Jedes Jahr kapituliert beim “Wacken der Mediensoziologen” nicht nur das W-Lan sondern auch so mancher Twitter-Newbie. Verschreckt stehen sie vor ihrer Timeline und lassen sich völlig unvorbereitet von einen Tweet-Tsunami überrollen (Und sein letzter Gedanke war “republiwhatthef….” ).

re:publica: Das heißt auf 3.000 Besucher kommen etwa 5.000 – 10.000 Twitterer (inkl. Grüßonkel, Basher, Spammer) und die sind alles, aber nicht zurückhaltend. Und noch weniger selbstreflektierend. Der Umstand, dass es Follower gibt, die nicht am Start sind, wird bewusst ignoriert. Es gilt zu zeigen, dass man da ist und dass man nicht nur da ist sondern teilnimmt, sich aktiv einbringt in jedes Panel und in jede Pausendiskussion. Und natürlich, dass man Insiderwitze reissen und verstehen kann.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man als Neuling in diesen Momenten gleichsam geplättet wie entnervt sein kann, weil außer re:publica und re:publica-bashing in der eigenen timeline nichts mehr passiert. Kein Fußball, keine Politik, kein TV, keine Wortwitze, kein Dresden….

Wie also kriegt man nun seine Timeline “sauber”?

Für Zuhause gebliebene

1. Listen pflegen:

Unter anderem dafür gibt es Listen, deren sorgfältige Pflege sich an Tagen wie diesen auszahlt. Da hilft dann zum Beispiel eine Liste “Dresden“, in der sich die Häufigkeit des Hashtags #RP12 rapide verringert. Da schaut man zum betreffenden Zeitpunkt halt nur dort rein.

2. Clients mit Filterfunktion

Manche Clients – zum Beispiel Tweetdeck – können außerdem die Timeline filtern. Ob nun zum neuen iPhone Launch oder zur re:publica. Zwei Klicks und es erscheint Tweet mit dem Hashtag #RP12 in Eurer Timeline. Übrigens nicht der einzige gute Grund für externe Clients… :-)

Für Anwesende

1. Leiser und weniger twittern

#scherz

2. Der tote Briefkasten – To whom it may concern

Der tote Briefkasten ist ein nicht existenter Twitter-Nick, an den man zeichenarme Tweets sendet, die nur für die (Hashtag-)”Galerie” bestimmt sind. Er wird zwar in der Suche und auf der Wall angezeigt, aber nicht in der Timeline Eurer Follower. Ein Beispiel:

Der Tweet “Der Kaffee im Tüddellü* ist ja noch kälter als der Vortrag gerade #rp12”  wird allen eigenen Followern angezeigt.

Der Tweet “@rp12all Der Kaffee im Tüddellü ist ja noch kälter als der Vortrag gerade #rp12wird dagegen nur denen in der Timeline angezeigt, die dem Account “rp12all” folgen. Was wenige sein dürften, da es den Account gar nicht gibt. Trotzdem erscheint er aber in der Hashtag-Suche und auf der Wall. Er wird also nur denen angezeigt, die es wirklich interessiert, dass der Kaffee im Tüddellü kalt ist. 

Wie auch immer. Im Grunde ist es ja erstens halb so schlimm und zweitens geht es auch schnell wieder vorbei.

Oder wie man es auch sagen kann:

 

* Name von der Redaktion geändert

Vor genau einem Jahr habe ich hier im Blog einige Gedanken und Erklärungen zum Twitter-Hashtag verfasst und mich dabei auch über die sinnfreie Nutzung vieler Leute “beschwert”. Tatsächlich habe ich das Gefühl, dass mittlerweile sehr viel sorgfältiger damit umgegangen wird. Das kann aber auch daran liegen, dass ich weniger Neulingen folge…

Die Kollegin Marie-Christine Schindler hat jedenfalls gerade eine Umfrage gestartet, deren Ergebnisse den Eindruck der durchdachteren Nutzung stützen, aber auch gleichzeitig eine sehr private Nutzung aufzeigen. Viele vernachlässigen offenbar das Monitoring immer noch. Sie geben zwar an, dass sie ihre Tweets in einem bestimmten Stream (#TVSENDUNG oder #EVENT) pushen wollen, verbinden das aber nicht mit dem Begriff “Monitoring”. Der Hashtag ist vor allem ein Instrument der kurzfristigen Kommunikation: Im Grunde eine SMS  ”to whom it may concern”.

