einmal in der Woche eine Statusmeldung der offiziellen Fanseite. Und sage keiner, die hätten nicht jeden Tag was zu erzählen.

Facebook muss also reagieren, um den Newsfeed der Nutzer “sauber” zu halten. Ansonsten würden wir erschlagen von Guten Morgen-Grüßen, flachen Witzen, langweiligen Sparangeboten oder billiger Call2Action-Versuche. Seit jeher sorgt dafür der so genannte  EdgeRank. Mit diesem Algorithmus regelt Facebook, wem welche Statusmeldung angezeigt wird. Zugrunde liegen auf jeden Fall die Anzahl der eigenen Interaktionen mit der Seite (Likes, Shares, Kommentare, vielleicht Aufrufe), der Beliebtheit der Statusmeldung (je mehr Interaktion allgemein, desto größer wird – dynamisch – die Reichweite), wenn es gut gemacht ist auch Elemente des eigenen Netzwerks (wie viele meiner Freunde sind mit der Seite verbunden, wie oft haben sie interagiert, wie oft mit entsprechender Meldung).

Jetzt wurde dieser Algorithmus noch einmal verschärft und gleichzeitig das Prinzip “sponsored Posts” ausgeweitet, mit dem Fanpage-Admins die Reichweite ihre Statusmeldungen erkaufen können. Das sorgt für Aufregung (“Paywall” “beeindruckender Eingriff in die Informationsfreiheit“) und funktioniert außerdem (noch) nicht besonders gut. Aktiven Nutzern wie mir wird das Posting eines deutschen Hotelvermittlungsportals jeden Tag zwei bis drei Mal angezeigt, passiven Nutzern, die sich im Zeitraum der Kampagne nicht angemeldet haben, weiterhin nicht. Dass damit große Marken bevorzugt werden, widerlegt Thomas Hutter in seinem Blogpost zum Thema. Der oben verlinkte Artikel von Christoph Buggisch (“Das asoziale Netzwerk”) ist trotzdem unbedingt lesenswert und sein Fazit (Bloggen is king) teile ich unbedingt. Aber:  Der Vorwurf, Facebook beschneide die Informationsfreiheit, greift höchstens dann, wenn man das Liken einer Seite als Abonnement aller Meldungen begreift.

Beschneidung der Informationsfreiheit? 

weiterlesen …

Wenn man eins lernen muss, dann ist das loszulassen.

Das Loslassen beginnt schon mit der Übergabe seiner Kunden, Aufgaben und Dokumente, wenn man in den Mutterschutz geht. Nach vier Jahren hier im Büro in Dresden fällt das nicht ganz so leicht. Da steht man dann plötzlich mit einer gepackten Tüte seiner persönlichen Sachen und sagt „Tschüß“. Natürlich schaut man zu Hause  noch in den Rechner, checkt Mails und freut sich über Kundenzugänge.

Dann kommt ein harter Schnitt: Der Alltag richtet sich komplett auf den neuen Mitbewohner aus. In unserem Fall eine kleine Minifröschin, die sich anfangs nur mit Essen und Schlafen beschäftigte. Pupsen konnte sie die ersten drei Monate nicht, dafür Knurren, wie ein ganzer Zoo, besonders Nachts und besonders bei Bauchkrämpfen. Irgendwann hatten wir uns dann in einen Alltag gefunden, abseits von Pressemitteilungen, Case Studys oder Veranstaltungen. Die Minifröschin verschlang die ganze ungeteilte Aufmerksamkeit. Außerdem hatten wir noch ein straffes Programm/ Odysee rund um den heißbegehrten Platz in einer Kita zu absolvieren. Für mich so wichtig, da ich unbedingt wieder in Teilzeit bei den Fischen einsteigen konnte und wollte. Das Wie und Wann hing eigentlich an diesem Faktor. Als wir von der Stadt auf weitere drei Monate Wartezeit vertröstet wurden, auf den Wartelisten nicht weiterrutschten, half uns Kommissar Zufall oder das große Glück. In einer ausgesuchten Einrichtung (mit Dynamo-Logo an einer der vielen Türen) sprang jemand ab und wir waren drin.

