Die MIDEM, die dieses Jahr vom 24. bis 27. Januar 2010 in Cannes stattfindet, ist das wichtigste Branchen-Event der internationalen Musikindustrie auf europäischem Boden. Neben den traditionellen Themen Tonträger, Verlag, Mobil, Live und Sync erfährt vor allem der Bereich Digital Music immer mehr Beachtung bei den Machern der Mammut-Veranstaltung.

Ein Ausdruck dieses Trends ist der neugeschaffene Programmteil MidemNet Lab in dem sich die 15 zukunftsträchtigsten Start-Ups aus dem digitalen Musikgeschäft einem internationalen Fachpublikum vorstellen werden. Aus Sicht der Veranstalter und der britischen Musik-Beratungsfirma Music Ally, die den Auswahlprozess vorgenommen hat, sind diese jungen Unternehmen „die innovativsten und vielversprechendsten Start-Ups mit aufregenden digitalen Lösungen für die Musikindustrie.“

Besonders erfreulich, mit Tracks & Fields hat es auch ein Unternehmen aus Deutschland in diesen erlesenen Kreis geschafft:

Die junge Internetfirma aus Berlin präsentiert auf der Midem eine Online-Plattform, über die Musiker und Produzenten gemeinsam mit anderen Nutzern Sounds austauschen und Musik kollaborativ herstellen können. Das Berliner Unternehmen schickt sich mit diesem Ansatz an, ein Grundproblem der zeitgenössischen Musikproduktion zu lösen, in der sich Arbeitsprozesse, meist noch stärker als in anderen Branchen, über den gesamten Erdball verteilen. Die Plattform eignet sich allerdings nicht nur für User, die sich bereits kennen, sondern soll vor allem der Anbahnung von neuen Kooperationen dienen.
So können beispielsweise Produzenten von Film-, TV-, oder auch Werbeproduktionen Ausschreibungen in einem eigens dafür vorgesehenen Bereich der Kollaborations-Plattform posten und darüber direkt mit Musikern und Musikproduzenten in Kontakt treten und Aufträge vergeben. Musikfirmen wie das renommierte Elektronik-Musiklabel !K7  oder die Indie-Plattenfirma Motor Music nutzen die Beta Version von Tracks & Fields bereits jetzt, um Remix-Wettbewerbe ihrer erfolgreichsten Acts in der Online-Music-Community abzuhalten. Besonders in diesen beiden Bereichen sieht auch Christian Mix-Linzer, CEO von Tracks & Fields und selbst Chef des Musiklabels Trans Solar Records, großen Bedarf ebenso wie ein kommerzielles Potential.

Christian Mix-Linzer, CEO Tracks & Fields

Christian Mix-Linzer, CEO Tracks & Fields

Um den speziellen technischen Bedürfnissen von Musikproduzenten und Bands gerecht zu werden ermöglicht Tracks & Fields den Austausch und auch die gemeinsame Bearbeitung von Sounds, Samples oder ganzen Musikstücken. Zu diesem Zweck hat Tracks & Fields einen Online-Sequenzer integriert, mit dem die Bearbeitung von acht Sound-Spuren online möglich ist. Das reicht um erste musikalische Ideen vorzustellen und kollaborativ zu bearbeiten. Der Feinschliff erfolgt dann im Anschluss mit professionellen High-End-Produktionstools wie Cubase oder Logic Studio. Die dabei entstehenden riesigen Daten-Files können ebenfalls über Tracks & Fields ausgetauscht oder in der Music Library unter verschiedenen Lizenzmodellen abgelegt werden, erfreulicherweise auch unter der abstufbaren Creative Commons Lizenz.

Tracks & Fields wird offiziell im Rahmen der Midem  lanciert, die Beta Version der Plattform ist seit 2009 online und weist schon jetzt fünfstellige Nutzerzahlen auf.

Als ehemaliger Frankfurter habe ich die Berliner Traufhöhen-Mentalität schon immer ein wenig verachtet. Für mich ist es nun mal schwer einzusehen, dass alle Häuser gleich hoch sein sollen und einzig Kirchtürme als Ausnahme akzeptiert sind. Wenigstens konnten sich die Planer der ehemaligen Hauptstadt der DDR in dieser Hinsicht von überkommenen Vorstellungen lösen. So entstanden wundervolle Prunkbauten im Stil des sozialistischen Klassizismus entlang der Karl-Marx-Allee und das modernistische Hochhaus-Ensemble am Alexanderplatz.

Eben dort, im 11. Stockwerk des ehemaligen Haus des Reisens in der Alexanderstraße 7, wurde gestern das neue Büro des Internetradiodienstes Aupeo! von einer bunten Gesellschaft bei Bier und House-Beats feierlich eingeweiht. Unter den anwesenden Gästen waren neben einigen Würdenträgern der Berliner Internetszene auch etliche Vertreter der bloggenden Zunft und andere musik-, web- und kulturinteressierte Gäste.

Topthemen des Abends waren die Zukunft des Internetradios, ungeheuerliche, neue Gadgets zum Webradiohören und vor allem der Ausblick auf den nächtlichen Alexanderplatz, der so inspirierend wirkt und von so weit oben betrachtet noch viel schöner aussieht.