Dabei ist er Twitter-Hashtag derzeit vielleicht das wichtigste Crowdsourcing-Instrument, ohne dass uns das bewusst ist.

Twitter hat bekanntlich viel mehr Nutzer als Foursquare und daher im Grunde das viel größere geodatenbasierte Potential als reine Check-In Communitys. Tweets mit automatisiert übergebener Ortsangabe und bestimmten Hashtags könnte extrem schnell Datenbanken mit geobasierten Infos füllen (Wetter, Blitzer, Staus, zu vermietende Grundstücke).

Weitere Dinge sind denkbar! Mit Couchfunk ist zum Beispiel gerade ein App-Start-up an den Markt gegangen, welches (noch!) nicht viel anderes tut, als Kurznachrichten zu TV-Inhalten anhand von Hashtags zu aggregieren. Vor Kurzem habe ich mit den Machern einige Ideen ausgetauscht, wie man durch Hashtag-Erweiterungen ein excellentes Crowdsourcing betreiben könnte beim Aufbau von Info-Datenbanken (“Orte in Filmen”, “Filmzitate”, “Archiv zu TV Nachrichten  mit lokalem Bezug”).

A propos lokal: Mit ist weiterhin keine Lokalredaktion bekannt, die eine Twitwall in den Redaktionsräumen nutzt, um lokale Tweets (zB #Dresden) zu monitoren, um so News und Meinungen zu monitoren und ggf. zu archivieren. Ihr? Wer jetzt darüber nachdenkt: Zum Thema Stream-Darstellung habe ich hier schon mal eine Übersicht über Social Media Walls verfasst.

 

 

 

 

Im Springerblog wird heute die Prognose der International Data Corporation aufgegriffen, wonach 2012 digitale Inhalte in einer Größenordnung von 2.700.000.000.000.000.000.000 Byte ins Netz gestellt werden. Das wird zum Anlass genommen, die nicht von der Hand zu weisende Notwendigkeit einer manuellen Strukturierung durch Journalisten zu betonen.

Nicht erwähnt wird, dass auch der Journalismus den Umgang mit modernen Technologien beherrschen muss, um 2,7 Zettabyte zu strukturieren. Dazu gehören auch vernünftige Formatierung von Social Bookmarks und+nicht+solche+seltsamen+Gebilde :-)

 

Darüber, dass außerdem die wachsende Bedeutung der Crowd bei der Strukturierung und Aufarbeitung von Daten nicht erwähnt wird – egal ob in Form kollektiver Recherche (GuttenPlag, Wikipedia, Wikileaks) oder in Form von Verbreitung und Diskussionen in sozialen Netzwerken und (Micro)blogs – sollte und wird sicher an anderer Stelle diskutiert werden.

Erwähnen will ich aber noch den kleinen Agentur-internen Dialog.

Ich: “Im Springerblog wird argumentiert, dass man Journalisten braucht, um 2,7 Zettabyte zu strukturieren.

Jan: “Wieso? Das macht doch Retresco für die…

 

Wie viel Zeit man für ernsthaftes Social Media Marketing benötigt, ist eine immer wiederkehrende Frage im Gespräch mit Kunden und Kollegen.

socialmediatime by beth kanterNach wie vor dürfte da die Analyse von Gigacom eine der besten sein, die man finden kann. Sie zeigt die aufsteigend arbeitsintensiven Ansätze vom Monitoring bis zur Königsdisziplin, der Betreuung einer einer anspruchsvollen, aktiven Community. Dem Monitoring wird hier vielleicht etwas wenig Zeit eingeräumt, aber das soll jetzt gar nicht das Thema sein.