Man wacht auf, die Minifröschin ist ein Jahr alt und die Eingewöhnungszeit in der Kita steht vor der Tür. Dann hieß es wieder loszulassen, nämlich das eigene Kind. Das fiel der Minifröschin leichter als mir. Nach zwei Wochen hoppste sie fröhlich in das Bällebad ohne auch nur einmal zu Winken, kuschelte mit der Erzieherin oder schnappte sich den Puppenwagen.

Und jetzt sitze ich den siebten Tag wieder hier am Schreibtisch, mit neuen Kollegen in einem umgeräumten Büro und schon liegen wieder erste Notizen, Zettel und leere Gummibärchentüten hier rum.

Es fühlt sich an wie vorher, aber auch wieder nicht. Denn oft denk ich an das kleine Wesen und seinen Tag mit den anderen Kindern, von dem es mir noch nicht erzählen kann.

Der Schillergarten war gestern Treffpunkt für sowohl Heavy-Twitterer (>50.000 Tweets, das sind weit mehr als Klaus Eck, Sascha Lobo und Robert Basic zusammen je abgesetzt haben) als auch Twitter-Einsteiger aus Dresden. Eine sehr bunte Mischung, nette Stimmung, kein gemeinsames Anliegen – außer die Menschen hinter den Accounts einmal persönlich kennenzulernen. Es war mein erstes Tweetup in Dresden, seit es mich im Sommer wieder hierher zurückgezogen hat. Im Vergleich zu ähnlichen Treffen in bspw. München ist mir aufgefallen, dass es hier weniger ums ich nenne es mal Business Networking geht. Viel mehr war es ein nettes Beisammensein, ein Kennenlernen und Wiedersehen von Leuten in der neuen oder eben alten Stadt.

Vielen ist die Stadt als solche ein Anliegen. Da wurden zum Beispiel Ideen diskutiert, eine gemeinsame Plattform für alle bloggenden Dresdner zu schaffen, die das Bild der Stadt abseits der üblichen Marketinginstitutionen prägen soll. Schön ist auch der Vorschlag, ein Tweetup in einem Museum zu veranstalten und damit Kunst und Nerderei zusammen zu bringen. Why not? Weil Dresdner aber nun mal Dresdner sind, wird es zum nächsten Tweetup wohl erst mal auf den Striezelmarkt gehen, um die nächsten Ideen bei einem Glühwein auszuspinnen.

Danke nochmals an Chris Kloß (@chriskloss) und Ralph Scholze (@webpixelkonsum) für die Orga.

Es gibt Situationen, da fehlt Zeit, Geld oder Manpower um Pressebilder aus eigener Hand zu produzieren. Auch wenn es auf keinen Fall das Vorgehen erster Wahl sein sollte, darf man dann auch mal zu Stockbildern greifen. Aber wie verhält es sich mit den Nutzungsrechten? Darf man jedes Stockfoto als Pressematerial nutzen und an die Medien weitergeben?

Aha, ein Stock-Foto. Der Begriff “Stockfoto” wird allerdings vom englischen „to have in stock“ (auf Lager haben) abgeleitet. (Foto: “jade”, morguefile.com)

weiterlesen …

CeBIT 2012: 7 Kunden mit Vorort-Betreuung bei 46 Presseterminen in 5 Tagen.

dmexco 2012: 10 Kunden vor Ort mit 65 Presseterminen in 2 Tagen.

Kein Zweifel mehr, unser Fokus hat sich verschoben von reiner IT in Richtung webbasierter IT und IT-basiertem Web. Dies ist natürlich auch Zufällen geschuldet, folgt jedoch dem generellen Trend, dass die spannenden Entwicklungen in der IT in den letzten Jahren stets eine enge Verbindung mit dem Web aufweisen:

Unser Schwerpunkt zur Zeit der Agenturgründung, Linux & Open Source, wurde im B2B Umfeld zunehmend populär, und zwar vornehmlich als Webserver (Apache), als Web-Programmiersprache (PHP), als Web-Datenbank (MySQL) und als Server-Betriebssystem (Red Hat, Suse & Co).

