Im gestrigen Beitrag zur Berlin Music Week ging es ja vor allem um die Akteure der Musikwirtschaft,  die in den kommenden Tagen bei den unterschiedlichsten Panels und Workshops über die Zukunft des Musikkonsums und neue digitale Vermarktungswege diskutieren werden.

Da aber ohne Bäcker kein Brot und ohne Fleiß keinen Preis, bekommt nun standesgemäß der Künstler hier im Fischeblog die größte Aufmerksamkeit. Wenn ich also musikschaffender Künstler bin, wie beschreite ich denn überhaupt den Weg zur Profikarriere? Wer arbeitet mit mir an meiner eigenen musikalischen Entwicklung? Muss man heute vielleicht erst auf YouTube veröffentlichen, um eine Chance auf einen Plattenvertrag zu bekommen? Und warum überhaupt Plattenvertrag? Vielleicht sollte ich direkt mein eigenes Label gründen und unter diesem veröffentlichen? Hat Ani Di Franco doch auch gemacht – und das damals mit nur 50 Dollar in der Tasche.

Auf der Berlin Music Week gibt es dieses Jahr jede Menge Veranstaltungen und Workshops, bei denen sich Musiker und Kreative jeden Genres direkt Tipps bei den Profis der Branche abholen können.

a2n-Werkstatt: Coachings und Workshops für Musiker und Kreative

All2gethernow

Den Anfang macht am Donnerstag die all2gether – Werkstatt im Headquarter der Berlin MusicWeek, dem .HBC am Alexanderplatz. Die a2n-Werkstatt ist eine Art „Open Coaching“ für Bands und Musiker,  die Kontakte mit Profis knüpfen und wissen wollen, wo sie stehen und vor allen Dingen wie sie weiterkommen können. Tim Renner betonte am Dienstag zur Pressekonferenz, dass die a2n-Werkstatt Musiker, Labelchefs und langjährige Experten aus dem Musikbusiness an einen gemeinsamen Tisch bringen will.  Bei der Auswahl an Experten und Labelvertretern klingeln den Kreativen und Musikern sicher die Ohren.

Public Coaching:

Electronic (10-12 Uhr): Coaching mit Lars Lewerenz (Audiolith), sowie Sascha Kösch (de:bug) und Daniel Best (Bestworks/G.I.Disco)

Rock/Pop (12-14 Uhr): Coaching mit Ralf Niemczyk (Redaktionsleiter Musikexpress / ex-Spex), Joe Chialo (Airforce1.TV/Universal)  und Esther Riegerl (Peter Rieger Konzert Agentur)

Urban/Hip-Hop/Black (15-17 Uhr): Neffi Timur (Urban/Universal
Domestic Vertigo), sowie Pyranja (MC & Radio Host Soundgarden/Radio Fritz) und sowie Stephan Szillus (Chefredakteur  Juice Magazine)

Alternative (17-19 Uhr): Tim Renner (Motor Music), Yessica Yetil (unclesally*s), Ben Rodenbergl (Gastspielreisen Booking Agency) sowie Maurice Gajdal (Pop10/Fritz)

Um an den oben genannten Coachings teilzunehmen, müssen Musiker und Bands sich mit einem eigenen Track bewerben, den sie vorab auf die Soundcloud Dropbox der a2n-Werkstatt hochladen.

Für Kurzentschlossene besteht jedoch trotzdem die Möglichkeit, sich mit ihrem Track noch direkt am Donnerstag Morgen vor Ort im .HBC zu bewerben, wie Andrea Goetzke von a2n am Dienstag auf der Pressekonferenz versicherte.

Neben den Public Coachings werden außerdem jede Menge Workshops zu den unterschiedlichsten Themen rund um das Musiker- und Künstlerdasein angeboten. So wird es beispielsweise um Themen wie  „Crowdfunding“, „Lizenzierung der eigenen Musik für Film, Werbung und Games“, „Musik machen mit mobilen Endgeräten“ oder eben auch zur „Künstlersozialkasse “ gehen – das Musikerleben besteht eben nicht nur aus Spielen und Live-Auftritten. :)

Das vollständige Workshop-Programm findet sich hier.