Je mehr Followings, desto mehr Zeit auf Twitter?

Ausgehend von Gedanken zu diesem Thema, habe ich mich gestern gefragt, ob es wohl eine Relation gibt zwischen der Anzahl derer, denen man auf Twitter folgt und der Zeit, die man auf Twitter verbringt.

Meine These lautet: Nein! Die Verteilung wird sehr breit sein. Menschen, die 5.000 Followings haben, werden nicht automatisch 10 Mal so viel Zeit auf Twitter verbringen wie ich (oder?). Und diverse A, B und C Twitter-Promis mit sehr hoher Tweet-Schlagzahl folgen selbst nur 200 Accounts, scheinen aber permanent und pausenlos am Start zu sein, um ihre wiederum vier- oder fünfstellige Anzahl Follower zu unterhalten und informieren (oder lesen die gar nicht sondern senden nur?).

Ich selbst folge auf Twitter 571 Accounts und verbringe im Schnitt ca. 90 Minuten am Tag auf – oder mit – Twitter. In der Woche manchmal mehr, am Wochenende immer weniger. Das allerdings inklusive Monitoring für einige unserer Kunden und Themen, die mich stark interessieren wie Online-, Mobile-  und Guerilla-Marketing.

So komme ich auf einen Quotienten von 90:571 = 0,16

Ich habe dazu eine kleine Umfrage bei twitpoll angelegt und würde mich sehr freuen, wenn Ihr die 30 Sekunden Eurer wertvollen SocialMediaTime abzweigen könntet, um daran teilzunehmen.

Das Ergebnis wird keine wichtige Erkenntnis bringen und vorrangig meine Neugier befriedigen. Aber so what? :-)

Immer wieder werde ich von Twitter-Neulingen gefragt, was es mit den Hashtags bei Twitter auf sich hat. Daher hier ein paar einführende Erklärungen und Gedanken.

Was sind Twitter-Hashtags?

Hashtags erlauben die semantische Verschlagwortung von Tweets durch Markieren bestimmter Worte oder Kürzel, denen das Doppelkreuz “#” vorangestellt wird und ein Leerzeichen folgt (z.B. #Hashtag ).

Während bei anderen Tag-Systemen (z.B. Blogs, Quora, flickr, youtube) die Kategorie des Inhalts gesondert zugeordnet wird, wird diese bei Twitter also durch Hashtags direkt in die Nachricht integriert.

Hashtags als “Hyperlink” – Semantische Verschlagwortung zur kollektiven Nutzung

Hashtags sind verlinkt (= ich sehe durch Anklicken alle Tweets mit dem selben Hashtag), können ausgelesen werden und erlauben so themenbezogene Feeds oder Darstellungen auf externen Angeboten.

So finden sich zum Beispiel auf unserer Agentur-Website nicht alle Tweets der Fische-Mitarbeiter sondern nur die mit einem Hashtag gekennzeichneten. SuperRTL zeigt Tweets mit dem Hashtag #glee auf der Videotext-Seite 777, um den Start der gleichnamigen Serie zu promoten und diverse Veranstaltungen bieten Besuchern die Möglichkeit, durch Senden bestimmter Tweets Kommentare oder Fragen per Twitter zu stellen, die dann auf einer so genannten Twitwall angezeigt werden.

Ein wahrscheinlich eher bei Singles angesiedeltes Phänomen ist der kollektive Fernsehabend, bei dem Zehn- ja manchmal Hunderttausende Twitterer sich beim Sehen von #Tatort, #Annewill oder Schlag den Raab (#SDR) gleichzeitig via Twitter über die Sendung unterhalten. Gerne übrigens in Verbindung mit dem Hashtag #fail (global gültig für die Kennzeichnung von Tweets, in denen man über (subjektive oder objektive) Fehler von Unternehmen oder Einzelpersonen lästert).