Die „heißen“ Themen der IT der letzten Jahre waren „Open Source“, „Virtualisierung“, „SaaS, „Green IT“, „Cloud Computing“ – alles Themen, die deutlich mittelbaren oder ganz unmittelbaren Bezug zum Web haben.

Damals, im Jahr 2006, hatten wir eine Anfrage vom mittlerweile größten europäischen Hostingunternehmen in Privatbesitz, Host Europe, und ich dachte, „Wie langweilig, beim Hosting geht’s ja nur darum, wer billiger ist! Lasst uns hin-und-wieder eine kleine Kampagne starten, wenn’s Neues gibt – mehr nicht.“ Glücklicherweise fügte es sich anders, und mittlerweile geben wir seitdem für kein Unternehmen mehr Newsmeldungen heraus als für Host Europe.

Da die dmexco dieses Jahr eh aus allen Nähten platzt und das Catering bei Qualität und Preisen keinen Unterscheid zur CeBIT erkennen lässt, befürworte ich wenigstens eine “Bayern-Halle” für die nächste dmexco. Das hat die CeBIT der dmexco noch voraus.

http://www.neuepresse.de/Hannover/So-lebt-Hannover/Sued/Mittelfeld/CeBIT-Trubel-und-Staatsgaeste-mitten-in-Mittelfeld/Messestadt-Hannover/Bayernhalle

Um die Wahrnehmung der eigenen Facebookseite zu verbessern (um schlussendlich Fans zu gewinnen und somit die Bekanntheit zu erhöhen), gibt es viele Wege. Ganz weit oben steht neben den üblichen Kampagnen (Anzeigen, Gewinnspiele) natürlich das Publizieren von Inhalten mit großem Mehrwert (Persönlichkeit + Information + Unterhaltung = „Storytelling“). Das ist aber keine Aufgabe von heute auf morgen. Dafür braucht es ganzheitliche Leitbilder, die dazu auch noch gelebt werden müssen. Und damit tun sich bekanntlich gerade deutsche Mittelständler sehr, sehr schwer.

Was aber durchaus von heute auf morgen geht und von den meisten Social Media Verantwortlichen sträflich vernachlässigt wird, obwohl es so nahe liegt: Das Netzwerken!

Vernetzen im Netzwerk ist kein Hexenwerk

Ein Beispiel: Seit einigen Jahren blogge ich gelegentlich in einem Stadtteilblog aus der Dresdner Neustadt. Außerdem bin ich – schon von Berufs wegen – einer von drei Admins der dazugehörigen Facebookseite mit mittlerweile über 2.500 Fans. Für den (hyper)lokalen Handel durchaus eine relevante Reichweite. Seit der Gründung der Fanpage haben uns genau zwei Seitenbetreiber persönlich und freundlich kontaktiert und gefragt, wie sie es erreichen können, dass wir unseren Fans ihre Seite empfehlen und genau ein einziger ist mit einer kreativen Idee aufgeschlagen. Aber dafür haben weit mehr als 50 Marketing-verantwortliche von Händlern, Clubs, Restaurants, Fleischereien, Friseursalons oder Bands eine Werbebotschaft auf die Wall kopiert, die wir in 90% der Fälle wieder gelöscht haben. Und dabei ist das Vernetzen ja nun wirklich kein Hexenwerk.

Dazu gehört es zum Beispiel

  • interessante Kontakte zu identifizieren
  • Gemeinsamkeiten festzustellen
  • zu helfen, wenn man es ohne großen Aufwand kann
  • konstruktiven Input zu geben, wenn Fragen gestellt werden
  • reale Treffen zu arrangieren (Kneipe, Barcamp oder Messe)
  • Multiplikatoren zu überraschen (dort gerne mit mehr Aufwand)
  • nicht zu verkaufen sondern Angebote zu machen

