Das Livemusik-Portal Concert Online hat heute seine Zusammenarbeit mit JKP, dem Plattenlabel der Düsseldorfer Punk-Band, Die Toten Hosen, publik gemacht. Das ist natürlich an sich schon ein Hingucker, weil derzeit alle Welt über die neue Platte der Hosen, die dazugehörige „machmalauter“-Tour und nicht zuletzt über Campinos Filmdebut in Wim Wenders Streifen „Palermo Shooting“ spricht.

Direkt nach Konzertende eines jeden Hosen-Gigs verkauft Concert Online seine „Concert Sticks“, das sind USB-Speicher im Schlüsselanhängerformat mit 1 Gigabyte Volumen, auf denen eine Aufnahme aller Stücke und Zugaben abgelegt ist.
Der Kölner Internet-Startup hat mit dieser Kooperation zum einen mal wieder sein goldenes Händchen bei der Auswahl seiner Partner unter Beweis gestellt, was natürlich kein Zufall ist, sondern vielmehr zeigt, dass Branchenkenntnis und Stallgeruch auch im E-Commerce unerlässlich sind.
Zum anderen wird Concert Online mit dieser Partnerschaft seinen analogen Vertriebskanal vermutlich weiter stärken, da etliche Hosen-Fans, was sich Anhand der Reaktionen in den Fan-Foren schon jetzt ablesen lässt, einen Live-Mitschnitt „ihres Konzerts“ inklusive Zugaben auf einem USB-Stick erwerben werden.
Concert Online hat mit seiner dualen Vertriebsstrategie, also dem Online-Verkauf von Livemusik-Inhalten über den Web-Shop und den Offline-Verkauf am Merchendise-Stand nach einem Konzert, ein Modell kreiert, das nicht nur von der Musikbranche interessiert beobachtet wird. Vor dem Hintergrund sich verknappender Finanzierungsmittel werden sich viele Internet-Unternehmen in Zukunft wieder verstärkt an ihrer Profitabilität messen lassen müssen, was funktionierenden Geschäftsmodellen, wie dem von Concert Online, zu gute kommen könnte.
Open Air Festivals werden ab Mitte 30 zunehmend strapaziöser. Die negative Wettervorhersage, die eine Band, die man noch aus Jugendtagen hasst, oder die einfach viel zu lange Anfahrt werden von mir deshalb als Ausrede gerne herangezogen.
Anders verhält sich die Sache, wenn man als Professioneller auf Festivals eingeladen wird. So geschehen letztes Wochenende, als ich als Fisch die Pressearbeit unseres Kunden Concert Online auf dem melt!-Festival unterstützen sollte.

Ein angenehmer Job, konnte das Kölner Livemusik-Portal doch mit einer Weltpremiere anlässlich des angesagten Indie-Events aufwarten: per “Video Concert Stick” konnten sich Festivalbesucher den Mitschnitt eines gerade erst gesehenen Konzerts als Audio- oder Videodatei direkt auf einem USB-Stick mit nach Hause nehmen. Fach- und Consumer-Presse und sogar die Bands waren von dem neuen Vertriebskanal begeistert, für mich als PR-Mensch Anlass genug, das Erreichte gebührend zu feiern.
Versehen mit einem schicken Backstage-Ausweis und den damit verbundenen Privilegien wurde das melt! trotz Schlammschlacht und Björk (die ich echt nervig finde) zu einem grandiosen Open Air. Fazit: wenn Anlass und Rahmenbedingungen stimmen, spielt das Alter gar keine Rolle.
Zugegebenermaßen wird über unsere PR-Kunden ziemlich selten in den Feuilletons hiesiger Tageszeitungen berichtet. Legendär ist der Bericht des Chefs vom Welt-Feuilleton, Eckhard Fuhr, über seinen Selbstversuch mit einem Segway. Und dann gab es da noch den Artikel von Dr. Raymond Wiseman in der FAZ über das Wesen einer PC-Tastatur an sich anhand eines Modells von Genius.
Heute hat uns Martin Hatzius vom Neuen Deutschland mal wieder zum Zungeschnalzen gebracht:

Unschuldig fängt er an mit dem Titel “Konzerte to go“, um dann seine Leser mit Schweiß-, Blut- und Fleisch-Romantik zu emotionalisieren, bis der Mittelteil in einer Reminiszenz an Pythagoras, Schopenhauer und Adorno (so die Deutungsversuche innerhalb unserer Agentur) die Meta-Ebene geschickt mit einer schnöden Produktneuheit verwebt.
Live zeigt sich Musik in ihrer Ursprünglichkeit: als strukturierte Zeit. Es zählt der unwiederbringliche Moment, nichts ist vorhersehbar, alles vergänglich. Konzerte sind Leben. Dass Leben in eine Hosentasche passt, ist ein absurder Gedanke. Gewesen. Denn auf dem morgen beginnenden Melt!-Festi- val haben die Fans erstmals Gelegenheit, eine Auswahl der Konzerte als Audio- oder Video-Mitschnitt auf einem USB-Stick mit nach Hause zu nehmen. Das Livemusik-Portal Concert Online, das sonst Konzertaufnahmen zum Download bereitstellt, macht’s möglich.
Schön zu sehen, wie nach solcher Lektüre die internen Mailinglisten heißlaufen und Diskussionen über Musiktheorien von Archytas von Tarent über Heidegger bis zu Luhmann entstehen. Dankeschön, Herr Hatzius.