Die Berichterstattung über die Einführung der neuen Facebook Timeline “Chonik” zeigt einiges über die deutsche Medienlandschaft. Fast alle betonen den Umstand, dass alle Nutzer nun umstellen müssen (die Rede ist von “Chronikpflicht” und “Zwang“) und tun so, als wäre es das selbstverständlichste der Welt, dass man sich Benutzerführung, Funktionen und Layout von Online-Angeboten selber auswählen kann.

Das kann ich aber so gut wie nie! Nicht bei Twitter, nicht bei Ebay, nicht bei Googlemail, dem Kicker oder meiner Bank. Myspace? Reden wir nicht drüber….

German Angst nennt man im angelsächsischen Sprachraum die „typisch deutsche Zögerlichkeit” und damit ist auch die Angewohnheit gemeint, neuen Dingen möglichst aus dem Weg zu gehen. Wir waren so ungefähr die letzte Nation, die Facebook für sich entdeckt hat und jetzt soll es bitte auch so bleiben, wie es ist.

Medien versus “Datenkrake”

Und so kolportieren die Medien den Untergang des Datenschutzes und verschweigen (aus Unwissenheit oder bewusst?), dass die Nutzer es weiterhin absolut und vollkommen selber in der Hand haben, was auf ihrer Wall gepostet wird und was nicht. Und – das wird sogar einfacher – wer was sehen darf. Man muss Anwendungen weiterhin zustimmen und kann sie wieder deaktivieren.

Nutzer versus “alles neu”

Die Nutzer selber wehren sich gar nicht so sehr gegen die vermeintliche Datenkrake. Sie haben Facebook halt auch viel besser verstanden als gewisse Redakteure und sehen auch keinen Wettbewerber um Werbeetats.

Dafür aber hassen sie seit jeher jede Layoutveränderung.

Eine Layout-Chronologie

Darum hat Steffi mal für Euch einen kleinen Trip in die Geschichte des Facebook-Layouts übersetzt

***Facebook 1.0 – 2005

Die guten alten Zeiten. Das wunderschöne Original-Layout von Facebook datiert auf das Jahr 2005. Es war erfrischend, blau, einfach und unschuldig. Und es umwehte der Geist des Intimen, Geheimen.
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Sebastian hat mich neulich darauf angesprochen, ob Unternehmen Daten aus sozialen Netzwerken, z.B. Tweets, Beiträge auf der FanPage etc. sichern müssen / sollen / dürfen? Eine spannende Frage, die man im ersten Reflex sarkastisch lächelnd mit der Phrase „Es wäre sicherlich keine schlechte Idee“, beantworten möchte. Diese Antwort ist zwar nicht grundlegend falsch, aber im Detail ähnlich komplex wie die Gleichung E=mc2.

Gibt es eine (gesetzliche) Pflicht zur Datensicherung?

Bedenkt man die Unmengen an Daten, die tagtäglich produziert werden und welchen Wert zumindest ein Teil dieser Daten für Unternehmen hat, ist die Frage ob man Daten sichern SOLLTE, nach meiner ganz subjektiven Meinung rein rhetorisch.

Daneben stellt sich jedoch die Frage, ob es neben dem ureigenen Interesse an der Datensicherung auch eine gesetzliche Pflicht zur Datensicherung gibt. Um die Antwort vorweg zu nehmen: Ja!
In diversen Gesetzen, so z.B.

• dem Handelsrecht
• dem Aktienrecht
• speziell geschaffenen Verwaltungsvorschriften GDPdU, GoBS

findet sich die Pflicht, bestimmte Daten, insbesondere buchhaltungsrelevante Daten nach ganz bestimmten Kriterien zu sichern.

Besonderer Beachtung bedarf dabei der weitreichende §91 Abs. 2 AktG. Diese Vorschrift enthält zwar keine ausdrückliche Pflicht zur Sicherung von Daten oder gar Daten aus sozialen Netzwerken, verpflichtet den Vorstand aber alle Maßnahmen zu treffen, um

den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen zu erkennen.

Das beinhaltet AUCH die Pflicht zur ordnungsgemäßen Datensicherung und umfasst im Gegensatz zu HGB, GDPdU und GoBS nicht nur buchhaltungsrelevante Daten, sondern alle unternehmenskritischen Daten.