Die Hashtags #fcsp oder #btsv stehen übrigens für FC St Pauli und Eintracht Braunschweig. Echte Fans haben für ihren Verein garantiert eine eigene Suche eingerichtet…

Ein meiner Lieblingsideen zur externen Darstellung war und ist Twitterfountain, eine Lösung, bei der Tweets und Flickr-Bilder mit bestimmten Tags zu einer Art Slideshow verschmelzen. Leider wurde das Projekt der Würzburger Studenten nie ganz vollendet.  Außerdem träume ich ganz persönlich von Monitoren in allen Dresdner Ämtern, auf denen alle Tweets mit einem bestimmten Hashtag angezeigt werden.

> Bei oben genannten Beispielen steht also die Idee im Vordergrund, dass der Tweet zugeordnet und gefunden werden kann.

Hashtags als Sprachmittel – Nutzung in einzelnen Tweets

Eine weitere beliebte und auch allgemein akzeptierte Nutzungsart ist die humorvolle Erweiterung von Tweets in Form von Kommentaren oder Kunstworten. Dies soll helfen, Gedanken auf 140 Zeichen zu reduzieren, die Aussage zu verstärken oder ironische Wendungen zu erzielen. Dazu hängt man dann zum Beispiel an seine Tweets #sachengibts oder #verrückt an oder erfindet eigene Schlagworte wie #Busgespräche, um ein gehörtes Zitat im richtigen Kontext zu twittern..

> Bei diesen Beispiel geht es nicht darum, dass der Tweet gefunden oder extern angezeigt wird. Der Hashtag hat rein erklärenden oder unterhaltenden Charakter!

Der sinnfreie Hashtag

Oft werden Hashtags aber auch ziemlich sinnfrei und ohne Zielstellung eingebaut. Im Beispiel unten macht weder der Hashtag #Willkommen, noch der Hashtag #Kollegen wirklich Sinn. Sie erklären nicht den Inhalt, noch ordnen sie den Tweet einer bestimmten Kategorie zu. Solche Hashtags sollte man tunlichst vermeiden!

Hashtags sind ein sehr wertvolles Instrument. Entsprechend sorgfältig sollte man damit umgehen. Semantische Hashtags erlauben es, Twitterer mit den selben Interessen zu finden, Trends zu erkennen, Twitwalls zu erstellen oder Follower zu gewinnen. Hashtags als Sprachmittel ins geeignet, die 140 Zeichen optimal auszunutzen. Sinnfreie Hashtags dagegen stören und wirken unprofessionell.

Wenn ich bei Kunden oder auf Veranstaltungen Twitter-Workshops halte, dann fällt in 100% der Fälle irgendwann der Satz: „Und was soll ich dort schreiben?“

Wenn ich den einen oder anderen dann von Twitter überzeugt habe (kommt vor) und ich mit diesen Kunden oder Freunden einen Twitter-Account aufsetze, kommt ebenfalls in 100% der Fälle irgendwann der Punkt, an dem ein hinreichendes Strategiepapier erstellt wurde, die wichtigsten Keywords und Infoquellen für die Startphase definiert wurden, das Profil eingerichtet und gestaltet ist und die Zeit reif ist für den ersten Tweet!

In 100% der Fälle kommt dann ein angespanntes, atemloses, eher an den Schützen als an den Torwart vorm Elfmeter erinnerndes: „Und nun?“

Und weil mir das gerade erst vor wenigen Tagen wieder so ging, habe ich mir mal den kleinen Spaß gemacht, einige ganz frühe Tweets von bekannten oder unbekannten Twitterern zusammen zu tragen. Die Auswahl und die Reihenfolge erfolgte weder per Zufall noch durch System. Ich hab mich einfach ein wenig treiben lassen.

@saschalobo am 08.05.2007 „Prokrastinieren“.

Ich schiebe es mal auf, diesen Tweet zu kommentieren….