Der Social Media Manager einer lokalen Brauerei könnte jeden Freitag einen Kollegen aus der Gastronomie besuchen und zwei Kisten streng limitiertes Facebookbier (zur Verlosung oder zur Verkostung) vorbeibringen. Ein Posting mit Foto dürfte ihm sicher sein. Der Anbieter individueller Hundehalsbänder – um mal bei einem konkreten Beispiel zu bleiben, was neulich bei XING auftauchte – könnte dem Fanseitenbetreiber von Borussia Dortmund (1,5 Mio Facebookfans) einen Satz handgemachter BVB Hundehalsbänder schenken, die dieser auf seiner Seite verlosen kann. Oder sich auf die selbe Art und Weise mit Fanseiten aus der Branche vernetzen (die Seite „Hunde“ mit fast 500.000 Fans ist sehr aktiv).

Schließlich sind auch die Seitenbetreiber großer Seiten froh über originellen Content und konstruktiven Austausch und da tun sich Chancen für viele kleine Unternehmen auf. Statt plump Werbung auf andere Seiten zu posten, sollte man lieber andere Seiten abonnieren, den Dialog suchen, auf Fragen antworten, Inhalte teilen und kreative Geschenke machen. Es zahlt sich aus. Fanseiten, die ich auf besagter Stadtteilseite verlinkt habe, konnten bis zu 100 neue Fans an einem Tag gewinnen.

Kein Aufschrei trotz extrem fehlerhafter Anzeige abonnierter Posts

Ganz deutlich erkennt man, dass die echte Vernetzung vernachlässigt wird, daran, dass man so gut wie keine Beschwerden lesen konnte, über die seit Wochen extrem fehlerhafte Anzeige der Darstellung der „Neusten Meldungen“, also die Inhalte, die eine Seite von anderen Seite abonniert hat (Newsfeed). Mich hat das schrecklich geärgert, da dies eine extrem wichtige Funktion ist, um Fanseiten mit (potentiellen) Partnern zu vernetzen. Um über gute Kommentare oder Shares die Arbeit des anderen zu würdigen, vielleicht den einen oder anderen Fan auf seine Seite zu ziehen und Ideen zu gewinnen für kreatives Cross-Selling und/oder –Marketing.

In diesem Sinne: Ich freu mich auf Eure Fragen und Ideen für gemeinsame Aktionen auf Facebook ☺

Foto: “Fishingnet” by t.abroudj via Flickr

Wissen, wessen Worte bei welchem Thema Gewicht haben: Unerlässlich für jeden PR-Berater – egal ob in der politischen oder der kommerziellen Öffentlichkeitsarbeit. Journalisten, Wissenschaftler und Prominente stehen daher seit jeher im Fokus unserer Arbeit, denn deren Worte finden Gehör. Und zwar qualitativ (“kennt sich aus”) wie quantitativ (“ist ständig präsent”). Klassischer Ansprechpartner Nr. 1 des PR-Verantwortlichen war und ist der Journalist. Immer wichtiger werden jedoch Personen, die sich nicht aus Profession, sondern aus privater Leidenschaft öffentlich mit Produkten auseinandersetzen. Ihr Lob – oder ihre Kritik – wirkt glaubwürdiger und erreicht wertvolle  Zielgruppen.

Influencer können mittlerweile überall zu finden sein. Mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit findet man sie auch bei Twitter. Doch wie identifiziert man sie? Die meisten werden schon mitbekommen haben, dass die Anzahl der Follower kein zuverlässiger Indikator für “Einfluss” ist: Es dürfte Menschen geben, deren Reputation in Sachen Hosting, Realtime Bidding oder Mobile Advertising (um mal bei unseren Kunden zu bleiben) größer ist als das von Lady Gaga, die aber nur für einen Bruchteil der Follower schreiben. Was sind also dann wichtige Kriterien?