Eine weitere Besonderheit ist die Tatsache, dass die wesentlichen Pflichten, die sich aus dieser Vorschrift ergeben nach dem Willen des Gesetzgebers nicht allein den Vorstand von Aktiengesellschaften treffen, sondern auch die Geschäftsführung anderer Rechtsformen, egal ob Personen- oder Kapitalgesellschaft.

Daneben kann sich die Pflicht zur Datensicherung auch aus privatrechtlichen Verträgen, so z.B. Webhosting Verträgen ergeben.

Ergibt sich daraus die (gesetzliche) Pflicht zur Datensicherung in sozialen Netzwerken?

Wie so häufig lautet die Antwort: „Es kommt darauf an“. Konkret darauf wie und in welchem Umfang soziale Netzwerke im Unternehmen genutzt werden und welche Daten dort generiert bzw. vorgehalten werden.
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Wie bereits geschildert, haben wir zusammen mit den Jungs von ostec ein kleines Tool namens Nomimago entwickelt, um personalisierte Titelbilder (Cover Pics) für die neue Facebook Timeline (“Chronik”) zu gestalten. Bisher kann man seinen Namen als Tattoo, als Hollywood-Schild oder als ins Eis gekratzte Schlittschuhspur visualisieren. Weitere Motive und die Individualisierung durch Bilder-Uplaods waren (und sind) geplant. Eine neue Konzeptidee seht ihr hier:

Einsatz für Marketing liegt nahe, ist aber nicht erlaubt

Natürlich hätten wir das gerne auch unseren Kunden angeboten. Wir dachten an Geburtsanzeigen (powered by Windelproduzent) oder Reifenspuren im Wüstensand (powered by Reifenfirma). Leider war es ein wenig unklar, was genau Facebook damit meint, wenn es die Nutzung der Titelbilder für Werbezwecke verbietet. Geht es dabei nur um bezahlte Werbung (sehr verständlich, dass die Nutzer ihre Titelbilder nicht verkaufen sollen) oder auch um gebrandete Bilder, die der Nutzer aus emotionaler Verbundenheit mit der Marke hochlädt?

Aufgrund unseres cleveren Timings (Launch kurz vor Weihnachten), hat es ein wenig gedauert, bis wir gestern dazu eine Antwort von Facebook erhalten haben. Diese lautet:

Leider dürfen die Nutzer nicht aufgefordert werden, Ihre Cover Pics zu ändern, um so zu Anwälten der Marke zu werden. Dafür gibt es auch keine Lizenz, oder eine monetäre Lösung.

Schade…! Trotzdem werden wir das Projekt weiterführen.
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Jeder, der ein Blog und/oder eine Facebookseite pflegt, weiß, dass dort keine Weisheit weniger zählt, als die Mutter aller protestantischen Arbeitsregeln: Von nix, kommt nix!

Du kannst Dir noch so viel Mühe geben für Deinen Blogpost und stundenlang an Formulierung, Herleitung, Verlinkung und Bildmaterial arbeiten: Jedes halbwegs süße Katzenfoto (Arbeitsaufwand im Regelfall: 5 Minuten Digitalfotografie plus 20 Minuten Photoshop) generiert mehr Likes.

Von nix kommt nix? Von wegen! Der dümmste Bauer hat die größten Kartoffeln und macht aus Scheiße Gold. Jedenfalls wenn man Likes als das Gold des Social Universums ansieht.

Aber ganz so ist es natürlich nicht….

So wichtig die Quantität von Likes, Backlinks und Kommentaren im Blog oder auf Facebook natürlich sind, um die Bekanntheit und das Ranking zu verbessern, so fraglich bleibt es doch, wie nachhaltig das Verbreiten lustiger Virales wirkt.

Das Katzenvideo-Dilemma

Im letzten Jahr sind dermaßen viele Fanseiten an den Start gegangen, dass man heute eigentlich nur noch über Unternehmen redet, die noch keine Facebook-Präsenz haben. Das hat zu einem wahren Posting-Gewitter geführt, denn insbesondere unerfahrene Admins waren in einem wahren Teufelskreis gefangen. Um möglichst viele Fans zu bekommen, waren sie möglichst aktiv – ungeachtet der Tatsache, dass bei einer Studie von Cotweet und Exacttarget der häufigste Grund (44%) für das Entfolgen einer Seite war, dass diese zu viele Updates gepostet hatte. Ich erinnere mich an eine Online-Druckerei, die meinte, mir jeden Tag einen Guten Morgen wünschen zu müssen…

Als man dann merkte, dass man mit „Hallo, was macht ihr heute so?“ nicht weiter kam, setze man auf eigene (oder noch einfacher: im Netz gefundene) lustige Bilder. Der Erfolg kommt dabei – je nach Talent – meist relativ schnell. Endlich die ersten Likes, die ersten Shares, die ersten Kommentare. Merke: Der Mensch ist auf Facebook, um sich zu unterhalten.