@dieternuhr am 28.06.2009 So, jetzt wird gewitschert, erstmal auf Probe. Wichtige Nachricht: Michael Jackson ist verstorben.

Die Generalprobe muss man versauen, damit die Premiere gut wird, sagt man. Dieter Nuhr gibt dem Recht. Einer seiner wenigen “schlechten” Tweets überhaupt…

@frischefische am 27.06.2009 Herzliches Willkommen an alle, die mehr am professionellen Teil meines Lebens teilhaben wollen!

Der Twitterfisch ist bei uns bis heute Chefsache. Da darf der Pluralfisch singularisieren.

@spreeblick am 08.04.2007 re:publica, re:publica, re:publica.

Ehrlich gesagt auch nicht so der ganz, ganz große Wurf! Aber überraschenderweise dennoch oft kopiert.

@safttante am 24.03.2007 dies und das

Kann man so machen! Dies oder das kann man vielleicht optimieren. Muss man aber nicht.

@klauseck am 13.07.2007 Meine ersten Schritte in die Twitter-Welt erinnern mich stark an den Dadaismus oder geht es doch in Richtung Poety Slam…

Wo ist der Unterschied? Ich frage für einen Freund!

@talkabout am 14.08.2008 was ist bloß an twitter dran? tknuewer fährt rauf ab. Mal schauen, jetzt fang ich auch einfach mal an!

Und genau sieben Tage später:

So ganz überzeugt mich twitter nicht. Beispiel tknuwer: Der Mann hat (normalerweise) Wichtiges zu sagen. Hier ist es eher belanglos.

Das dürfte er (normalerweise) mittlerweile etwas anders sehen.

@sachark: am 12.02.2008 ... ist nun doch bei twitter gelandet.

Na ein Glück!

@HolgerSchmidt: fragt sich, ob es Bedarf an einem twitternden Netzökonomen gibt?

@kristinakoehler: Will jetzt auch twittern. Bin gespannt, ob es Spaß macht!

@sixtus: Testing Twitter… (check, one, two, check, beeeeeep)

Immerhin genial genug, um später in der Überschrift eines Blogbeitrags zu landen :-)

Und mein erstes Mal? Nun ja, nicht ganz mein erstes Mal (zwischen den Zeilen zu lesen), aber irgendwie doch :-)

Irgendwann Anfang 2009 schrieb ich (@salvaDDor) einhundertvierzig zeichen sind genug um sich richtig auszumüllen. jetzt auch privat

Stellt sich zwar die Frage, was heutzutage noch privat ist und warum ich so destruktiv drauf war, aber am Ende ist die Antwort darauf auch einfach zu privat.

Und die Moral von der Geschicht?
Lange Grübeln lohnt sich nicht!
Nimm den ersten Tweet nicht so genau,
liest doch eh noch keine Sau!
Und wenns Jahre später einer tut,
findet er es eher gut,
was nach vielen harten Tagen
Du auf Twitter hast zu sagen

PS: Auf Scattered.de ist man der viel spannenderen Frage nachgegangen, was denn der erste Tweet überhaupt war!

Was war Euer erster Tweet? (Im Zweifel könnt Ihr hier schauen)

Achso! Der hier musste einfach noch kommen:

Jeden Tag wechselt ab sofort das Facebook-Profilbild der Frischen Fische.

Jeden Tag wechselt ab sofort das Facebook-Profilbild der Frischen Fische.

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich nun schon mit Social-Media-Profilbildern für Unternehmen. Wie oft begrüßen uns auf Facebook oder Twitter noch uninspiriert das Firmenlogo oder ungünstige Fotos der entsprechenden Mitarbeiter, deren – im schlimmsten Fall gelangweilter – Blick sich weder dem eigenen Text noch dem Leser zuwenden, sondern starr auf den linken (Facebook) oder rechten (Twitter) Bildschirmrand geheftet sind. Dass Facebook beim Posten von Statusmeldungen nur Miniaturanzeigen verwendet, ist offenbar auch vielen Markenverantwortlichen noch nicht aufgefallen. Abgeschnittene oder extrem verkleinerte Logos sind dann die Folge.

