Am vergangenen Freitag startete ich eine kurze Rundreise durch heimatliche Nord-Gefilde (ich bin an der Unterweser aufgewachsen) mit einem Besuch des Hamburger Barcamps, wo ich überraschend und kurz vor knapp noch auf die Liste der 400 Teilnehmer gerutscht bin. Gleich vorab: Es hat sich absolut gelohnt, dafür spontan die Reiseroute zu ändern. Viele gute Leute getroffen und – für mich das wichtigste bei einem Barcamp – ne Menge Anregungen, Ideen und Fragen mitgenommen.
Meine Ankunft erfolgte mit leichter Verspätung. Auf der Busfahrt nach Brambek sah ich ein so großartiges Beispiel für gelungene Außenwerbung, dass ich noch mal zurück musste… Begrüßung und Sessionvorstellung erlebte ich daher im Türrahmen eingequetscht. Man kann sagen: Es war ziemlich gut besucht. Auch wenn sich schon auf den ersten Blick ein klassisches, männliches Publikum offenbarte, waren doch erfreulich viele Frauen darunter! Und das meine ich nicht im Hinblick auf potentielle Flirts (vom Barcamp-Herzblatt wusste ich nichts und da war ich auch schon längst weg) sondern bezogen auf meine Post-Dmexco-Forderung nach mehr Frauen im Online-Marketing. Wie auch immer: Die Teilnehmer in Hamburg schienen (und waren) sehr sympathisch und sehr gut gelaunt! Und dabei hatte Hamburg mal wieder allerfeinstes Schmuddelwetter (Gegenwind von allen Seiten, Temperaturen knapp über Null) im Angebot. Was doch eine gute Verkostung (Kaffe, Brötchen, Mett-Igel) ausmachen kann
1. Session Venture Capital
Als erstes besuchte ich die Sesssion von Christian Leybold zum Thema Venture Capital. Ich hatte ihn bisher noch nie getroffen und fand seinen ehrlichen und unaufgeregten Workshop ohne Präsentation und Schnickschnack sehr angenehm, auch wenn sich nicht wirklich viel Neues für mich ergab. In meinen Worten zusammengefasst:
Think Big: Wer Risikokapital will, dessen Idee muss nicht nur Profit versprechen sondern vor allem Fantasien wecken. Fans des SC Freiburg sollten über Crowdfunding nachdenken, Fans vom VFL Bochum zuerst mit der lokalen Sparkasse reden. VC-Geber wollen Bayern-Fans
Auch bei VC-Gebern laufen Mails an die Info-Adresse ins Leere. Man sollte besser Netzwerktreffen (wie Barcamps) nutzen, um mit anderen Gründern ins Gespräch zu kommen, um so direkte Kontakte zu generieren
Es ist typisch deutsch und ziemlich sinnlos, seine Idee um jeden Preis geheim zu halten. Man verschenkt nur wertvolle Kontakte und Zeit, wenn man nicht die Karten auf den Tisch legt
Auf meine Frage, ob VC-Geber es gerne sehen, wenn ein Start-Up bereits Beziehungen zu einer PR-Agentur pflege, antwortete er ziemlich trocken, das hinge von der Agentur ab
(Hallo an dieser Stelle übrigens an die beiden Start-Upper, die mich im Anschluss angesprochen haben)
2. Session: Youporn regiert die Welt (und keiner merkt´s)
Reißerische Titel ziehen auch bei Barcamps. Keine wusste so genau, worauf Daniela mit ihrer Session hinaus will und so ganz richtig wusste sie das offenbar auch nicht. Gut besucht war es trotzdem. Den ganzen Beitrag lesen…
Sie ist Pflichtprogramm auf jeder Unternehmens-Website und wird zumeist auch wie eine lästige Pflicht behandelt: Die “Über uns”-Seite. Da sie für mich auch immer ein Gradmesser für PR- und Social Media-Potentiale ist, habe ich mit Freude den lesenswerten Blogbeitrag von Adam Kreitman, Inhaber der SEM-AgenturWords That Click gelesen. Es geht um die Nichtigkeit und (daraus resutlierende) Unterträglichkeit der meisten “Über uns”-Texte und vor allem das dadurch verschenkte Potential!
Völlig zutreffend stellt er fest, dass die meisten Unternehmen in ihrem Selbstportrait vor allem beweisen, wie schwer es ihnen fällt, die Kunden-Perspektive einzunehmen. In gefühlt 90% aller Fälle lesen wir dort, dass die Firma die geilste Firma mit den geilsten Produkten und den geilsten Mitarbeitern ist. Das Ganze schildern sie dann mehr oder weniger ausführlich und blumig, um abschließend in einem Kernsatz festzuhalten, dass die Firma die geilste Firma mit den geilsten Produkten und den geilsten Mitarbeitern ist.