Nun hat man leider ein Problem: Wer wegen Katzenbildern kommt, der will auch am nächsten Tag nichts über Druckpreise, Software-Updates, Gebrauchtwagenangebote oder wissenschaftliche Theorien hören. Der will: Katzenbilder! Und zwar bitte neue und nicht die, die man schon auf fünf anderen Fanpages gesehen hat.

DANKE vs. LOL: Problemlösungen konvertieren besser als Lacher

Darum sollte man nicht verzweifeln und auch weiterhin auf qualitativ hochwertige Postings setzen und nicht auf Teufel komm raus im Wettstreit um die meisten Likes mitmachen. Das gilt vor allem in Blogs, wo ein Posting auch noch ein Jahr später Traffic erzeugen kann und im besten Falle in einen Kundengewinn mündet.

Im Idealfall versetzt sich der Coporate Blogger immer wieder in die Lage der unterschiedlichen Kundenbedürfnisse (nicht nur aufs eigene Produkt bezogen) und versucht, diese in seinem Blog aufzugreifen. Dafür gibt es in der Regel wenige Kommentare, aber Fakt ist, dass Information und Problemlösungen immer noch erfolgversprechender sind als kurze Lacher. Der Leser setzt sich intensiver mit Eurem Inhalt auseinander und Euer Dank ist ihm sicher.

Um das zu verdeutlichen, haben Juliane und ich Euch eine kleine Motivationsgrafik gestaltet, die ihr Euch an die Wand hängen könnt. Und immer wenn einer der Wettbewerber wieder schneller war mit dem Viral der Woche, setzt ihr Euch hin und schreibt einen informativen Blogbeitrag. Nicht für die ganze Welt. Nur für Eure Kunden!

Nomimago ist ein Bilder-Generator für die neue Facebook-Ansicht “Chronik”, den wir als Showcase zusammen mit den Dresdner Agile-Developing-Assen ostec gebaut haben. Es handelt sich nicht um eine Facebook-App, verlangt also keinerlei Daten. Ob und wie wir Nomimago auch Kunden anbieten, hängt davon ab, welchen Spielraum Facebook letztlich für eine werbliche Nutzung zulässt. Mehr dazu weiter unten und in der Pressemitteilung.

Chronik kommt

Bisher haben nur ca. drei von zehn meiner Facebook-Freunde die neue Profilansicht “Chronik” genannt aktiviert. Wenn wie angekündigt “zwischen den Jahren” alle Profile umgestellt werden, könnte das also recht lustig werden. Nach einer kurzen Hilflosigkeit vor allem auf Seiten derjenigen, die Facebook nur selten benutzen, dürfte Facebook die größte Like-Welle überhaupt erleben, denn das neue Profil bringt viele vergessene Highlights wieder an die Oberfläche.

Kein Grund zur Panik

1. Auch wenn überall zu lesen ist “Facebook will alles wissen“. Immer noch entscheiden die Nutzer, was sie mit wem teilen. Und es ist leichter denn je, seine Privatsphäre-Einstellungen individuell für jedes Posting zu modulieren und das vor allem auch für zurückliegende.

2. Die eigentliche Nutzung selbst ist direkt nicht betroffen! “Arbeiten” tut man ja in der Regel nicht in den Profilen sondern in der Wall (bei vielen auch “Startseite” oder “Übersicht” genannt). Hier verändert sich zunächst einmal nichts. Man kann aber leichter in vergangenen Meldungen, Fotos, Videos und Linktipps seiner Freunde kramen. Das wird zu mehr Sorgfalt beim Upload und bei der Freundesauswahl führen. Und das kann nicht so verkehrt sein. Wenn wir Facebook mit einer Zeitung vergleichen, dann bleibt das Layout beim Lesen gleich, wir können uns nur leichter im Profil des jeweiligen Redakteurs umschauen. Und was wir dort finden, legt der alleine fest.

