Am 02.04. veröffentlichte die GEMA eine neue Tarifstruktur für Tanzveranstaltungen mit oder ohne Livemusik. Für Großraumdiskotheken und hochpreisige Events (von der Gala bis zum Rave) erhöhen sich die Tarife teilweise gravierend.

Auch für uns Agenturen – bzw. unsere Kunden – haben die neuen Tarife Auswirkungen.

In unserem unten aufgeführten Beispiel, einer recht überschaubaren Sommerfete in einem Autohaus, erhöhen sich die Gebühren um immerhin 35% gegenüber der derzeitigen Regelung (von ca. 270,00 EUR auf 360,00 EUR). Sollte die Feier länger als fünf Stunden dauern, würde sich der neue Betrag sogar noch einmal um 50% erhöhen, also von 360,00 EUR auf 540,00 EUR, und wäre somit ziemlich genau doppelt so teuer wie heute.

Je teurer die eingeladenen Acts und je mehr Besucher, desto gravierender wird es. Ihr könnt Euch also ungefähr ausrechnen, welche Wirkungen dieser Deal auf einen Tag der offenen Tür bei einem Energiekonzern hat!  Und ich habe noch nie davon gehört, dass jemand (nur) wegen der aufgeführten Musik zu solche einem Event gegangen ist. Ihr merkt, glücklich bin ich mit der regelung nicht. Und dabei bin ich selber (noch!) als Musikverleger Mitglied in der GEMA.

 

 

Warum ich das System als solches für unlauter halte

Ich bin absolut dafür, dass die Urheber von jedem Event profitieren! Ohne Ihre schöpferische Leistung keine Party, keine Emotion, keine Gänsehaut. Aber bitte mit einer Abrechnung je Gast und nicht entsprechend der (vermeintlichen) Einnahmen der Veranstalter. Wenn der selbe Künstler die selben Songs vor 200 Leuten bei einer Kneipenfete spielt (Eintritt = 4,00 EUR) und einmal vor 200 Leuten bei einer Party im Freibad (Eintritt wegen höherer Kosten für Sound, Personal und Umbauten = 10,00 EUR), dann kann es einfach nicht sein, dass der Eintritt eine Rolle dabei spielt, wie viel am Ende beim Urheber landet. Der höhere Eintritts-Preis resultiert schließlich ausschließlich aus Mehrkosten, die nichts mit dem Urheber(recht) zu tun haben, der Gewinn ist unter Umständen sogar geringer!

Im schlimmsten Falle werden die Mehrkosten bei den aufführenden Bands, DJs und Tontechnikern eingespart. Und das ist kein System, aus dem eine Wertschätzung für kreatives Schaffen hervorgeht. Das ist eher ein ziemlicher Schlag vor den Bug der Kreativwirtschaft; Und das zu Gunsten (im Zweifel bereits vor 70 Jahren verstorbener ) Urheber bzw. deren Erben.

*Falls es jemanden interessiert: Mehr dazu habe ich bereits hier geschrieben.

Die Infografik darf unverändert in Web- und Printageboten kostenfrei genutzt werden. 

Mein erstes Weihnachten in den Bergen – oder besser mein erstes Mal überhaupt in den Bergen – war im Jahre 1982. Weiß Gott (im konkreten Fall „Weiß Gotthold“), wer oder was meinen bis dahin Wintersport unerfahrenen Vater dazu bewogen hat, seinen Jahresurlaub im Schnee zu verbringen. Wer oder was auch immer es war: Danke an dieser Stelle. Bis heute kenne ich keinen schöneren Urlaub als den im Tiefschnee.

Der Anfang dieser Leidenschaft gestaltete sich allerdings ziemlich holprig. Von unserem damaligen Wohnort, an deren Hafenkais die Weser in die Nordsee mündet, bis in das beschauliche Örtchen Unterbäch im Wallis brauchte man zwischen 10 und 15 Stunden. Zumindest mit der ersten Generation des damals auch als Aldi-Bulli oder Asiakoffer bekannten Mitsubishi L300. Vor allem, wenn auf dem Dach zwei riesige Überseekoffer, gebrauchte Kinderski, diverse Schlitten und ein kleiner Weihnachtsbaum (!) befestigt waren. Die hintere Sitzbank durch eine Liegefläche ersetzt, fuhren wir unangeschnallt und dem Rauch von etwa zwei bis drei Schachteln SL (wofür stand das eigentlich?) ausgesetzt, diese Strecke in der Regel mit Zwischenstopp im Taunus. Und ganz ehrlich: Schon dort wurde mir beim ersten Mal verdammt schwindelig ob der in meinen Augen gewaltigen „Berge“. Man bedenke, dass ich aus einer Gegend stamme, in der sprichwörtlich die Rücken der Kühe, in Wirklichkeit aber die Deiche als höchste Erhebungen herhalten müssen.

Als wir schließlich kurz nach Basel den ersten Tunnel durchquerten, der zu lang war, um durchgehend die Luft anzuhalten, hab ich wahrscheinlich nur deshalb nicht vor Aufregung gekotzt, weil meine drei kleinen Geschwister das ganze so cool genommen haben, als wären sie die Enkel von Toni Sailer persönlich.

Panik-Performance in den Serpentinen

Jedoch: Als wir dann in Visp in die Serpentinen bogen, um das 1.200 Meter hoch gelegene Unterbäch zu erreichen, hab ich eine ziemlich eindrucksvolle Panik-Performance hingelegt. Ich hab mich auf den Fußboden des Busses gelegt, den Kopfhörer aufgesetzt und so getan, als wenn ich schlafe. Was mir keiner geglaubt hat, da ich – übrigens bis heute – in Transportmitteln nicht schlafen kann (anders als mein Bruder, der manchmal schon gepennt hat, bevor der Kofferraum zu war.) Da jedenfalls dachte ich noch, ich will hier nie, nie, nie wieder her. Letzten Endes war ich in den darauffolgenden zehn Jahre dort. Manchmal sogar zwei Mal.