Adam betont: “That’s all well and good, but there’s just one problem…no one cares! People care about themselves. They want to know how your company, your products/services, and your employees can improve their lives.”
Seine These: Unternehmen sollten nicht so oft von Eitelkeit geblendet in den Spiegel schauen, sondern festhalten, wie sie sich Ihren “perfekten Kunden” vorstellen. Das würde viel mehr über das eigene Unternehmen aussagen als die typische Selbstbeweihräucherung.
Was die “Über uns”-Seite über das Social Media-Potential von Unternehmen aussagt
Insbesondere für B2B-Unternehmungen möchte ich Adam bedingungslos zustimmen! Wo kann ein Unternehmen auf seiner Website mehr Persönlichkeit demonstrieren als an dieser Stelle? Wenn ich das Potential eines Kunden im Social Web untersuchen soll, ist meine erste Handlung immer der Besuch auf dessen “Über uns”-Seite. Je allgemeiner, werblicher (und langweiliger) dort ein Unternehmen vorgestellt wird, desto schwerer wird ihm die Kommunikation im Social Web fallen.
Natürlich gilt auch hier die alte (Social Media)-Weisheit: “It´s not what you say that matters, it´s what you do!” Aber die “Über uns”-Seite ist eben eine wichtige (oftmals sogar die einzige) geschriebene Wertegrundlage, an der man das Tun eines Unternehmens messen kann. Und die erste Handlung betrifft zum Beispiel das verwendete Bildmaterial, welches ja mehr “Über uns” verraten soll. Stock-Fotos gehen eigentlich gar nicht. Aber guck an, die Mitarbeiter einer fränkischen Steuerkanzlei arbeiten auch in einem schwedischen Handyladen und da twittert das “Social Media Gesicht” einer Münchener Online-Prospekt-Seite auch für eine US-amerikanische iPhone-App.
Das gilt übrigens mindestens genauso im Hinblick auf potentielle Bewerber. Ich weiß noch genau, wie beeindruckt ich war, als ich zum ersten Mal auf der Fische-Website neben vielen anderen guten Einblicken davon las, dass sich potentielle Kunden besser nach Alternativen umschauen sollten, wenn es ihnen schwer falle, dass man als Dienstleister auf Augenhöhe auch mal Klartext rede. Den ganzen Beitrag lesen…
Bis vor kurzem dachte ich, das Thema Edgeranking sei nicht mehr als der neueste Bullshit-Bingo-Anwärter. Wenn ein Begriff aber in allen Schlüsselmedien hoch- und runterbesprochen wird, und dann auch noch in Verbindung mit Facebook – dann muss man doch mal genauer hinschauen. Auch weil der Edgerank- Algorithmus dem von Google gar nicht so unähnlich sein soll und angeblich viel damit zu tun hat, welche Status Updates, News, Bilder und Videos einem tagtäglich im Top News-Feed gezeigt werden – oder vor allem eben nicht gezeigt werden. Habt Ihr Euch nicht auch schon ab und zu gefragt, warum man fast ausschließlich Posts der gleichen Leute serviert bekommt, und das trotz einer Freundesliste von 100+?
Schon länger kursierte ein Video zum Phänomen Edgerank von der Firma Klurig Analytics, spezialisiert auf ‚Social Media ROI’, im Web. Hier wird erklärt, worum es beim Edgeranking geht: Neben dem ‚Most Recent’ News Feed gibt es den ‚Top News’ Feed, den laut Facebook 95% aller User nutzen, vielleicht gerade weil sie den anderen News Feed gar nicht erst bemerkt haben. Auch wenn die Macher von TechCrunch da ganz andere Zahlen nennen: Wenn man mal länger als 10 Stunden nicht online war, leuchtet ein, dass nicht alle News gleichberechtigt und auf einer Seite angezeigt werden können, Top News hin oder her – deswegen der Edgerank-Algorithmus. Mit Hilfe dessen ermittelt Facebook, welche Posts an erster, zweiter, dritter usw. Stelle erscheinen sollten. Und das funktioniert folgendermaßen: Den ganzen Beitrag lesen…
Eine der Lieblingsfragen jedes Online-Kommunikation-Beraters ist „Was kostet Social Media?“. Eine Frage, auf die man natürlich genauso wenig eine sachliche Antwort geben kann, wie auf die Fragen: „Was kostet Werbung?“ oder „Was kostet Mobile Marketing?“. Es versteht sich von selbst, dass jedes Unternehmen sich individuell sein entsprechendes Budget kalkuliert. Hängt ja von den Zielen ab. Und von den finanziellen Möglichkeiten.