Nomimago hilft bei der individuellen Gestaltung

Neu ist auch, dass man sein eigenes Profil durch ein großes Titelbild zum ersten Mal individuell gestalten kann. Zusammen mit den sympathischen Jungs von ostec haben wir daher den smarten Bilder-Generator Nomimago gebaut. Nomimago bietet die Möglichkeit, drei Fotomotive zu personalisieren und so ein gestalterisches Ausrufezeichen zu setzen. Man kann Namen (Orte, Vereine) z.B. auf den Hollywood Hills oder als laszives Tattoo platzieren oder eine Liebesbotschaft ins Eis kratzen:

Ob wir Nomimago auch Kunden anbieten, hängt davon ab, welchen Spielraum Facebook letztlich für eine gewerbliche Nutzung zulässt. Laut Nutzungsbedingungen dürfen die Nutzer das Titelbild nicht für Werbezwecke gebrauchen. Fraglich ist, ob damit nur bezahle Werbung gemeint ist. Vorstellbar ist ja einiges. Ich denke sofort an Fußballschuhe, Trikots, Filmplakate, VIP Tickets, Strassenschilder, die man auch mit dem Logo des Sportartiklers, des Trikot-Sponsors oder einer Stadt branden kann. Eine Anfrage läuft jedenfalls.

Linksammlung:

*Die Pressemitteilung zu Nomimago gibt es hier

*Die offizielle Einführung von Facebook zur neuen Profilansicht gibt es hier

*Infos zur neuen Timeline geben u.a. t3n, Thomas HutterAnnette Schwindt und netzwelt

*Einen sehr lesenswerten Beitrag zum Thema Privatsphäre und Datenschutz hat Christian Möller auf allfacebook.de geschrieben.

*Wer partout das alte Profil zurück will, kann das temporär sicher über Plug-ins steuern. Aber man auch sein Leben lang in beige rumlaufen :D

*Eine Übersicht weiterer Titelbild-Anbieter (Fotos only) zeigt Mashable.

*Für die kreative und technisch begabteren gibt es hier Inspirationen für das Titelbild!

 

Facebook reagiert mit seinen aktuellen Änderungen ganz offenkundig vor allem auf die Kritik an unübersichtlichen Privatsphäre-Einstellungen beim Teilen von Inhalten. Das ist richtig und wichtig und bietet natürlich trotzdem noch einiges an Spielraum zur Verbesserung. Die nicht wegzudiskutierende Euphorie für das Circle-System in Google+ könnte durchaus Anlass gewesen sein, die Adressaten eines Postings auszuwählen.

“Hallo Wach”-Effekt dank Google+ und müden Nutzern?

Da die private Nutzung bei Google+ (zumindest in Deutschland) noch extrem gering ist, macht Facebook also einen cleveren Schachzug. Man übernimmt eine Funktion, die Google+ sehr schön gelöst hat, die dort aber eigentlich keiner braucht. Wer hat dort schon einen hinreichend großen “Freundeskreis” echter Freunde?  Die meisten Postings dürften im Circle “Business” (also fast alle) zirkulieren. (Für mich schließt Google+ sowieso eher die fehlende Lücke zwischen Blog und Microblog und ist damit mehr “Angriff” auf tumblr, posterous und soup.io als auf Facebook! Man ist spontaner (und informeller) als im Blog, aber kann ausführlicher werden als bei Twitter. Und man bleibt unter sich…)

Sicherlich erhofft sich Facebook damit auch das Abfangen der sinkenden Aktivitäten im weltweit größten Netzwerk. Allerorten ist derzeit von einer Facebook-Müdigkeit die Rede. Das kann natürlich viele Ursachen haben. Eine davon könnte sein, dass viele Nutzer im Laufe der Zeit zu viele Freunde geaddet haben, um sich noch unbeschwert und frei zu fühlen und somit jede Aktion reiflich überlegt wird. Das könnte sich mit einem entsprechend einfachen Targeting der Postings dann tatsächlich ändern.

Aber was passiert mobil? Nix!

Ein weiterer Aspekt für eine Facebook-Müdigkeit könnte aber paradoxerweise auch eine stetig wachsende mobile Nutzung sein. Denn was zunächst nach mehr Aktivität schreit (immer und überall), wird durch eine ziemlich lahme App-Lösung verhindert.

Mir jedenfalls geht es so, dass ich die App so unkomfortabel finde, dass ich sie vornehmlich nutze, um mich unterwegs auf dem Laufenden zu halten, selber aber weniger aktiv werde als am Laptop.