Unser Fallbeispiel: Carsharing in Deutschland
Die Suche nach relevanten Twitter-Accounts möchte ich hier am Beispiel eines fiktiven Startups für Carsharing in Deutschland veranschaulichen. Imaginärer USP des Produkts: Die Verknüpfung bereits existierender Carsharing-Modelle (z.B. Flinkster oder DriveNow), wodurch mehrere Angebote über einen Dienst genutzt werden können. Schlagworte zum Produkt: Carsharing, Auto, Mietwagen, Autovermietung, Verkehr, Mobilität/ Mobility, ökologisch, Umwelt, Transport. Im Folgenden habe ich mich auf die Suchbegriffe “Carsharing” und “Verkehr” konzentriert.

Warum eigentlich einflussreiche Twitter-User finden?
Zunächst sei die Frage berechtigt, warum es sinnvoll sein kann, einflussreiche Twitter-Präsenzen zu identifizieren. Wichtigster Grund: “Twitter” ist zurzeit das aktuelle Synonym für “Echtzeitmedium”. Nirgends verbreiten sich Informationen schneller als hier. Das haben Medien und Journalisten, aber auch andere Instanzen der Öffentlichkeit gemerkt und verstanden.

Darum sollte man Influencer bei Twitter beobachten:
Issue Management (Monitoring): Welche Themen werden gerade besprochen? Was wird von wem heiß diskutiert? Wie reagiert man darauf? Beim Thema Carsharing bietet es beispielsweise an, aktuelle Diskussionen zum Spritpreis zu beobachten und dort ggfs. eine Position zu beziehen, die sich dann auf Twitter aber auch in den Medien verbreitet.

Beziehungen pflegen und Vertrauen aufbauen: Ist man als Unternehmen selbst bei Twitter aktiv und wird dort wahrgenommen, kann man selbst Informationen bereitstellen und Beziehungen zu Influencern pflegen. Sich im Netzwerk als zuverlässiger Partner für Informationen zu etablieren, kann Gold wert sein. Ein Carsharing-Startup sollte sich bei Twitter beispielsweise Bekanntheit und Vertrauen bei Fachredaktionen, Carsharing-Anbietern und Influencern im Bereich moderner Mobilität (z.B. Blogger, Wissenschaftler) erarbeiten, aber auch die Vernetzung mit potentiellen Partnern pflegen. Kampagnen mit starken Kooperationspartner (z.B. einer Fahrradmarke oder einem Outdorrspezialisten) können die Aufmerksamkeit entscheidend verbessern.

Risk Management: Vertrauen und Kontakt zu Influencern helfen in Krisensituationen, schnell Informationen zu verbreiten und Schaden abzuwenden. Angenommen, es verbreitet sich das falsche Gerücht, die Autos des Anbieters wiesen technischer Mängel auf. Je besser die Vernetzung mit Personen mit hoher Reputation und Reichweite, deso schneller sind Falschmeldungen aus der Welt geschafft.

Was ist überhaupt “Einfluss”?
Wir sehen: Die Sache scheint wichtig zu sein. Aber wer hat denn jetzt nun Einfluss? Wie definiert man Einfluss? Generell gilt: Der Grad und die Qualität der Verbreitung und Streuung einer URL oder einer Botschaft definieren den Einfluss. Dieser setzt sich zusammen aus den Indikatoren Reichweite und Relevanz.

Reichweite (Popularität) ist die Anzahl tatsächlich erreichter Personen. Im Fall von Twitter betrifft das also die Anzahl erreichter Twitter-Accounts, der Retweets und zum Teil natürlich auch die Qualität der Follower. Besteht zu vielen Followern eine enge Beziehung und eine hohe Bereitschaft zum Teilen der Botschaften, wirkt sich das wiederum auf die Reichweite aus.

Relevanz bedeutet, dass die geteilten Informationen für verschiedene Stakeholder (z.B. Kunden) tatsächlich von Bedeutung sind. Relevanz ist jedoch immer abhängig von der Situation (kurzzeitig hohe Relevanz oder dauerhaft), der Autorität und der Vertrauenswürdigkeit des Influencers beim jeweiligen Thema. Es ist also ein Unterschied, ob ein prominenter Twitter-Nutzer einfach mal etwas zum Thema sagen möchte oder tatsächlich Kompetenzträger beim jeweiligen Thema ist.