Das gilt aber natürlich auch für Social Media. Trotzdem ist es natürlich wichtig, sich vor dem Gang ins Social Web Gedanken darüber zu machen, was für Kostenpunkte entstehen und aus welchem Topf diese bezahlt werden. Eine Frage ist:
Braucht man ein eigenes „Social Media Budget“?
Und wenn ja: Ist das ein zusätzlicher Topf? Oder können (müssen?) die Maßnahmen nicht vielmehr in bestehende Budgets (PR, Marketing, Kundenservice, Recruiting) eingerechnet bzw. aus diesen Töpfen bezahlt werden?
Zunächst einmal sollte klar sein, dass – unabhängig von Branche und individuellen Zielen – vor allem eins benötigt wird: Manpower. Denn Social Media Relations werden von Menschen gepflegt. Auch wenn Youtube immer ganz weit vorne steht, wenn es um soziale Netzwerke geht: Virale Videos (und die Kosten dafür) sind kein Social Media sondern reines (Guerilla) Marketing. Und der Etat dafür sollte aus dem Media-Budget kommen. Eigentlich…
Virale Videos funktionieren allerdings umso besser, je engagierter ein Unternehmen im Social Web vernetzt ist. Und das kostet vor allem Zeit. Und somit Personalaufwand. Und zwar in relevanter Größenordnung. Denn das dürfte mittlerweile fast überall angekommen sein: Social Media ist keine Aufgabe für Praktikanten!
Derzeit – so meine Erfahrung – kristallisieren sich zwei Herangehensweisen bei Unternehmen heraus. Zum einen die A) Bildung eines Social Media-Teams aus dem bestehenden Mitarbeiterstamm unter Leitung der PR-Abteilung, und B) andererseits die Implementierung einer neuen Abteilung mit extra dafür eingestellten Mitarbeitern. Beides gibt es logischerweise nicht kostenlos. Und beides hat Vor- und Nachteile:
A: Bildung eines Social Media Teams aus dem Mitarbeiterstamm
Die Bildung eines Teams aus bestehenden Mitarbeitern – in der Regel unter Leitung PR-Abteilung – hat durchaus seine Vorteile: Den ganzen Beitrag lesen…
Vor einiger Zeit hat die t3n in einem Beitrag zusammengefasst, was Online-Experten für die Megatrends 2011 halten. Mich wundert, dass kaum einer der Experten konkret die Verknüpfung von Facebook und Shoppinglösungen genannt hat.
Bisher erleben (und leben) wir Facebook vor allem als Dialogplattform. Nutzer waren und sind vornehmlich dort, um mit privaten Kontakten Informationen aller Art auszutauschen. Sie profitieren aber auch von einer Veränderung im Dialog mit Unternehmen. Fühlt man sich in Briefen, Mails und Telefonaten schnell als Bittsteller, hebt der öffentliche Dialog via Facebook den Kunden auf Augenhöhe mit dem Unternehmen und macht ihn somit zu dem, was er eigentlich sein sollte: Nicht anonymer Konsument, nicht König, sondern Partner.
Für mich ist nicht die Frage, ob 2011 das Jahr des “f-Commerce” wird, da bin ich mir ziemlich sicher. Ich bin eher neugierig, welche Ausrichtung sich stärker durchsetzt: Shoplösungen zur Integration in Facebookseiten (Facebook-Shops) oder Nutzung von Facebook-Verknüpfungen auf der eigenen Shopseite (Webshop-App).
Integrierte Facebook-Shops sind noch sehr selten. Zu den Anbietern von Shopsystemen zählen zum Beispiel die Jenaer Igniti. Aber auch Facebook selbst arbeitet offenbar intensiv an entsprechenden Features zur Anwendung auf Facebookseiten.
Ein sehr gelungenes Beispiel für eine Webshop-App liefert das DaWanda-Pendant Etsy mit dem Geschenkefinder. Die App erlaubt mir, einen meiner Facebookfreunde auszuwählen und schlägt mir dann für diesen passende Geschenke vor. Die Auswahl der Vorschläge erfolgt dabei anhand von Fanseiten des jeweiligen Freundes. Das funktioniert wirklich ziemlich gut. Mit der Handpuppe im Johnny Cash Style und dem Comic Haarband könnte ich Uwe bzw. Anna garantiert eine Freude bereiten und ohne App wäre ich da nie drauf gekommen.