10 Dinge, die dazu beitragen:

1. Die Ladezeit von Kommentaren auf Postings sind unterirdisch
2. Die Ladezeit von Kommentaren auf Bilder noch schlechter
3. Das Teilen von Inhalten funktioniert nicht
4. Apps (auch Facebook-eigene wie „Questions“) funktionieren mobil nicht
5. Upload von mehreren Bildern nur über Zusatz-App möglich (iLoader)
6. Der Split von Seite zu persönlichem Profil ist nicht möglich
7. Auf Seiten fehlt die Auswahlmöglichkeit, wessen Inhalte man sehen will
8. Seiten, die auf Anwendungen beruhen, werden in der App nicht gefunden
9. Das Liken von Kommentaren funktioniert nur in der eigenen Wall, nicht beim Besuch von Seiten
10. Veranstaltungseinladungen sind mobil nicht möglich

Außerdem wünsche ich mir so sehr eine Read-it-later-Funktion, denn Artikel aufrufen und mobil bookmarken ist derzeit immer noch alles andere als sexy. Oder wie macht ihr das?

Der nächste große Wurf sollte also dringend mobil passieren! Vor allem aus Sicht der Seitenbetreiber, die ja in der Regel auch privat nicht ganz unerheblich für hohe Aktivität sorgen…

Auch wenn immer häufiger von “Live Kommunikation” die Rede ist, wenn wir vom Marketing im Umfeld von Messen, Kongressen, Festivals oder Roadshows sprechen, hat die “Live-Übertragung” eindeutig noch jede Menge Optimierungspotential. Video-Streams und richtig gut gemachte Content-Walls sind immer noch rar. Die “user-generierte Liveübertragung” steckt noch in den Kinderschuhen.

Aber der Festivalsommer steht ja vor der Tür und man darf gespannt sein, was uns dort erwartet. Insbesondere von den Mobilfunkbetreibern dürfte hoffentlich einiges kommen. Diese setzen erstens sehr stark auf Festival-Sponsoring und zweitens geht es ja um Bild-, Audio-, Video- oder Textkommentare,  die über mobile Devices der Festivalbesucher hochgeladen werden und so die Event-Eindrücke bündeln und für den Rest der Welt erlebbar machen.

Ich habe mal einig wenig Zeugs zusammengetragen, weil ich nach der optimalen Lösung suche,  das Stadtteilfest Bunte Republik Neustadt (BRN) im Web greifbar zu machen. Unsere Hauptquartier liegt in diesem Viertel und ich war bis vor kurzem “1. Direktor des BRN-Museums für Kunst, Kommerz und Kinderkram”. Mittlerweile kümmert sich zu meiner großen Freude das Stadtteilhaus um diese kleine Ausstellung. Aber dennoch fühle ich mich dem Viertel nach wie vor sehr verbunden und damit bin ich bei den Frischen Fischen nicht alleine :-)

Eine Lösung, die ich persönlich schon sehr lange verfolge ist Twitterfountain. Bei Twitterfountain kann man eine Oberfläche einrichten, bei der alle Tweets mit einem bestimmten Hashtag (z.B. #BRN11) angezeigt werden. Gleichzeitig können mit einem ebenfalls frei wählbaren Tag belegte Bilder aus Flickr und Picasa integriert werden.

Das sieht dann zum Beispiel so aus, wenn wir unseren Agentur-Hashtag mit Fisch-Fotos verknüpfen. Hier ist es auch sehr gut erklärt:

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Sehr verbreitet ist mittlerweile auch die kostenlose Foto-Lösung von Liveshare, die sogar von BILD genutzt wird, um die große Dresdner Schlagerparty aus dem Stadion in die Welt zu beamen.

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Auch der Bremer Tourismus setzt Liveshare ein. Aber natürlich geht es gerade im Tourismus auch eine Nummer größer. Kanada setzt auf eine große Outdoor-Wall

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Sehr beeindruckend ist auch die größte Multi-Touch-Wall der Welt.

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Abzuwarten bleibt, wie das mit gewaltigen Vorschusslorbeeren gestarte Color als App einschlägt. Diese Geotag-basierten Variante könnte da wirklich sehr spannend werden.

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Die Kollegen von Webfeuer haben auch Facebook-Statusmeldungen und sogar Check-Ins bei Foursquare in ihre Wall-Lösung integriert, was natürlich auch ziemlich cool ist.