Ausnahmen bilden zum Beispiel Germanwings (aktionsgebundene Profilbilder) oder Puma mit einem Banner im Hochformat, welches in voller Größe auf der Pinnwand und ausgeschnitten als Miniaturvariante sehr gut funktioniert. Bei dem einen oder anderen Experiment (wie z.B. der Nutzung von Facebook-Design-Elementen) hat Germanwings zwar etwas zu viel gewollt, insgesamt aber gilt Germanwings durchaus als Vorreiter.

Einen ähnlichen Ansatz haben wir auch mit unserem Kunden Saxoprint entwickelt. Hier kommen jetzt mit Visitenkarten nicht nur Produkte des Unternehmens zum Einsatz. Diese zeigen auch auf dem Profil alle wichtigen Kontaktinfos, funktionieren aber auch als Miniaturbild.

Die Frischen Fische werden ab sofort auf Facebook jeden Tag das Profilbild wechseln. Dafür haben wir mit unserem neuen Grafik-Buddy Ronny Wunderwald aus dem Netzwerk Kumpels & Friends kleine Kalenderblätter entwickelt. Nachts gehen auch die Fische (ab und zu) mal schlafen und am Wochenende entspannt der Fisch beim Fußball und/oder mit seiner Familie. Und manchmal… Nein, das wird noch nicht verraten :-)

Allgemein empfehlen wir:

Unternehmen sollten im einfachsten Fall ihr Logo in quadratischer Form aufarbeiten, so dass es als Profil- und Miniaturbild passt. Wer ein Logo im Querformat hat, sollte dies nicht einfach kleinrechnen bis es passt sondern dringend mit einem Grafiker reden!

Wenn es feste Mitarbeiter für den Bereich Social Media gibt, macht es durchaus Sinn, diese in das Profilbild zu integrieren, da das Zeigen der Menschen hinter einem Unternehmen ja ein nicht unwesentliches Ziel von Social Media-Maßnahmen ist. Auf ein Foto des Mitarbeiters ohne Corporate-Elemente (Kleidung, Logo, Hintergrund) sollte meiner Meinung nach aber verzichtet werden. Wer Fotos benutzt, sollte darauf achten, dass die Personen Leser und Text im Blick haben und nicht ins Leere schauen. Lächeln ist auch hier selbstverständlich King!

Wie auch Facebookmarketing oder das Agenturblog empfehlen wir aber das Ausnutzen des vollen Platzes für Profilbilder (wie Puma, Germanwings oder Saxoprint). Profilbilder können mit maximal 200 Pixel Breite und 600 Pixel Höhe dargestellt werden. Andere Größen werden entsprechend skaliert. Unsere Kalenderblätter werden wir sicherlich in Zukunft auch noch mit weiterem Content versehen und den Platz nach unten ausnutzen. Derzeit sind wir erstmal gespannt, wie die Reaktionen auf das täglich wechselnde Motiv sind.

Überhaupt sollte man sich Gedanken machen, sein Profilbild so zu gestalten, dass es immer wieder aktuelle Motive geben kann, die aber immer sofort mit dem Unternehmen identifiziert werden können (ähnlich Titelblättern auf Magazinen). Ein Wechsel muss ja nicht immer gleich täglich erfolgen :-)

Über Hinweise auf gelungene oder furchtbare Profilbilder freue ich mich sehr.

Heute ist übrigens

Samstag

Samstag

30.Juli 2009

Twitter-Mania

Spätestens seitdem Barack Obama Twitter als PR-Instrument im Wahlkampf um die US-Präsidentschaft nutzte, steigt die Bekanntheit der Social-Networking-Plattform rasant an. Mittlerweile liegt die Zahl der User weltweit bei etwa 37 Millionen und auch in Deutschland nutzen seit Beginn des Jahres 2009 immer mehr Menschen Twitter. Noch im ersten Quartal war hierzulande die Rede von mehreren 10.000, derzeit dürften es über eine Million sein. 