Der Eintritt für den kompletten a2n-Werkstatt-Tag inklusive sämtlicher Workshops liegt bei erschwinglichen 10 Euro. Tickets gibt es online oder auch direkt vor Ort.

RED BULL MUSIC ACADEMY – Legendäre Hansastudios öffnen die Pforten

Ein weiteres Highlights für die musikschaffende Gilde ist sicherlich die RED BULL MUSIC ACADEMY WORLD TOUR, die zur Berlin Music Week auch in der Hauptstadt halt macht.  Neben einem exklusiven Eröffnungskonzert im Hansa-Meistersaal mit Brandt Brauer Frick und der Elektronik-Legende Moritz von Oswald wird es diverse persönliche Couchgespräche und Workshops mit echten Producer-Größen geben. Hier ein kleine Auswahl:

Lectures am Donnerstag:

* Couchgespräch mit diversen Legenden der Hansa-Studios, u. a. mit Tom Müller, dem Ton-Ingenieur bei Hansa aus den prägnanten Jahren 1971 bis 1989, der über die Zusammenarbeit mit Stars wie David Bowie sprechen wird.

Lectures am Freitag:

* Rap-Newcomer Casper wird sich mit Redakteur Jahn Wehn (Juice, DE:BUG) über die Entstehung seiner Arbeiten unterhalten. Danach gewährt Gareth Jones Einblicke in seine Arbeit und plauert über seine legendäre Zeit als Produzent von Depeche Mode, Einstürzende Neubauten, Wire und Erasure.

Jeweils am Donnerstag und am Freitag gibt es auch die Chance für 10 Teilnehmer an einem einen exklusiven Workshops  mit Robert Koch oder Gareth Jones teilzunehmen. Wer dabei sein will, kann sich bei intro anmelden und mit etwas Glück gehört er zu den 10 Auserwählten.

Das vollständige Programm der RED BULL MUSIC ACADEMY WORLD TOUR findet man hier.

Sämtliche Events, die zur Berlin Music Week stattfinden, sind hier aufgelistet.

Da auch der Kollege Schwerk sich als Projektleiter der Dresdner Scheune-Akademie intensiv mit dem Thema Band-Coaching befasst, hat er versprochen, hier für all jene, die nicht nach Berlin fahren können, auch noch ein Blogpost mit Tipps zu veröffentlichen.

Und da wir gerade noch bei Gareth Jones und Depeche Mode waren, gibt’s noch einen kleine musikalische Einstimmung zum Eingrooven.

 

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Diese Woche wird es heiß in Berlin, brennend heiß, ums genau zu sagen und damit meine ich nicht die bescheidene Wettervorhersage. Ab Mittwoch startet die Berlin Music Week und mit ihr eine Fülle von Events, die jede Menge Musiker, Künstler und Vertreter der Musikindustrie in die Hauptstadt locken werden. Neben einer Vielzahl von Konzerten, Parties und einem exquisiten Clubprogramm wird es für die Profis der Branche viele interessante Workshops, Panels und Netzwerkveranstaltungen geben, bei denen die Zukunft des Musikkonsums und der digitalen Vermarktung DAS große Thema sein wird.  Heute stelle ich euch hier im Fischeblog mal ein paar von mir ausgewählte interessante Veranstaltungen und Panels vor, die sich mit zukünftigen Trends im Bereich Musikkonsum und digitale Vermarktung beschäftigen. Und morgen wird es im Blog dann vorrangig um die Musikschaffenden im Business gehen – und das bedeutet ebenfalls: jede Menge spannende Workshops und Panels, teilweise sogar mit Starbesetzung.