Aber wie gesagt: Ich schätze mal, da wird uns bei Hurricane, Melt und Co noch das eine oder andere neue begegnen, oder?

 

 

 

 

 

 

Gestern habe ich mich ein wenig sarkastisch über den aktuellen Markt mit vermeintlich billigen aber am Ende doch teuren Willkommens-Seiten ausgelassen, die in meinen Augen für den Facebook-Anfänger ein eher überflüssiges Statussymbol sind.

Erst die Pflicht, dann die Kür, das gilt auch für Facebookseiten von kleinen und mittleren Unternehmen mit einer geringen Markenbekanntheit, die nicht direkt mit einem Budget von über 5.000 Euro für Incentives und Facebook-Ads an den Start gehen.

Was dabei etwas falsch interpretiert wurde:

Natürlich finde ich Willkommens-Seiten nicht per se schlecht. Im Gegenteil. Sie sind eines der wenigen Instrumente, seine Facebookseite zu individualisieren und seine Message zu transportieren. Dazu muss man aber eine solche Message erstmal haben und dazu muss man auch erstmal wissen, was man mit Facebook wirklich erreichen will.

Ich empfehle daher zwei Alternativen:

A: Nutzen eines kostenlosen Tools
B: Erst mal abwarten und nach einem halben Jahr entscheiden, wie viel Geld man wofür investieren möchte.

Kostenlose Tools gibt es jede Menge, das bekannteste dürfte Pagemundo sein – damit kann man schon allerhand machen, wenn man denn gutes Bildmaterial zur Verfügung hat. Wenn nicht, dann ist das eine Sache, in die man langsam investieren sollte, denn Bildmaterial braucht man für PR, die eigene Website, Broschüren und und und.

Was macht eine gute Willkommens-Seite aus?

Eine gute Willkommens-Seite

  • öffnet sich vor allem schnell. Dazu sollte die Framequelle zuverlässig sein und die Inhalte nicht zu gewaltig.
  • zeigt dem Besucher in kurzen klaren Schlagworten und Bildern, was ihn hier erwartet. Bilder sagen bekanntlich mehr als tausend Worte. Die Bildsprache muss das gewollte Image und die behandelten Themen klar darstellen.
  • stellt kurz die Akteure mit Bild und Namen vor, die für das Unternehmen auf Facebook sprechen. Das hat zum Beispiel unser Kunde die Online-Druckerei Saxoprint ganz charmant gelöst.
  • arbeitet mit „call2action“-Elementen, also zum Beispiel mit „Werde Fan“-Pfeilen, ohne dabei aufdringlich zu wirken. Kostenlose Incentives für Fans und Verlosungen wirken wie das Betteln um jeden Fan, also besser mit Inhalten überzeugen.
  • spricht den Besucher gerne direkt an. Wenn auf der Seite selbst geduzt wird, dann bitte auch auf der Startseite! („Schön, dass Du da bist“)

 

Kennt Ihr diese Gattung Mensch, die aus Unfähigkeit beim Tennis den zweiten Aufschlag noch von unten macht, aber Sportartikel für 1.000 Euro am Leib trägt? Die auch in den teuersten Carving-Skiern nicht mehr als den Stemmbogen im Kriechgang hinbekommt?

Genau so wirken manche Unternehmen (KMU) auf mich, die bei Facebook den Unterschied zwischen Fanpage und Privatprofil gerade so begriffen haben, aber bereits im zweiten Schritt eine Willkommens-Seite für minimum 500 Euro bei der lokalen Social Media Agentur in Auftrag geben. Lange bevor über die Mission und die Strategie der Aktivitäten ernsthaft nachgedacht wurde…

Denn wie auch immer sie es geschafft haben: Die Fließband-Kreativen unter den Social Medianern haben die Willkommens-Seite als absolutes „Must-Have“ etabliert. Und versucht nun, Neueinsteigern ihre Angebote für Schnäppchenpreise von 300 Euro aufwärts zu verkaufen.

Kann man machen. Muss man aber meiner Meinung nach definitiv nicht!

Sicher: Eine schöne Fassade schadet nie. Aber erstens sind Baukasten-Fassaden auch im Netz in der Regel nicht schön sondern erinnern an Fertighäuser, und zweitens geht es bei Social Media ja eben gerade nicht um die Fassade sondern um Transparenz.