Unabhängig davon ob intern oder extern: 2011 könnte zum Jahr des f-Commerce werden und der oft gezogene Vergleich von Social Media Marketing und Tupperparty noch stimmiger als sowieso schon. Eine Veränderung in der e-Commerce Struktur, die für Händler, Kunden und last but not least für Facebook viel Chancen aber auch Risiken bereithält, von denen ich einige hier grob skizzieren möchte. Fakt ist: Ausruhen ist nicht. Und ist das Kissen noch so weich.
Wir haben keinen Adventskalender für unsere Kunden! Aber wir werden versuchen, an allen 24 Tagen ein informatives und unterhaltsames Schmankerl im Blog zu veröffentlichen.*
1. Ihr Presseverteiler besteht nur aus Faxnummern.
2. Auf Pressefotos hat der Chef die rechte Hand am Kinn und den Zeigefinger an der Wange.
3. Facebook? Nein danke. Sie wollen keine Fans, sie wollen Kunden.
4. Ihr letztes Presse-Interview war mit der Schülerzeitung Ihrer Tochter.
5. Produkttests erlauben Sie nur im Beisein des Firmenanwalts.
6. Social Media? So schlecht geht es ihnen nun auch nicht.
7. Wenn sie sich selbst googeln, ist der erste Treffer: “Was wurde eigentlich aus…?”
8. Sie fragen sich, worüber die Verlagsbranche eigentlich klagt, Sie zahlen schließlich für jeden Artikel über Ihr Unternehmen gutes Geld.
9. Twitter?
10. Sie denken bei Public Relations nur an Sex in der Fußgängerzone.
*Außer der Reihe: Sie machen gerne große Versprechungen, die sie später nicht halten.
Wenn ich bei Kunden oder auf Veranstaltungen Twitter-Workshops halte, dann fällt in 100% der Fälle irgendwann der Satz: „Und was soll ich dort schreiben?“
Wenn ich den einen oder anderen dann von Twitter überzeugt habe (kommt vor) und ich mit diesen Kunden oder Freunden einen Twitter-Account aufsetze, kommt ebenfalls in 100% der Fälle irgendwann der Punkt, an dem ein hinreichendes Strategiepapier erstellt wurde, die wichtigsten Keywords und Infoquellen für die Startphase definiert wurden, das Profil eingerichtet und gestaltet ist und die Zeit reif ist für den ersten Tweet!
In 100% der Fälle kommt dann ein angespanntes, atemloses, eher an den Schützen als an den Torwart vorm Elfmeter erinnerndes: „Und nun?“
Und weil mir das gerade erst vor wenigen Tagen wieder so ging, habe ich mir mal den kleinen Spaß gemacht, einige ganz frühe Tweets von bekannten oder unbekannten Twitterern zusammen zu tragen. Die Auswahl und die Reihenfolge erfolgte weder per Zufall noch durch System. Ich hab mich einfach ein wenig treiben lassen.
Ich schiebe es mal auf, diesen Tweet zu kommentieren….
@dieternuhr am 28.06.2009 So, jetzt wird gewitschert, erstmal auf Probe. Wichtige Nachricht: Michael Jackson ist verstorben.
Die Generalprobe muss man versauen, damit die Premiere gut wird, sagt man. Dieter Nuhr gibt dem Recht. Einer seiner wenigen “schlechten” Tweets überhaupt…
@frischefische am 27.06.2009 Herzliches Willkommen an alle, die mehr am professionellen Teil meines Lebens teilhaben wollen!
Der Twitterfisch ist bei uns bis heute Chefsache. Da darf der Pluralfisch singularisieren.
Immerhin genial genug, um später in der Überschrift eines Blogbeitrags zu landen
Und mein erstes Mal? Nun ja, nicht ganz mein erstes Mal (zwischen den Zeilen zu lesen), aber irgendwie doch
Irgendwann Anfang 2009 schrieb ich (@salvaDDor)einhundertvierzig zeichen sind genug um sich richtig auszumüllen. jetzt auch privat
Stellt sich zwar die Frage, was heutzutage noch privat ist und warum ich so destruktiv drauf war, aber am Ende ist die Antwort darauf auch einfach zu privat.
Und die Moral von der Geschicht?
Lange Grübeln lohnt sich nicht!
Nimm den ersten Tweet nicht so genau,
liest doch eh noch keine Sau!
Und wenns Jahre später einer tut,
findet er es eher gut,
was nach vielen harten Tagen
Du auf Twitter hast zu sagen
PS: Auf Scattered.de ist man der viel spannenderen Frage nachgegangen, was denn der erste Tweet überhaupt war!