„Meet Berlin“ – Berlin Music Commission

Den Anfang macht die Berlin Music Commission, die gleich am Mittwoch zur Netzwerkveranstaltung „Meet Berlin“ die wichtigsten Berliner Akteure der Musikwirtschaft im Popkomm Networking_Gate zum Austausch bittet.  Dort wird es in mehrere Round Table-Gesprächen um spannenden Themen wie „Digitalisierung tut nicht weh / Was die Kreativwirtschaft von anderen Branchen lernen kann“ oder auch „Wertschöpfungspotentiale einer vernetzten Kreativwirtschaft“ gehen. Außerdem finden in Kooperation mit NARIP zwei Pitch Sessions mit den Top Music Supervisoren Andrea von Foerster und Gary Calamar statt, die unter Anderem verantwortlich sind für die Soundtracks von True Blood, Dexter oder auch Grey’s Anatomy. Das ausführliche Programm mit allen Veranstaltungen gibt’s unter: http://meet.berlin-music-commission.de

Popkomm Media_Gate & Networking_Gate

In diesem Jahr bietet die Popkomm erstmals mit dem Networking_Gate und Media_Gate neue Veranstaltungsformate, die sich weg von der klassischen Messe und hin zur Kommunikationsplattform bewegen.

Beim Popkomm Media_Gate geht es von Mittwoch bis Freitag ganz klar um eins: die Zukunft des digitalen Musikkonsums. Die Vertreter der analogen und digitalen Musikindustrie sitzen hier an einen Tisch, neue Konzepte werden vorgestellt und erfolgreiche Gründer von neuen Musikplattformen- und services tauschen sich in diversen Panels und Workshops aus.

Hier eine kleine Auswahl aus dem Programm:

Mittwoch, 7.9.11

  • “What happens in the cloud, stays in the cloud – Business model cloud distribution”, Keynote & anschließendes Panel, unter Anderem mit Ben Drury von 7-digital und Oke Göttlich von Finetunes. (07.09.11/11:50 Uhr)
  • “We watch future – The reinvention of music TV in the web 2.0 age” – Panel u. a. mit Conrad Fritzsch von Tape.tv und Clemens Dreesbach von Microsoft. (07.09.11/13:45)
  • „Music mobile business – How smart mobile devices are changing music marketing and distribution“ – Panel mit bekannten Größen der Berliner Start-up-Szene wie Philipp Eibach von wahwahFM und Holger G. Weiss von aupeo! (07.09.11/15:40 Uhr)

Donnerstag, 08.09.11

  • “Re-invent music business – Who invests in the music industry?” mit u. a. Peter Bochers, Deutsche Telekom und Jörg Binnenbrücker, DuMont Venture. (08.09.11/12:00).
  • “We are jamming digital – International Live collaboration”  - Live-Digital-Jamming-Session mit Christoph Raethke, Founder Institute. (08.09.11/14:25)

Die Gesamtauflistung aller Panels & Workshops findet man auf der Seite des Veranstalters, Seedlab.tv.

Beim Networking_Gate auf der Popkomm ist der Name Programm: Hier gibt es dieses Jahr jede Menge Netzwerk-Veranstaltungen, bei denen Aussteller und Fachbesucher zusammenkommen können.  Es besteht außerdem täglich die Möglichkeit eines offenen Get-Together, jeweils zum Lunch Break von 13-14 Uhr sowie zur Blue Hour von 17-18 Uhr. Bei den sogenannten Speed-Meeting-Sessions treffen internationale Branchenunternehmer in Einzelgesprächen aufeinander. So präsentieren sich zum Beispiel am 7. September um 14 Uhr Österreich und die Schweiz mit jeweils fünf nationalen Unternehmen. Sämtliche Termine und Veranstaltungen sind hier zu finden.

Zum Abschluss noch ein Video von der Dame mit der wunderschönen Stimme, die am letzten Dienstag bei der Pressekonferenz die Berlin Music Week musikalisch eingeleitet hat: Dear Reader.

 

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Wer nix wird, wird Wirt! Das oder ähnlich „Geistreiches“ hat wohl jeder Kneipier schon mal gehört. Wer allerdings jemals zu Studienzeiten gekellnert hat, weiß, dass das harte Gastroleben weniger nach Sekt und mehr nach Spülwasser schmeckt. Da will man sich als einfache Aushilfe gar nicht vorstellen, wie anstrengend das Leben als Besitzer des Ladens sein muss. Wer dann trotz alle dem immer noch Lust auf ne eigene kleine „Butze“ hat, der gründet dann vielleicht doch lieber etwas vermeintlich weniger anstrengendes – ein Start-up, irgendwas mit Mobile und Internet und natürlich in Berlin, machen ja sowieso gerade alle hier. Machen sie wirklich?