Resultat von Reichweite und Relevanz ist Resonanz. Hier ist entscheidend, mit welcher Frequenz, in welchem Zeitraum und mit welcher Tonalität Informationen veröffentlicht werden. Influence bedeutet letztendlich die Verbreitung von Wissen, das Prägen von Einstellungen und Meinungen sowie das Beeinflussen von Entscheidungen und Aktionen.
Bei “Influencern” sollte außerdem zwischen Multiplikatoren und Meinungsführern unterschieden werden. Multiplikatoren sind z.B. Prominente. Diese verbreiten Informationen und sind vergleichbar mit “Hubs”. Meinungsführer hingegen sind z.B. Fachjournalisten und Kompetenzträger – diese produzieren Informationen und sind Autoritäten auf ihrem Gebiet.

Mit welchen Tools findet man Influencer bei Twitter?
Wie identifiziert man nun diese “Beeinflusser der Öffentlichkeit” bei Twitter? Für den Anfang lohnt es sich zum Beispiel, einfach mal zu googeln, ob ein bekannter Redakteur bei Twitter ist und was er dort macht. Dazu muss man diese Person aber bereits kennen. Für alle anderen gibt es mehr oder weniger gut funktionierende Tools und Herangehensweisen.

Mit diesen Tools lassen sich Influencer bei Twitter identifizieren:

Twitter-Suche: Mit Hilfe der offiziellen, erweiterten Twitter-Suche ist ein Echtzeitmonitoring zu bestimmten Begriffen für verschiedene Sprachen möglich. Die Auswertung und Reaktion sollte zu Beginn immer manuell erfolgen! Automatisierte Reaktionen (z.B. über IFTTT) sind eindeutig nur etwas für Fortgeschrittene und vor allem zur Unterstützung eigener Kreativkampagnen geeignet. Für das Management der (nicht erweiterten) Twitter-Such eignen sich die Tools Hootsuite oder Tweetdeck. Twitter-Suche zum Begriff “Carsharing” für unser Carsharing-Beispiel: https://twitter.com/#!/search/carsharing%20lang%3Ade

SocialBro: Hiermit ist die Suche nach Twitter-Accounts zu bestimmten Suchbegriffen für verschiedene Zeitzonen und Sprachen möglich. Zu diesen wird die Anzahl der Follower angezeigt, ein Indikator für die Reichweite. Zusätzlich wird der “Influence” angegeben, ein Indikator für Resonanz. Hier werden vermutlich Mentions und Retweets gemessen. Leider ergibt die Suche irrelevante Ergebnisse. Die Suche für den Begriff “Verkehr” (obwohl für alle Sprachen und Zeitzonen) brachte nur ein einziges Ergebnis. Beim Begriff “Carsharing” lieferte das Tool leider überhaupt keine Ergebnisse. Sicherlich ist Carcharing nicht das meistdiskutierte Thema auf Twitter, aber laut googletrends (und eigener Erfahrung) längst nicht so weit unterm Radar.

Topsy: Diese Suchmaschine liefert Tweets zu bestimmten Suchbegriffen mit der Angabe der jeweiligen Verbreitung der Inhalte. Zusätzlich werden “Experts” zum Suchbegriff mit Angabe der Mentions im gewählten Zeitraum angeboten. Eine Identifikation von Influencern ist hier aber kaum möglich. Für den Suchbegriff “Verkehr” werden hauptsächlich die jüngsten News-Artikel gezeigt. Beim Klick auf “Experts” listet Topsy einige Twitter-Accounts zum Begriff auf, beispielsweise Politiker, Medienaccounts und private Profile. Zufriedenstellend ist das Ergebnis allerdings leider nicht.

Twazzup: Liefert im Grunde die selben Daten wie Topsy, gibt aber zusätzlich diverse “Influencer” an. Für den Begriff “Carsharing” werden News-Artikel, die  aktuellen Tweets zum Begriff und diverse Twitter-Accounts aufgelistet. Als Influencer werden beispielsweise @sebjabbusch, @sz_wirtschaft, @tamyca_de oder @cambio_de aufgelistet. Andererseits tauchen hier auch Accounts wie @roadsharing oder @skoops auf, die man nicht jetzt nicht unbedingt als Influencer für das Thema Carsharing in Deutschland einordnen muss.