Investieren lohnt sich erst, wenn es Spaß macht

Es gibt jedenfalls viel wichtigere Dinge bei der Betreuung einer Facebook-Seite als ein vermeintlich professioneller Willkommensgruß! Und genau wie beim Tennis kann man das handwerkliche Können ohne teures Equipment genauso schnell lernen wie mit. Und genau wie beim Skifahren weiß man erst dann, wenn man es kann, ob man eher Slalom- oder Abfahrt-Ski braucht. Geld investieren lohnt sich also auch in Sachen Facebook erst dann, wenn man sich wirklich sicher ist, dass man auch Spaß hat. Ja, ich habe Spaß gesagt! Anzeigen schalten muss keinen Spaß machen! Auch TV-Spots müssen einen nicht befriedigen, so lange die Tests ergeben, dass sie wirken. Aber Facebook ist anders. Es muss Spaß machen. Sogar dann, wenn es manchmal etwas weh tut. Weil ich es im Gegensatz zur TV-Ausstrahlung höre, wenn sich die Rezipienten meiner Werbung aufregen. Es muss Spaß machen und es muss eine Mission geben, warum ich eigentlich hier bin und eine Strategie, wie ich das erreichen will. Und eben handfeste, handwerkliche Erfahrungen.

Gerade kleinere Unternehmen sollten das Geld lieber in Workshops oder Literatur investieren, den Wettbewerb intensiv beobachten und – vor allem – den Austausch mit Kollegen suchen. Man sollte erst das Handwerk verstehen und sich selber möglichst viel von dem aneignen, was man braucht, um die Seite zu betreuen. Treue Kunden werden auch ohne Willkommens-Seite zum Fan. Und weiter empfohlen wird man bei Facebook garantiert niemals wegen einer Lösung von der Stange sondern wegen kreativer, origineller Ideen und weil man genau das vermittelt: Dass man Spaß an der Sache hat.

Beim ersten Aufsetzen einer Facebookseite sind eigentlich nur zwei Dinge wirklich richtig, richtig wichtig:

Der Name und die Vanity-URL! Alle anderen Dinge können im Nachhinein problemlos verändert werden.
(Bitte deswegen trotzdem Gedanken über ein aussagekräftiges, sympathisches Profilbild machen!)

Fazit

Alle Angebote “von der Stange” (egal ob App oder Willkommens-Seite) sind in meinen Augen nur was für erfahrene Facebook- oder Social Network-Nutzer, die sich sehr schnell zurechtfinden, wenn von Widgets, iFrames und Tabs die Rede ist, genauso wie der teure Carver sich erst auf der schwarz-roten Piste lohnt. Und dann fetzt es auch eindeutig mehr!

Bis vor kurzem dachte ich, das Thema Edgeranking sei nicht mehr als der neueste Bullshit-Bingo-Anwärter. Wenn ein Begriff aber in allen Schlüsselmedien hoch- und runterbesprochen wird, und dann auch noch in Verbindung mit Facebook – dann muss man doch mal genauer hinschauen. Auch weil der Edgerank- Algorithmus dem von Google gar nicht so unähnlich sein soll und angeblich viel damit zu tun hat, welche Status Updates, News, Bilder und Videos einem tagtäglich im Top News-Feed gezeigt werden – oder vor allem eben nicht gezeigt werden. Habt Ihr Euch nicht auch schon ab und zu gefragt, warum man fast ausschließlich Posts der gleichen Leute serviert bekommt, und das trotz einer Freundesliste von 100+?

Schon länger kursierte ein Video zum Phänomen Edgerank von der Firma Klurig Analytics, spezialisiert auf ‚Social Media ROI’, im Web. Hier wird erklärt, worum es beim Edgeranking geht: Neben dem ‚Most Recent’ News Feed gibt es den ‚Top News’ Feed, den laut Facebook 95% aller User nutzen, vielleicht gerade weil sie den anderen News Feed gar nicht erst bemerkt haben.  Auch wenn die Macher von TechCrunch da ganz andere Zahlen nennen: Wenn man mal länger als 10 Stunden nicht online war, leuchtet ein, dass nicht alle News gleichberechtigt und auf einer Seite angezeigt werden können, Top News hin oder her – deswegen der Edgerank-Algorithmus.  Mit Hilfe dessen ermittelt Facebook, welche Posts an erster, zweiter, dritter usw. Stelle erscheinen sollten. Und das funktioniert folgendermaßen: Den ganzen Beitrag lesen…

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