Weihnachten in Unterbäch war so unspektakulär, wie man es sich nur vorstellen kann. Im Ort leben heute laut Wikipedia 401 Personen, es gab eine Telefonzelle, zwei verschiedene Nachnamen (Vogler und Zenhäuser) und die vermutlich hochprozentigsten aber liebenswertesten Sesselliftboys der Welt. Auch an Silvester herrschte strengstes Verbot jedweder Pyrotechnik. Zu gefährdet war diese auf Holz und Stroh gebaute Zivilisation im verwunschenen Niemandsland der Berge. Unsere Ferienwohnung lag im ersten Stock eines alten Chalets und überzeugte mit Kohleofen, Bad auf eiskaltem Flur und einer Küche, die gerade mal so viel Platz bot, dass es japanischer Bonsai-Tricks bedurfte, unseren Weihnachtsbaum auf dem Kühlschrank zu platzieren.

Who put eilig in Heiligabend?

Heiligabend selbst verbrachte man genau wie alle anderen Tage auch auf den Pisten des kleinen, gemütlichen Skigebiets. Anschließend folgten die Rituale „Nutellabrote und Caotina für völlig durchgefrorene Kinder“ und Spaziergang mit dem Vater bis zur Bescherung. Außerdem die ersten klaren berufsvorbereitenden Maßnahmen. Mein Bruder, fingerfertig und detailverliebt, schnitzte die Requisiten für das Kasperletheater (heute ist er Chirurg) und ich war schon damals zuständig für einen guten Mix aus Drehbuch und improvisiertem Ad-hoc Storytelling…

Den ganzen Beitrag lesen…

24.Februar 2011

Taken by a Cover

Der Song, mit dem Lena Meyer-Landrut beim Eurovision Songcontest in diesem Jahr antritt, ist bereits gefühlte einhundert Mal gecovert worden. Auf You Tube habe ich nach coolen Neuinterpretationen von Taken by a Stranger geangelt.

Den Anfang macht ein junger Mann. Seine Stimme finde ich klasse.
YouTube Preview Image

„Marionette“ heißt die deutsche Neuinterpretation von „SchlechtesImage“
YouTube Preview Image

Einen lustigen Gute-Laune-Sound aus der Waschküche präsentieren „Das Projekt“
YouTube Preview Image

Magische Momente während eines Konzerts kennt jeder Musikliebhaber: Ein unvergessliches Gitarrensolo, eine plötzlich über alle Maßen knisternde Atmosphäre, ein spontanes Pamphlet des Sängers… Es gibt eine Menge Gründe, warum sich (illegale) Bootlegs immer neben dem hochgestylten Livealbum behauptet haben.

Simfylive hat vor drei Jahren daraus eine Geschäftsidee entwickelt und versorgt mit mehreren mobilen Recording-Studios Konzertgänger auf europaweiten Tourneen. Die entstandenen Aufnahmen werden dann im Onlineshop als MP3-Datei (Download oder USB Stick) angeboten.

Wir stellen heute die Top 5 Downloads im Jahr 2011 und noch einige private Konzerthighlights von Mitarbeitern der Frischen Fische vor. Verlinkt sind jeweils die Twitter-Accounts, vielleicht findet Ihr ja musikalische Freunde zum Folgen :-)

Simfylive:

1. KISS – Oberhausen – König-Pilsener-Arena – 01.06.2010
2. Mark Knopfler – London – Royal Albert Hall – 30.05.2010
3. Simply Red – Arnheim – Gelredome – 03.12.2010
4. Scorpions – Köln – Lanxess Arena – 13.11.2010
5. Elton John – Grand Rapids – Van Andel Arena – 24.04.2010

Stefen Niemeyer:

High- und Lowlight an einem Tag war hier:
Top Jethro Tull und The Australian Pink Floyd Show, oberpeinlich Eric Burdon.

Simone Riecke

Mein Konzerthighlight war die Farewell Tour 2010 von A-ha, die am 25.07.2010 das Elbufer rockte. Leider war das auch die Abschiedstour.

Stefanie Mainitz

Kat Frankie, drei Mal gesehen 2010 (24.04./Admiralspalast; 10.06./Aufsturz; 28.10./Festsaal Kreuzberg) und immer großartig. Auch nicht schlecht: The XX am 22.01. im Astra Kulturhaus.

Eric Eitel

Ganz eindeutig “Trans Am” im Bang Bang Club zu Berlin:
Sensationelles Konzert der drei leicht gealterten Herren aus Washington DC. Ich habe die Jungs auf ihrer ersten Europa-Tour 1997 in einer Zwischennutzungs-Galerie in Frankfurt mit ca. 10 weiteren Gästen gesehen, das nächste Mal in Brooklyn im ausverkauften LUXX. Trans Am wurde jedenfalls von Gig zu Gig besser und intensiver, bin gespannt, wie lange dieser Trend noch anhält.

Icke

Hundreds am 12.05. in der Scheune (DD), Sophia (Robin Proper-Sheppard Solo) am 01.06. im Societaetstheater (DD), WhoMadeWho beim La Pampa Festival und Grandfathers beim Orange Blossom Special.

Apropos Musik! Suchst Du noch ein kleines Weihanchtsgeschenk für musische Mitmenschen mit Humor? Mit der DVD Sammlung “Loriot und die Musik” macht man garantiert nichts verkehrt! Neben den von Loriot inszenierten Opern und vielen Interviews und Hintergründen befinden sich auch alle musikalischen Sketsche auf den insgesamt 5 DVDs.

Was spielst Du denn da?