Followerwonk: Schon bessere Ergebnisse liefert dieses Tool, das Twitter-Biografien nach den gewünschten Begriffen durchsucht und zusammen mit der Angaben verschiedener Performance-Indikatoren auflistet. Für den Begriff “Carsharing” kann man hier schon viele wichtige Twitter-Accounts finden (u.a. die Accounts einiger Carsharing-Anbieter: @tamyca_de, @DriveNow oder @Flinkster). Trotzdem sollte hier genau hingeschaut werden, ob die angebotenen Accounts auch zur eigenen Region passen. Achtung: Die Eingrenzung auf Deutschland (Location “Germany”) kann auch deutsche Accounts ausfiltern.

Klout: Neben dem automatisch berechneten Klout-Score (Indikator für Reichweite und Resonanz) bietet Klout auch eine Suche an, über die Accounts zu bestimmten Tags/ Schlagworten gefunden werden können. Die Zuordnung ist nutzerbasiert, d.h. die hier zu einem Begriff zugeordneten Accounts wurden bewusst für bestimmte Themen empfohlen – ein Indikator für Relevanz. Die Ergebnisse für den Begriff “Carsharing” erweitern unseren Influencer-Kreis allerdings nicht. Hier sollten also – wie auch bei den anderen Diensten – mehrere Begriffe gecheckt werden. Für den Begriff “Mobilität” bietet uns Klout beispielsweise den Account @zukunftmobil an, der zu einem spannenden Blog gehört.

Klout bietet neben Klout-Score eine Suche nach Themen und Influencern

Klout bietet neben Klout-Score eine Suche nach Themen und Influencern

 

Tweetranking: Die wichtigste deutsche Plattform! Hier findet man ebenfalls crowdbasierte, themenbezogene Empfehlungen zu bestimmten Kategorien. Hilfreich ist auch die Angabe “Ähnliche Kategorien”. Für unser Carsharing-Startup lohnt der Blick in die Kategorien “Auto”, “Mobility”, “Mietwagen” und “Verkehr”. Bei “Auto” stößt man beispielsweise auf den Twitter-Account @motortalk oder @Motorwelt (ADAC), bei “Mietwagen” auf @holidayautos oder @SixtDE. Eine Kategorie “Carsharing” existiert hier allerdings noch nicht. Für unser fiktives Startup wäre das sicher lohnenswert, diese anzulegen und sich dort zu positionieren.

Tweetranking bietet für verschiedene Kategorien nutzerbasierte Empfehlungen

Tweetranking bietet für verschiedene Kategorien nutzerbasierte Empfehlungen

 

Tweetreach: Hat man bereits verschiedene (vermeintliche) Influencer gefunden, lässt sich mit diesem Tool die Reichweite und Aktivität der Twitter-Accounts überprüfen, um beispielsweise eine Priorisierung oder Gewichtung vorzunehmen. Beim Flinkster-Account wird beispielsweise eine aktuelle Reichweite von knapp 1.700 erreichten Twitter-Accounts angegeben.

 

Fazit
Automatisiertes Aufspüren von echten “Influencern” bei Twitter erfordert eine Kombination aus geschickter Nutzung diverser Tools und – wie fast überall – das Investieren von Hirnschmalz. Zum einen müssen die Rosinen in den Suchergebnissen herausgepickt werden, zum anderen ist eine Beobachtung des jeweiligen Themas über einen längeren Zeitraum nötig. Das einmalige Nutzen von Tools zur Identifikation von Influencern kann also nur ein Anfang sein. Es kommt auch immer darauf an, wer zu meinem Thema etwas zu sagen hat: Wettbewerber, Partner oder Kunden? Am Anfang jeder Suche steht jedoch immer die Antwort auf die Frage, warum man überhaupt Influencer erreichen möchte.

Seiten: Früher 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ... 28 29 30 Älter