Was war Euer erster Tweet? (Im Zweifel könnt Ihr hier schauen)
Jeden Tag wechselt ab sofort das Facebook-Profilbild der Frischen Fische.
Seit einiger Zeit beschäftige ich mich nun schon mit Social-Media-Profilbildern für Unternehmen. Wie oft begrüßen uns auf Facebook oder Twitter noch uninspiriert das Firmenlogo oder ungünstige Fotos der entsprechenden Mitarbeiter, deren – im schlimmsten Fall gelangweilter – Blick sich weder dem eigenen Text noch dem Leser zuwenden, sondern starr auf den linken (Facebook) oder rechten (Twitter) Bildschirmrand geheftet sind. Dass Facebook beim Posten von Statusmeldungen nur Miniaturanzeigen verwendet, ist offenbar auch vielen Markenverantwortlichen noch nicht aufgefallen. Abgeschnittene oder extrem verkleinerte Logos sind dann die Folge.
Ausnahmen bilden zum Beispiel Germanwings (aktionsgebundene Profilbilder) oder Puma mit einem Banner im Hochformat, welches in voller Größe auf der Pinnwand und ausgeschnitten als Miniaturvariante sehr gut funktioniert. Bei dem einen oder anderen Experiment (wie z.B. der Nutzung von Facebook-Design-Elementen) hat Germanwings zwar etwas zu viel gewollt, insgesamt aber gilt Germanwings durchaus als Vorreiter.
Einen ähnlichen Ansatz haben wir auch mit unserem Kunden Saxoprint entwickelt. Hier kommen jetzt mit Visitenkarten nicht nur Produkte des Unternehmens zum Einsatz. Diese zeigen auch auf dem Profil alle wichtigen Kontaktinfos, funktionieren aber auch als Miniaturbild.
Die Frischen Fische werden ab sofort auf Facebook jeden Tag das Profilbild wechseln. Dafür haben wir mit unserem neuen Grafik-Buddy Ronny Wunderwald aus dem Netzwerk Kumpels & Friends kleine Kalenderblätter entwickelt. Nachts gehen auch die Fische (ab und zu) mal schlafen und am Wochenende entspannt der Fisch beim Fußball und/oder mit seiner Familie. Und manchmal… Nein, das wird noch nicht verraten
Allgemein empfehlen wir:
Unternehmen sollten im einfachsten Fall ihr Logo in quadratischer Form aufarbeiten, so dass es als Profil- und Miniaturbild passt. Wer ein Logo im Querformat hat, sollte dies nicht einfach kleinrechnen bis es passt sondern dringend mit einem Grafiker reden!
Wenn es feste Mitarbeiter für den Bereich Social Media gibt, macht es durchaus Sinn, diese in das Profilbild zu integrieren, da das Zeigen der Menschen hinter einem Unternehmen ja ein nicht unwesentliches Ziel von Social Media-Maßnahmen ist. Auf ein Foto des Mitarbeiters ohne Corporate-Elemente (Kleidung, Logo, Hintergrund) sollte meiner Meinung nach aber verzichtet werden. Wer Fotos benutzt, sollte darauf achten, dass die Personen Leser und Text im Blick haben und nicht ins Leere schauen. Lächeln ist auch hier selbstverständlich King!
Wie auch Facebookmarketing oder das Agenturblog empfehlen wir aber das Ausnutzen des vollen Platzes für Profilbilder (wie Puma, Germanwings oder Saxoprint). Profilbilder können mit maximal 200 Pixel Breite und 600 Pixel Höhe dargestellt werden. Andere Größen werden entsprechend skaliert. Unsere Kalenderblätter werden wir sicherlich in Zukunft auch noch mit weiterem Content versehen und den Platz nach unten ausnutzen. Derzeit sind wir erstmal gespannt, wie die Reaktionen auf das täglich wechselnde Motiv sind.
Überhaupt sollte man sich Gedanken machen, sein Profilbild so zu gestalten, dass es immer wieder aktuelle Motive geben kann, die aber immer sofort mit dem Unternehmen identifiziert werden können (ähnlich Titelblättern auf Magazinen). Ein Wechsel muss ja nicht immer gleich täglich erfolgen
Über Hinweise auf gelungene oder furchtbare Profilbilder freue ich mich sehr.