In den Medien wird Berlin derzeit geradezu gehypt, was die Start-up-Szene angeht. Fast jeden Tag werden neue Gründungen bei deutsche-startups.de bekannt gegeben und Techcrunch Blogger Mike Butcher hielt erst kürzlich Hof im St. Oberholz und lud die Entrepreneurs dieser Stadt zur Vorstellungsrunde ein. Berlin brennt vor Gründungswilligen und Kreativen, doch wie innovativ, erfolgreich und nachhaltig sind die Berliner Start-ups wirklich? Um diese Kernfragen ging es am letzten Mittwoch bei der Podiumsdiskussion im Museum für Film und Fernsehen, veranstaltet von Inforadio/rbb.

Zur Diskussion waren vier Gründer aus der Berliner Szene eingeladen: Philip Eggersglüß, unter anderem Gründer des Modelabels “Berlin Loves You” und einer der Leiter vom Founder Institute Berlin, Lydia Horn, Mit-Gründerin von Mobile Melting, einem Unternehmen, das technische Lösungen für ortsbasierte Unterhaltungen wie GPS-basierte Stadtführungen anbietet, sowie Prof. Dr. Liv Kirsten Jacobsen, Unternehmensberaterin und Lehrstuhlinhaberin am Centre for Entrepreneurship der Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder und Theofanis Vassiliou-Gioles, CEO der Testing Technologies GmbH. Harald Asel vom Inforadio leitete das Panel, in dem die zentrale Fragen des Gründens auf den Tisch gepackt wurden. Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Gründen? Wo bekommt man Kapital her? Was macht eine Gründerpersönlichkeit aus und wie und woher bekomme ich die nötige Expertise, um meine Idee auch in die Tat umsetzen zu können?

 

Panel zum Thema Gründer und Gründen in Berlin

Panel zum Thema Gründer und Gründen in Berlin

 

Matchmaking-Challenge: diejenigen, die es können suchen diejenigen, die es wollen

Nach und nach wurden an dem Abend die Kernthemen rund ums Gründen diskutiert, in einem Punkt waren sich allerdings alle Beteiligten schnell einig: das Fundament für eine erfolgreiche Gründung ist und bleibt ein gut funktionierendes Team. Lydia Horn von Mobile Melting brachte es treffend auf den Punkt: An erster Stelle steht das Team, die Expertise findet sich dann automatisch. Langsam kristallisierte sich im Laufe der Diskussion  heraus, dass die eigentliche Herausforderung eher darin besteht, diejenigen zusammen zu bringen, die es können und diejenigen, die es wollen. Technisches Know-How meets Creativity!

Doch woher kriege ich als Ideengeber genau den Programmierer/Entwickler, der meine Idee auch technisch realisieren kann? An der Uni, dem vermeintlichen Melting-Pot der Innovationen? Zumindest das Berliner Unisystem ist dafür nur minder geeignet: Techniker sitzen an der TU, Geisteswissenschaftler an der FU & HU und auch innerhalb der Uni sind die Campi fachbereichsgerecht meist fein säuberlich voneinander getrennt. Man geht doch nicht als Literaturwissenschaftler in die Juristenmensa! Der begehrte Programmierer wird zumindest in der Mensa so zur Nadel im Heuhaufen.