Dennoch ist Twitter in Deutschland noch eher eine Randerscheinung, wie eine Umfrage von Eittkau & Maaß im April und Mai unter über 121.000 deutschsprachigen Internet-Nutzern ergab. Nur etwa drei Prozent der Internet-Nutzer schreiben oder lesen mindestens einmal in der Woche Twitter-Nachrichten und 30 Prozent kennen Twitter überhaupt nicht. Entsprechend gehen die Meinungen von Medien-Fachleuten zur derzeitigen Bedeutung von Twitter für die Wirtschaft auseinander. Sollte ein Unternehmen also twittern? 

Die Vorteile für Unternehmen sind einerseits eine verbesserte Außendarstellung: Mit Twitter zeigen Firmen Präsenz, stellen sich selbst dar und können an aktuellen Diskussionen zu fachlichen oder imageträchtigen Themen teilnehmen. Ein sorgsam betreuter Twitter-Account rundet auf diese Weise das eigene PR-Profil ab. Eine möglichst hohe Follower-Zahl kann zudem das Gewicht eines Unternehmens andeuten, wenngleich clevere kanadische Internet-Kenner inzwischen Twitter-Follower zum Kauf anbieten und dieser Gradmesser dadurch genauso gut verfälscht sein kann.

Nachteile einer Twitter-Nutzung ergeben sich vor allem für kleine Unternehmen ohne eigene PR-Abteilung aus dem höheren Ressourceneinsatz durch gesteigerten Zeitaufwand. Zudem lauern beim Micro-Blogging Gefahren, denn ein Tweet lässt sich nicht zurückholen. Mangelnde Erfahrung mit den Mechanismen des Web 2.0 sowie eine möglicherweise falsche Herangehensweise an das Medium Twitter kann negative Folgen für die Außendarstellung des Unternehmens haben.

Die kommerzielle Nutzung von Twitter sollte daher gut geplant sein. Im Zweifelsfall kann für Twitter-Anfänger gelten: Weniger ist mehr. In jedem Fall aber nicht vergessen das eigene Firmen-Pseudonym bei Twitter zu sichern, denn sonst tut es jemand anderes und das kann unangenehme Folgen haben. Dies zeigte sich vor Kurzem, als sich ein Fan für Harald-Schmidt ausgab und unter dessen Namen eine Pressekonferenz via Twitter abhielt, einige pikante vermeintliche Interna preisgab und damit unter anderem die Frankfurter Allgemeine und mehrere twitternde Schmidt-Anhänger aufs Kreuz legte.

Fazit: Auf lange Sicht, werden es sich Unternehmen kaum leisten können, Twitter zu ignorieren. Medien-Fachleute sind sich weitestgehend einig darüber, dass die Bedeutung von Twitter für die Unternehmenskommunikation in den nächsten ein bis zwei Jahren stark ansteigen wird. Das Zukunftspotiential, das das Portal in der Wirtschaft besitzt, zeigt sich nicht zuletzt an der Entwicklung der Plattform selbst: demnächst wird Twitter von Unternehmen eine Account-Gebühr verlangen

Wir als Agentur mischen aktiv mit, jeder Frische Fisch twittert für seine Peer-Group und mittlerweile nutzt auch rund die Hälfte unserer Kunden die Krurzbotschaften. Ende Mai schaffte es der Account von zanox sogar in die Top10 der deutschen Twitter-Charts. Die meisten Follower hat im Moment dagegen Parallels – das Unternehmen besitzt zudem gleich mehrere Accounts für verschiedene Sparten im In- und Ausland. Und auch aupeo!, blauarbeit.de, Chocri, deutsche-startups.de, hitflip.de, hitmeister.de, Oxid, smatch.com und Sones twittern sehr engagiert und senden dabei häufig Informationen, die sonst nicht oder erst viel später an die breite Öffentlichkeit kommen.