Spätestens seitdem facebook zum globalen Social Network schlechthin avanciert ist, und allein in Deutschland pro Monat Mitgliederzuwächse in sechsstelliger Höhe verzeichnet, hat sich die Diskussion um Datenschutz und Schutz der Nutzer-Persönlichkeitsrechte schon fast zu einer Art Running Gag entwickelt. Möglicherweise auch als Antwort darauf sind zum 31. Mai 2010 zahlreiche Neuerungen in kraft getreten, die es dem gemeinen facebook-Nutzer ermöglichen, seine Daten so optimal wie möglich zu schützen – wenn er sich die Zeit nimmt, sich durch die unzähligen Privatsphäre-Optionen durchzuklicken. Hauptvoraussetzung dafür: ein Bewusstsein beim Nutzer dafür bzw. die Erfordernis, seine Kontakte zu ordnen, und zu kontrollieren, wer welche Informationen zu sehen bekommt. Das ‚special feature’, dem dabei die größte Bedeutung zukommt, möchte ich heute anhand zweier kleiner Beispiele etwas näher vorstellen.
Ich habe eine Freundin, nennen wir sie mal Sarah. Sarah ist im prüden, überreligiösen Mittleren Westen der USA aufgewachsen, und als sie vor gut 5 Jahren nach Berlin kam, begann in vielerlei Hinsicht ein neues Leben für sie – grade auch, weil sie zum ersten Mal eine Beziehung zu einer Frau hatte, und sich ihr Freundeskreis allein dadurch veränderte. Seit facebook endgültig nicht nur in Deutschland, sondern auch bei Sarahs Familie und Eltern angekommen ist, jongliert sie nicht zuletzt auch deswegen 5 oder 6 verschiedenen Freundeslisten: family, school friends, queer friends, work,… . Denn: Sie hätte ja schlecht die Freundschaftsanfrage ihrer Mutter und ihrer besten Freundin aus der High School ablehnen können. Nach 2 Wochen des Hin- und Herüberlegens legte sie ihre erste Liste an. Auf die Frage, wie sie all diese unterschiedlichen Sarah-Bilder aufrecht erhält, ohne komplett durcheinander zu kommen oder/und wahnsinnig zu werden, gab sie mir die Antwort „Well, you know, I decided to just post very general stuff, about politics or cooking“. Na wunderbar.
Genaugenommen hält sie sich 1:1 an die in Thomas Hutters facebook-Leitfaden aufgestellte Grundregel, dass man niemals Inhalte veröffentlichen sollte, die man im Zweifelsfall nicht öffentlich publiziert sehen möchte. Die Freundeslisten ermöglichen ihr, gesammelt an Menschen, die sich untereinander kennen, weil sie zusammenarbeiten oder in die gleiche Schule gegangen sind, Nachrichten zu schreiben, oder benutzerdefinierte Status-Updates abzusetzen. Auf diese Weise kann Berufliches von Privatem effektiv getrennt werden. Dennoch: höchstwahrscheinlich sieht Sarah nicht die inhärente Problematik eines möglichen Doppellebens in dem Ausmaß, wie ich das tue.
Ja, ich bin ein facebook-Junkie – oder, laut facebookBIZ, ein absoluter Hardcore User, der sogar fast dem Durchschnitt entspricht, was Alter, Geschlecht und Bildungsstand angeht. Ich gebe zu: bei mir hat sich mittlerweile eine Art Drei-Klassen-Gesellschaft etabliert. Wenn ich wirklich private News teilen will, dann sehen das auch nur meine engsten Freunde. Dann gibt es noch eine generelle Liste, und eine zu Menschen, den ‚far aparts’, die im Grunde gar nichts sehen können, deren Freundschaftsangebote ich aber aus den verschiedensten Gründen nicht ablehnen wollte – weil ich sie mag, sie aber nicht gut genug kenne, weil ich ihnen nicht alles kommunizieren will… Undsoweiter. You get the picture. Mittlerweile gehe ich circa einmal im Monat meine Freundesliste durch und sortiere neu. Und ja, ich gebe es zu: gut 70% aller Kontakte sind ‚far aparts’, Tendenz steigend.
Manchmal frage ich mich wirklich, wozu die ganze Sache gut ist, und ob sie überhaupt praktikabel ist, wie sie ist. Meine Prämisse beim Anfreunden auf facebook war eigentlich immer, meine facebook-Freunde zu kennen und zu mögen. Seitdem es die Unterteilung der Listen gibt, sind diese Prinzipien auch bei mir immer weiter aufgeweicht worden. Jetzt geht es noch mehr darum, wem ich eigentlich vertraue. Für mich wären weitere Listen aber undenkbar weil schlicht unpraktikabel– siehe Sarah. Don’t get me wrong: ich koche auch gerne, und lese leidenschaftlich gerne den Politikteil meiner Tageszeitung. Aber vielleicht presst das social networking die Wirklichkeit tatsächlich in immer kleinere digitale Schubladen – um mit dieser sich immer weiter ausdefinierenden digitalen Komponente überhaupt klarzukommen.