Für ein gelungenes Start-up-Matchmaking gibt es in Berlin zum Glück jede Menge Veranstaltungen, Organisationen und Institute, wie zum Beispiel den Entrepreneurs Club Berlin oder auch das Founder Institute, letzteres mitgeleitet von Panel-Teilnehmer Philip Eggersglüß. Der Modelabel-Gründer weiß aus seiner Arbeit, dass es bei einer Gründung eigentlich nie wirklich an Ideen mangelt. Die Schwierigkeiten seien wesentlich komplexer. Wie geht man eine Gründung überhaupt an? Was gibt es rechtlich zu beachten? Wo kommt das notwendige Kapital her? So werden die Studenten am Founder Institute, so Eggersglüß, eben auch auf diese Herausforderungen vorbereitet. Mentoren aus der Praxis unterstützen mit ihrer Erfahrung und jahrelanger Expertise. Wie soll man auch wissen, dass man sich vorab schon rechtlich schützen kann für den Fall, dass man sich zum Beispiel von einem Mit-Gründer trennen muss? Eine Art “Ehevertrag für Gründungspartner” – das hätte sicher so manchen Entrepreneur viel Ärger erspart.

 

Gründerpersönlichkeit – Talent oder doch erlernbar?

Das Thema Gründerpersönlichkeit und Gründungswille nahm an diesem Abend ebenso viel Raum innerhalb der Diskussion ein. Was für ein Typ Mensch gründet denn überhaupt in Deutschland? So ganz genau konnten die Panelteilnehmer nicht den Finger drauf legen, welche persönlichen Eigenschaften ein Gründer haben muss. An eins darf es jedenfalls nicht mangeln: Mut, Spaß und den Willen, etwas auf die Beine zu stellen. Klingt pathetisch, klingt verdammt nach Studententraum und genau von denen würde man diese Attitüde erwarten. Pustekuchen! Prof. Jacobsen verriet im anschließenden Gespräch, dass nach ihrer Erfahrung doch sehr viele Studenten nach dem Studium unbedingt bei einem der großen, alteingesessenen Konzerne einsteigen, dort die Karriereleiter hochklettern möchten und sich in die „klassische“ Laufbahn reinkatapultieren lassen wollen. Bitte was?

Die Professorin und Unternehmensberaterin hat selbst bei ihren Gründungsseminaren sogar oft mit der Meinung der Eltern zu kämpfen. Die können dem Gründungswunsch ihrer Sprösslinge häufig nicht viel abgewinnen. „Kind, du musst doch nicht gründen, du hast doch studiert, mach doch was Anständiges“ – schon erstaunlich, dass gerade in Zeiten der Finanzkrise auf altbewährte Riesen der Branche „vertraut“ wird. Woher rührt dieser Wunsch nach der vermeintlichen finanziellen „Sicherheit“ eines Großkonzerns, nach der „klassischen“ Karrierelaufbahn, womöglich noch mit anschließender Verbeamtung? Subjektiv gefühlt sind die meisten Eltern heutzutage doch eigentlich der Meinung, dass ihr Kind beruflich etwas machen sollte, was ihm auch Spaß macht. Selbstverwirklichung wird gepredigt, aber sobald die mögliche finanzielle Unsicherheit dazu kommt, zieht man doch den „klassischen“ Karriereweg vor? Nicht, dass alle Konzerne schlecht wären und auch eben genau so eine Karriere auch zu Anfang sehr lehrreich sein kann, aber eigentlich müssten doch die Impulse für neue, junge, innovative Firmenkonzepte eher auch von der jungen Generation kommen, oder?

Zum Glück gibt es auch noch die anderen, die Studenten, Jungunternehmer, die Bock auf etwas „Eigenes“ haben und diejenigen, die vielleicht erstmal ein paar Jahre Berufserfahrung in einem Konzern sammeln, um dann von dort aus zu gründen.  Unsicherheit gehört nun mal zum Leben dazu, klingt wiederum pathetisch, ist aber so und Theofanis Vassiliou-Gioles sagte es an dem Abend ganz treffend: Gründen macht Spaß! Und wisst ihr, was noch Spaß macht: die Wertvorstellungen der Eltern ab und an auch über Bord zu werfen und lieber ein ernsthaftes Gespräch mit dem Kneipier seines Vertrauens zu führen.

Wer sich übrigens unsicher ist, ob er überhaupt zum Gründer taugt,  der kann dies sogar beim schon erwähnten Founder Institute testen lassen. Wie der Test genau aussieht, wurde an dem Abend leider nicht verraten, es hätte mich aber brennend interessiert.

