Facebook reagiert mit seinen aktuellen Änderungen ganz offenkundig vor allem auf die Kritik an unübersichtlichen Privatsphäre-Einstellungen beim Teilen von Inhalten. Das ist richtig und wichtig und bietet natürlich trotzdem noch einiges an Spielraum zur Verbesserung. Die nicht wegzudiskutierende Euphorie für das Circle-System in Google+ könnte durchaus Anlass gewesen sein, die Adressaten eines Postings auszuwählen.

“Hallo Wach”-Effekt dank Google+ und müden Nutzern?

Da die private Nutzung bei Google+ (zumindest in Deutschland) noch extrem gering ist, macht Facebook also einen cleveren Schachzug. Man übernimmt eine Funktion, die Google+ sehr schön gelöst hat, die dort aber eigentlich keiner braucht. Wer hat dort schon einen hinreichend großen “Freundeskreis” echter Freunde?  Die meisten Postings dürften im Circle “Business” (also fast alle) zirkulieren. (Für mich schließt Google+ sowieso eher die fehlende Lücke zwischen Blog und Microblog und ist damit mehr “Angriff” auf tumblr, posterous und soup.io als auf Facebook! Man ist spontaner (und informeller) als im Blog, aber kann ausführlicher werden als bei Twitter. Und man bleibt unter sich…)

Sicherlich erhofft sich Facebook damit auch das Abfangen der sinkenden Aktivitäten im weltweit größten Netzwerk. Allerorten ist derzeit von einer Facebook-Müdigkeit die Rede. Das kann natürlich viele Ursachen haben. Eine davon könnte sein, dass viele Nutzer im Laufe der Zeit zu viele Freunde geaddet haben, um sich noch unbeschwert und frei zu fühlen und somit jede Aktion reiflich überlegt wird. Das könnte sich mit einem entsprechend einfachen Targeting der Postings dann tatsächlich ändern.

Aber was passiert mobil? Nix!

Ein weiterer Aspekt für eine Facebook-Müdigkeit könnte aber paradoxerweise auch eine stetig wachsende mobile Nutzung sein. Denn was zunächst nach mehr Aktivität schreit (immer und überall), wird durch eine ziemlich lahme App-Lösung verhindert.

Mir jedenfalls geht es so, dass ich die App so unkomfortabel finde, dass ich sie vornehmlich nutze, um mich unterwegs auf dem Laufenden zu halten, selber aber weniger aktiv werde als am Laptop.

10 Dinge, die dazu beitragen:

1. Die Ladezeit von Kommentaren auf Postings sind unterirdisch
2. Die Ladezeit von Kommentaren auf Bilder noch schlechter
3. Das Teilen von Inhalten funktioniert nicht
4. Apps (auch Facebook-eigene wie „Questions“) funktionieren mobil nicht
5. Upload von mehreren Bildern nur über Zusatz-App möglich (iLoader)
6. Der Split von Seite zu persönlichem Profil ist nicht möglich
7. Auf Seiten fehlt die Auswahlmöglichkeit, wessen Inhalte man sehen will
8. Seiten, die auf Anwendungen beruhen, werden in der App nicht gefunden
9. Das Liken von Kommentaren funktioniert nur in der eigenen Wall, nicht beim Besuch von Seiten
10. Veranstaltungseinladungen sind mobil nicht möglich

Außerdem wünsche ich mir so sehr eine Read-it-later-Funktion, denn Artikel aufrufen und mobil bookmarken ist derzeit immer noch alles andere als sexy. Oder wie macht ihr das?

Der nächste große Wurf sollte also dringend mobil passieren! Vor allem aus Sicht der Seitenbetreiber, die ja in der Regel auch privat nicht ganz unerheblich für hohe Aktivität sorgen…

Die Hipstamatic, eine analoge Plastik-Fotokamera der Brüder Bruce und Winston Dorbowski, wurde von 1982-84 hergestellt. Angeblich wurden nur 157 Stück produziert. Auf dem iPhone erlebt die Kamera als App eine Wiederauferstehung und erlaubt wirklich wunderbare Schnappschüsse im Retro-Look. Als absolute Null in Sachen Fotografie ist die App erst mit der zweiten Hype-Welle bei mir angekommen, aber ich muss sagen: Das ist ein riesiger Spaß! Durch das kleine Suchfenster und die verschiedenen Kombinationen aus Filmen, Linsen und Blitzlichtern weiß man nie, was einen erwartet. Spielerei halt, aber mit teilweise wirklich tollen Ergebnissen. Zwar schneidet Hipstamatic laut Maclife im Retro-Vergleich zu CameraBag, ToyCamera und Lomob eher dürftig ab, die dürften aber laut Aussage eines Bekannten auch eher was für echte Fotoliebhaber sein und ich.. naja, siehe oben!

Meine liebsten Schnappschüsse sind von meiner Nichte entstanden, die muss ich Euch leider vorenthalten. Aber hier gibt es mal ein paar Eindrücke, was da so rauskommt, wenn man einfach drauf hält.

 

Wesentlich besser können das 57.910 Fans auf Facebook oder in der Big Hipstamatic  Show

Die MESH GmbH beschreibt die Umstellung auf das neue Internetprotokoll im aktuellen IX Magazin. IPv6 verfügt über so viele Adressen, dass es locker alle Sterne im Universum damit versorgen könnte.

Wo bleibt IPv6?
IPv6 ist der running Gag des Internets. Bisher hat sich das neue Protokoll null durchgesetzt. Leider. Dabei ist es gar nicht schlecht. Anders als IPv4 mit seinen lächerlichen vier Milliarden Adressen verschwendet IPv6 diese regelrecht an uns User! Ihre Zahl ist höher, als die geschätzte Anzahl der Sterne im gesamten Universum.

Abermilliarden IPv6-Adressen
Im Weltall gibt es etwa 70 Trillionen  (7 * 1022 ) Sterne. IPv6 bietet rund 340 Sextillionen (3,4·1038) Adressen. Theoretisch könnte also jedes Sternsystem ungefähr 4,8 Billiarden (4,8* 1015) IPv6-Adressen besitzen. Das ist pro Stern tausend Mal mehr, als IPv4 kann. Es ließe sich also in jedem Sternensystem eine Erde gründen, die über tausend Mal mehr Internetadressen verfügt, als wir derzeit haben … Krass, oder?

aresauburn : Pleiades Star Cluster (cc)

aresauburn : Pleiades Star Cluster (cc)

MESH stellt auf IPv6 um
Die MESH GmbH fängt jetzt auf unserem Planeten mit IPv6 an. Sie stellt auf das Protokoll um und betreibt es parallel zu IPv4. Patrick Kambach und Rolf Hanßen haben die IPv6-Umstellung für das IX Magazin festgehalten.