Fazit: Wenn man sich dazu entscheidet, Teil dieses Systems zu sein, aus welchen Gründen auch immer, dann sollte man das bewusst tun – sich bewusst schützen, oder eben nicht. There’s no other way. Für weitere Infos empfehle ich neben dem schon genannten Leitfaden auch die etwas kompaktere, 2-teilige Darstellung auf facebookmarketing.de.
Als Seeding (also säen) bezeichnet man das (gewerbliche bzw. professionelle) Verbreiten von Inhalten (Videos, Games, Texte, Bilder) auf relevanten Internetseiten. Dies können Blogs, Foren und Portale sein oder Soziale Netzwerke wie Facebook, Myspace und Twitter.
Mittlerweile gibt es Anbieter, die sich – mehr oder wenig offen und mehr oder weniger „korrekt“ – auf diese Art der Verbreitung von Inhalten spezialisiert haben. Eine Branche, der zwangsläufig immer etwas leicht Verruchtes anhaftet. Zum einen vermuten viele (nicht zu unrecht), dass zum Verbreiten von Content (und zum Erreichen von Klickzahlen) jede Menge Fake-Accounts zum Einsatz kommen. Und Vorgetäuschtes aller Art gehört nun mal zu den wirklich lästigen Dingen im Internet. Auf aktuelle Fallbeispiele möchte ich hier aber lieber nicht eingehen.
Zum anderen wird wiederum bei den Systemen, wo reale Personen über ihre echten Blogs oder Accounts Inhalte gegen Bezahlung verbreiten, die Kennzeichnungspflicht von Werbung fast zwangsläufig permanent umgangen. Selbst Google AdSense Anzeigen sind in diversen Blogs ja für Laien nicht immer als solche zu erkennen. Wie soll man da auf die Idee kommen, jemand verbreite ein Video in seinem Blog nicht (nur), weil er es toll findet, sondern weil er (auch) dafür Geld bekommt?
Die Meinungen sind geteilt. Während einige Vertreter - wie z.B. Roland Kühl-v.Puttkamer in einem sehr guten Beitrag im Werbeblogger – jegliche Manipulation vermeintlicher Mundpropaganda ablehnen, hat Seeding-Dienstleister Dan Ackerman Greenberg auf techcrunch seine Arbeit durchaus überraschend offen dargestellt. Er garantiert mit seiner Agentur durch Versendung von E-Mails, Kommentaren und Klicks auf Youtube sowie ein großes Blogger-Netzwerk 100.000 Abrufe für ein Video. Nur dann werde seine Arbeit bezahlt und erst dann sei die kritische Masse erreicht, die ein Video brauche, um sich wirklich von alleine zu verbreiten. Klingt alles andere als sauber? Korrekt! Aber es kommt eben auch auf den Blickwinkel in jedem Einzelfall, vor allem aber auf die Methodik an.
Ist Seeding wirklich unverzichtbar?
Im ersten Augenblick neigt sicher jeder zur Behauptung, dass allein Inhalt und Aufmachung entscheidend sind und sich wirklich gute Videos auch von selbst verbreiten. Wenn eben das Video tierisch lustig, extrem provozierend oder künstlerisch außergewöhnlich wertvoll ist.
Aber ist das wirklich so? Ist es dann nicht interessant, dass wir in der Musik genau das Gegenteil empfinden? Trotz aller Sozialen Netzwerke rund um Musik kennt doch jeder von uns mindestens einen Musiker, der es verdient hätte, erfolgreicher zu sein. Weil er einfach richtig gut ist. Doch in die Charts steigen eben nach wie vor nur die ein, für die die Schallplattenfirma durch intensive Marketing- und PR-Arbeit Airplay bei reichweitenstarken Sendern erreichen konnte. Ohne diesen Anschub schafft es kein Musikstück in die Charts. Und ohne Anschub schaffen es eben auch nur ganz wenige Videos, fünf- oder sechsstellige Klickzahlen zu erreichen.
Und die PR für ein virales Video nennt man neudeutsch halt Seeding und hat nur deshalb nicht automatisch etwas damit zu tun, sich redaktionelle Beiträge zu erkaufen oder mit Fake-Accounts zu arbeiten.
Wie also sieht das ideale Seeding aus und was kostet es?