Den Hörfunkbeitrag vom Inforadio/rbb gibt es hier in voller Länge.

 

Es wird noch lebendiger in unseren Büros. Marietta Dräger (sie hat sich ja bereits vorgestellt) und Katharina (Kathi) Zegers verstärken seit September bzw. Oktober die Berliner Fische, Stefanie (Steffi) Mainitz ist zum ersten November ins Dresdner Headquarter gezogen. Auch mit Kathi und Steffi haben wir wieder zwei neue Kolleginnen geangelt, die nicht nur Erfahrung sondern auch ansteckende Leidenschaft und Begeisterung mitbringen. Heute wollen wir sie kurz vorstellen, da beide bereits erste Blogbeiträge in der Pipeline haben und außerdem an einem Konzept für einen Blog-Dialog (nennt man das dann Blogalog?) arbeiten, in dem sie sich hier über ihre Arbeit bei den Fischen austauschen wollen. Das könnte sehr spannend werden.

Hallo und herzlich willkommen, Kathi:

Kathi ist seit Oktober im Berliner Büro der Frischen Fische. Schon während ihres Studiums der Literatur- und Kommunikationswissenschaften sammelte sie vielfältige Erfahrungen bei Online-, Mobile- und Radioredaktionen. Das PR-Fach lernte sie in der Verlagsbranche kennen und lieben, wo sie mehrere Kampagnen speziell im Onlinebereich betreute. Zu ihren außergewöhnlichen „Kunden“ gehörten unter Anderem der famose Erpel Donald Duck sowie die gallischen Enklavenbewohner Asterix, Obelix und – Beim Teutates! – natürlich auch Idefix. Im Fische-Blog berichtet Kathi über spannende, witzige, hübsche und auch hässliche Produkte aus der Welt der Gadgets.

Hallo und herzlich willkommen, Steffi

Eigentlich wie Kathi in Berlin verwurzelt, hat es Steffi im November 2010 nach Dresden in das Hauptquartier der Frischen Fische verschlagen, wo sie ihre Kunden in Sachen PR und Social Media beraten wird. Beim Berliner Querverlag und in der Jubiläumsabteilung der 60. Berlinale war sie an den unterschiedlichsten Online- und Offline-Projekten beteiligt. Auch liebt sie es, Manuskriptgutachten zu erstellen – manche ihrer Freunde unterstellen ihr gar, ein kleiner Buchstabennazi zu sein. Dennoch: Netzwerken und Kommunizieren ist ihre größte Leidenschaft, ihr Herz schlägt für Kino, elektronische genauso wie handgemachte Musik und zeitgenössische Fotografie.
In der Fische-Blogosphäre wird sie vor allem die Untiefen von Social Networks à la Facebook & Co. ergründen.

Die MIDEM, die dieses Jahr vom 24. bis 27. Januar 2010 in Cannes stattfindet, ist das wichtigste Branchen-Event der internationalen Musikindustrie auf europäischem Boden. Neben den traditionellen Themen Tonträger, Verlag, Mobil, Live und Sync erfährt vor allem der Bereich Digital Music immer mehr Beachtung bei den Machern der Mammut-Veranstaltung.

Ein Ausdruck dieses Trends ist der neugeschaffene Programmteil MidemNet Lab in dem sich die 15 zukunftsträchtigsten Start-Ups aus dem digitalen Musikgeschäft einem internationalen Fachpublikum vorstellen werden. Aus Sicht der Veranstalter und der britischen Musik-Beratungsfirma Music Ally, die den Auswahlprozess vorgenommen hat, sind diese jungen Unternehmen „die innovativsten und vielversprechendsten Start-Ups mit aufregenden digitalen Lösungen für die Musikindustrie.“

Besonders erfreulich, mit Tracks & Fields hat es auch ein Unternehmen aus Deutschland in diesen erlesenen Kreis geschafft:

Die junge Internetfirma aus Berlin präsentiert auf der Midem eine Online-Plattform, über die Musiker und Produzenten gemeinsam mit anderen Nutzern Sounds austauschen und Musik kollaborativ herstellen können. Das Berliner Unternehmen schickt sich mit diesem Ansatz an, ein Grundproblem der zeitgenössischen Musikproduktion zu lösen, in der sich Arbeitsprozesse, meist noch stärker als in anderen Branchen, über den gesamten Erdball verteilen. Die Plattform eignet sich allerdings nicht nur für User, die sich bereits kennen, sondern soll vor allem der Anbahnung von neuen Kooperationen dienen.
So können beispielsweise Produzenten von Film-, TV-, oder auch Werbeproduktionen Ausschreibungen in einem eigens dafür vorgesehenen Bereich der Kollaborations-Plattform posten und darüber direkt mit Musikern und Musikproduzenten in Kontakt treten und Aufträge vergeben. Musikfirmen wie das renommierte Elektronik-Musiklabel !K7  oder die Indie-Plattenfirma Motor Music nutzen die Beta Version von Tracks & Fields bereits jetzt, um Remix-Wettbewerbe ihrer erfolgreichsten Acts in der Online-Music-Community abzuhalten. Besonders in diesen beiden Bereichen sieht auch Christian Mix-Linzer, CEO von Tracks & Fields und selbst Chef des Musiklabels Trans Solar Records, großen Bedarf ebenso wie ein kommerzielles Potential.

Christian Mix-Linzer, CEO Tracks & Fields

Christian Mix-Linzer, CEO Tracks & Fields

Um den speziellen technischen Bedürfnissen von Musikproduzenten und Bands gerecht zu werden ermöglicht Tracks & Fields den Austausch und auch die gemeinsame Bearbeitung von Sounds, Samples oder ganzen Musikstücken. Zu diesem Zweck hat Tracks & Fields einen Online-Sequenzer integriert, mit dem die Bearbeitung von acht Sound-Spuren online möglich ist. Das reicht um erste musikalische Ideen vorzustellen und kollaborativ zu bearbeiten. Der Feinschliff erfolgt dann im Anschluss mit professionellen High-End-Produktionstools wie Cubase oder Logic Studio. Die dabei entstehenden riesigen Daten-Files können ebenfalls über Tracks & Fields ausgetauscht oder in der Music Library unter verschiedenen Lizenzmodellen abgelegt werden, erfreulicherweise auch unter der abstufbaren Creative Commons Lizenz.

Tracks & Fields wird offiziell im Rahmen der Midem  lanciert, die Beta Version der Plattform ist seit 2009 online und weist schon jetzt fünfstellige Nutzerzahlen auf.

Als ehemaliger Frankfurter habe ich die Berliner Traufhöhen-Mentalität schon immer ein wenig verachtet. Für mich ist es nun mal schwer einzusehen, dass alle Häuser gleich hoch sein sollen und einzig Kirchtürme als Ausnahme akzeptiert sind. Wenigstens konnten sich die Planer der ehemaligen Hauptstadt der DDR in dieser Hinsicht von überkommenen Vorstellungen lösen. So entstanden wundervolle Prunkbauten im Stil des sozialistischen Klassizismus entlang der Karl-Marx-Allee und das modernistische Hochhaus-Ensemble am Alexanderplatz.

Eben dort, im 11. Stockwerk des ehemaligen Haus des Reisens in der Alexanderstraße 7, wurde gestern das neue Büro des Internetradiodienstes Aupeo! von einer bunten Gesellschaft bei Bier und House-Beats feierlich eingeweiht. Unter den anwesenden Gästen waren neben einigen Würdenträgern der Berliner Internetszene auch etliche Vertreter der bloggenden Zunft und andere musik-, web- und kulturinteressierte Gäste.

Topthemen des Abends waren die Zukunft des Internetradios, ungeheuerliche, neue Gadgets zum Webradiohören und vor allem der Ausblick auf den nächtlichen Alexanderplatz, der so inspirierend wirkt und von so weit oben betrachtet noch viel schöner aussieht.