Das kann man – natürlich – nicht pauschal beantworten. B2C machen Angebote starker und professioneller Seedingpartner aber auf jeden Fall Sinn. Ein extrem bedeutender Partner sind dabei die Videoportale selbst! Das Social Video Network sevenload.com bezeichnet sich als „Deutschlands führenden Anbieter für professionelles Viral Video Seeding“. Das wird schon so stimmen, da sie durch eigene Nutzer und Netzwerke eine sehr hohe Reichweite und ein gutes Targeting liefern können. Der ganz ordentliche Leitfaden “10 Tipps für erfolgreiche Viralspots” von sevenload findet sich hier.
Ein neues und vielversprechendes Angebot bietet das Distributionsnetzwerk shareifyoulike.com, bei dem Nutzer einen kleinen Betrag gutgeschrieben bekommen, wenn sie Inhalte bei Facebook, Twitter oder in Blogs posten. Das geht so lange bis ein vorher festgelegtes Budget der Contentlieferanten (ab ca. 7.000 Euro für Neukunden) aufgebraucht ist. Bisher sind allein 450 Blogger registriert. Ob und wie die Beiträge als “Werbung” gekennzeichnet sind, konnte ich bisher nicht testen. Ob bei 2,- Euro für eine Statusmeldung eine solche Kennzeichnung wirklich zwingend nötig ist, diese Diskussion überlasse ich anderen. Rein instinktiv – das gebe ich zu – war mein erster Gedanke: Man kann’s auch übertreiben. Nach einigem Nachdenken denke ich aber: Doch, eine solche Kennzeichnung muss auch bei Kleinstbeträgen sein.
Neben solchen netzwerkbasierten Lösungen gibt es auch Anbieter, die Inhalte über große E-Mail-Verteiler versenden können und PR-Lösungen, die sehr viel mehr Manpower beanspruchen.
Alle kosten logischerweise Geld. Allgemein sollte man im B2C Bereich auf jeden Fall 10% – 20% der Produktionssumme eines Videos für das Seeding einkalkulieren. Lösungen unter 2.000 Euro (Minimallösung) dürften schwer zu finden sein, realistischer für professionelle Lösungen B2C sind Beträge ab 10.000 Euro aufwärts.
Wer nur eine regionale Kundengruppe anspricht (Händler, Gastronomen, Dienstleister), der sollte nicht nur seinen Videos Lokalkolorit verpassen, sondern auch das Seeding möglichst selbst in die Hand nehmen. Hier gilt es, lokale Foren, Facebookseiten und Blogs zu identifizieren, ausgewählten Stammkunden eine Mail zu schicken und potentielle Multiplikatoren (Blogger, die auch bei Twitter aktiv sind) persönlich anzusprechen. Hier reicht manchmal auch eine Einladung ins eigene Restaurant als Gegenleistung.
Im B2B Bereich sind PR-Agenturen, die über ein gutes Netzwerk zu Fachbloggern und Multiplikatoren verfügen, die besten Partner. Hier ist das Ziel auch nicht, massenhaft Klicks auf ein Video zu erzielen, sondern möglichst die richtigen. Dabei gilt es, die richtigen Multiplikatoren zur richtigen Zeit über das richtige Medium (E-Mail, Blogs, Twitter, XING) zu erreichen.
Gerade B2B werden Webvideos jedoch noch viel zu selten genutzt, egal ob IT-Branche oder Gesundheitswesen. Ich bin kein Experte für das Dentalwesen, aber ich denke, es dürfte möglich ein, Videos zu produzieren, deren Witz nur Zahnärzte verstehen und die sich unter Kollegen verbreiten wie ein Lauffeuer. Ein ideales Instrument für Dentallabore also.
Die Kosten für das Seeding durch eine PR-Agentur hängen von vielen Faktoren ab. Je spezieller eine Agentur aufgestellt ist, desto einfacher hat sie es, die richtigen Multiplikatoren zu identifizieren und desto weniger aufwendig ist auch die Verbreitung von Content.
Die Frischen Fische sind in ihren Spezialgebieten – also (Mobile) Web, IT, E-Commerce, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik – hervorragend vernetzt. Nahezu alle Mitarbeiter vom Volontär bis zum Senior Berater twittern und bloggen selbst und sind bei XING und Facebook aktiv. Das erleichtert das Seeding über eigene und externe Kanäle enorm.
Vor allem aber gilt, dass wir nur dann an der Verbreitung eines Videos oder einer Kampagne mitwirken, wenn wir von dessen Qualität überzeugt sind.